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Mittwoch, 7. Oktober 2015

Europäische Fahrradpolitk. Wer fehlt: Dobrindt



Quelle: Twitter - daniel
Veranstaltung: www.ecf.com - european-cycling-summit-milestone-in-cycling-advocacy

Das Fehlen unseres Bundesministers für "Verkehr, digitale Infrastruktur und unkontrollierte Stickoxid-Emission" beim Treffen der EU-Verkehrsminister zeigt erneut, mit welcher Konsequenz das Thema "Fahrrad" in Deutschland ignoriert wird. 

Von daher ist es nur folgerichtig, dass der Siegener Bürgermeister zum Fahrradfahren auffordert, aber die dazu notwendigen Rahmenbedingungen nicht voran treibt.

Montag, 6. Juli 2015

Woran erkennt man den uneingeschränkten Willen eines Bürgermeisters etwas für den Ausbau der Fahrrad-Infrastruktur zu tun?

Heutzutage ist das recht simple. Man muss nur nach der Stadt + "Bürgermeister" + "Fahrrad" googeln.
Die Quantität und die Qualität des Trefferbildes zeigen meist sehr eindeutig, ob für den Bürgermeister das Fahrrad ein wichtiger Bestandteil seiner aktuellen Verkehrspolitik ist oder nicht.

Vielleicht ist der Vergleich "Siegen" - "London" auch etwas zu gewaagt. Aber wenn man wirklich etwas erreichen will, muss man Visionen haben und auch bereit sein mehrfach Erprobtes aus anderen Städten "abzukupfern". Das ist nicht schlimm oder faul sondern clever. Auch gelingt dies niemals eins zu eins. Aber es ist immer sinnvoller ein wenig vom Masterplan abzusprecken, als ihn nie gesehen zu haben. Utrecht, Amsterdam, Kopenhagen und auch London geben Beispiele, die in einer übertragenen Form auch in anderen Städten Anwendung finden können.

Will man mehr Radverkehr, dann muss man dies mit entsprechenden Angeboten unterstützen. Das gibt es auch nicht umsonst. Aber es ist eine sinnvolle Investition in die Zukunftsfähigkeit einer Stadt.
Falls aber auf jedem Meter die Angst mitfährt, haben die Verantwortlichen ihre Hausaufgaben noch nicht gemacht. Auf Siegen bezogen, trifft das leider zu.

Wird das Fahrrad vom Bürgermeister genutzt oder dient es nur einer Foto-Session?
Boris Johnsen, London:
 
Steffen Mues, Siegen:
 

Montag, 29. Juni 2015

Kleine "Angeberei" in eigener Sache :-) und ein wenig Aufklärung

29.06.2015

500 x mit dem Rad zur Arbeit

17.000 Kilometer

Die dem Anlass angemessene Feier findet 
unter Ausschluß der Öffentlichkeit, 
in einem kleinen privaten Rahmen statt ;-)

Spaß beiseite. In diesem Jahr habe ich schon das Gefühl gewonnen, dass morgens einige Radfahrer mehr als in den Jahren zuvor unterwegs sind. Diesen Eindruck kann ich natürlich nur subjektiv auf ein kleines Zeitfenster (06:50 – 07:30 und 17:00 – 17: 45) beziehen. Denn auch dieser leicht positive Eindruck täuscht nicht über die Tatsache hinweg, dass auch im Siegerland, speziell in Siegen, das Fahrrad im Straßenverkehr eine absolut untergeordnete Rolle spielt.

Für den Ballungsraum "Siegen – Kreuztal" wurde 1974 mit dem Bau einer Stadtautobahn (HTS) begonnen. Die erste Verkehrsfreigabe erfolgte 1978. Der letzte Abschnitt mit Lückenschluss nach Rheinland-Pfalz soll Mitte 2016 fertiggestellt sein. Die Stadtpolitiker sind damals mit der Aussicht (Versprechen!?) an den Start gegangen, das Verkehrsaufkommen im engen Talkessel durch dieses innenstadtprägende Hochbrückenwerk deutlich zu verringern.

Im Tal sollte somit nur noch der innerstädtische Kurzstreckenverkehr stattfinden. Schon da hätte es in den Ohren scheppern müssen: Kurzstreckenverkehr!? Was gibt es da Besseres, als das Fahrrad zu benutzen. Weniger Lärm, weniger Abgase, geringere Vernichtung von öffentlichem Raum für Parkplätze, mehr Lebensqualität, höhere Standort- und Wohn-Attraktivität.

Daher hätte man diesen Gedanken durch den Rückbau der fast komplett durchgängigen 4spurigen Talstraße flankieren und deutlich bewusster lenken müssen. Aber stattdessen stehen weiterhin und unverändert für beide Richtungen, bis auf einen sehr kurzen Abschnitt, zwei uneingeschränkt nutzbare Spuren für KFZ bis Ende Si-Geisweid zur Verfügung. In Kreuztal stattdessen existieren Radstreifen in beiden Richtungen neben einspurigen KFZ-Fahrspuren. Das deutlich bessere Ergebnis im aktuellen ADFC-Fahrradklimatest unterstreicht dieses Angebot der dortigen Stadtväter. Dieser notwendige Platz für Radwege steht definitiv auch in Siegen zur Verfügung. Man will es jedoch einfach ist. Es müssen keine neuen kostspieligen Radwege geschaffen werden. Dieses geldgeprägte Totschlagargument zieht daher überhaupt nicht. Lediglich entsprechende Markierungsarbeiten sind nötig, um ein deutliches Zeichen für eine neue, umweltbewusste Verkehrspolitik zu setzen. In einem anderen Blog habe ich mal gelesen, dass man das Bewusstsein der Verantwortlichen in Punkto „Verbesserungen der Infrastruktur für Radfahrer“ an der Menge der „google-baren“ Bilder dieser Politiker auf oder mit einem Fahrrad messen kann. Werbewirksame Aufnahmen mit ortsansässigen Stromanbietern oder mit dem ADFC werden natürlich nicht gewertet.
Damit wäre für Siegen eigentlich mal wieder alles gesagt. Das am nächsten Sonntag stattfindende Großereignis „Siegtal pur“ wird neben den zehntausenden Radfahrer auch den einen oder anderen Bürgermeister, Landrat oder sonstigen Volksvertreter auf das Rad „heben“, um von der hiesigen Presse werbewirksam eingefangen zu werden. Das genügt dem Anspruch dieser Herren komplett, aber nicht der generellen Notwendigkeit etwas für den Ausbau des Radwegenetzes in Siegen zu tun.
Daher wage ich mal eine Prognose: Die Ziele des „Nationalen Radverkehrsplan 2020“ werden selbst auf Basis der möglichen Minimalanforderungen in Siegen nicht erreicht.
Aber ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen und werde meine Fehleinschätzung dann genau an dieser Stelle kundtun.
Denn das zurzeit bejubelte Projekt „Siegen zu neuen Ufern“ unterstützt mich erneut bei dieser Einschätzung. Bitte nicht falsch verstehen, ich empfinde den Abriss der „Siegparkplatzplatte“ als einen absolut richtigen Schritt und auch das jetzt fast fertiggestellte Endergebnis, mit allen Parallelprojekten ist in meinen Augen wirklich gelungen und vorzeigenswert.

Aber die Siegen Politiker haben es in diesem Großprojekt erneut versäumt ein deutliches Signal für den nichtmotorisierten Straßenverkehr zu setzen. Man hat es fraktionsübergreifend und aus Planungssicht schlicht und einfach vergessen. Viel schlimmer und viel deutlicher hätte die Gleichgültigkeit gegenüber den Fahrradfahrern in Siegen nicht ausfallen können.


Das Fahrrad stand einfach nicht auf der Agenda.

Um ein Zeichen für den Fahrradverkehr zu setzen, gibt es seit 2014 die auch in Siegen stattfindente "Critical Mass" Jeder kann teilnehmen. Einfach mal am 1. Donnerstag im Monat um 17:30 zum Kölner Tor kommen und mitfahren :-) 

Weitere Informationen dazu gibt es unter Facebook, in dem dazugehörigen Blog und unter Twitter.

Donnerstag, 25. Juli 2013

Schluss mit "RadFrust im Siegerland" ...die "Lust" ist raus

Meine Erklärungsversuche, Gründe, Ausreden, kleinkarriertes Gehabe ?!  Sch... egal

Eine Fahrradweginfrastruktur, die seit Jahren im Fahrradklimatest mit "mangelhaft +" bewertet wird...

...und eine Stadt Siegen, die dieses Ergebnis ignoriert und nichts Elementares unternimmt, zumindest auf ein "ausreichend -" zu gelangen.

Ein Bürgermeister, dem der gemeine Radfahrer in seiner Stadt sowas von egal ist... Seine aufgesetzte Fahrradsympathie flackert  lediglich bei publikumsintensiven Massenveranstaltungen auf. Ansonsten hat er ja seine Mitarbeiter, die das traurige Kapitel "Radverkehr in Siegen" verwalten und letztendlich wohl auch zu Grabe tragen.

Ein Fahrradbeauftragter, der seit seiner Einführung nicht mehr öffentlich in Erscheinung getreten ist und schlagzeilenärmer ist, als meine 81 jährige Mutter. Scheinbar kampflos ergibt er sich zum Nichtstun verdammt zu sein. Er ist irgendwie auch nicht zu beneiden.

Eine Stadtrat, der dem Ältestenrat mehr Gehör schenkt, als einer aufkeimenden, gesunden, umweltfreundlichen Bewegungsform mehr Freiheiten in dem Siegener Straßenverkehr einzuräumen... Siegen könnte ruhiger und feinstaubärmer werden, wird es aber nicht.

Eine Polizei vor Ort, die das Parken in Schutzstreifen mit offenen Augen toleriert... 
absolutes Unverständnis meinerseits.

Eine Verkehrsbehörde, die in einer verkehrsberuhigten Straße im Zentrum von Siegen dem motorisierten Verkehr bei Schritttempo alles erlaubt, aber den Radfahrer zum Absteigen unter Strafe zwingt... Billigste Lobbyarbeit auf unterster Ebene.

Autofahrende Mitbürger, die den hiesigen Radfahrer als zum Abschuss freigegeben ansehen und ihn als die größtmögliche Störung und Gefahr im Verkehr betrachten... Je weniger, desto besser. Ok, diesen Gefallen tue ich euch jedoch nicht.

Eine Stadt mit Fahrradstraßen als billige Alibifunktion...

Seit Jahren ändert sich in diesem Fahrradfahrerniemandsland Siegen nichts, absolut nichts. Anschreiben an den Bürgermeister, den Fahrradbeauftragten, die Polizei bleiben entweder komplett unbeantwortet oder die entsprechenden Reaktionen bleiben inhaltlich haarsträubend farblos und perspektivlos.

Hier in Siegen, der Universitätsstadt ohne Wohnraum für Studenten, der Großstadt, die eigentlich keine mehr ist, kann man sich seinem Schicksal nur ergeben.

"Zu steil", "zu eng", "zu teuer", "zu gefährlich", "zu wenig" ... bla bla bla.

Wenn man möchte oder sollte (Radverkehrsplan 2020), aber derjenige ganz oben in der Verantwortungsebene dem Fahrrad keine Chance geben will, dann wird der Radverkehr in Siegen auch nicht funktionieren.

Weder die SPD noch die jetzt verantwortliche CDU haben in Siegen legislaturübergreifend ein Interesse an der Verbesserung des Radverkehrs. Zumindest in diesem Punkt ist man sich einig. Wahlentscheidungen werden immer schwieriger.

Soll ich weiter über diese sich seit Jahren in keiner Form ändernden Umstände schreiben oder sollte ich meine Zeit nicht doch sinnvoller nutzen?


Mein Entschluss: Ich bin raus... Bye