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Montag, 29. Juni 2015

Kleine "Angeberei" in eigener Sache :-) und ein wenig Aufklärung

29.06.2015

500 x mit dem Rad zur Arbeit

17.000 Kilometer

Die dem Anlass angemessene Feier findet 
unter Ausschluß der Öffentlichkeit, 
in einem kleinen privaten Rahmen statt ;-)

Spaß beiseite. In diesem Jahr habe ich schon das Gefühl gewonnen, dass morgens einige Radfahrer mehr als in den Jahren zuvor unterwegs sind. Diesen Eindruck kann ich natürlich nur subjektiv auf ein kleines Zeitfenster (06:50 – 07:30 und 17:00 – 17: 45) beziehen. Denn auch dieser leicht positive Eindruck täuscht nicht über die Tatsache hinweg, dass auch im Siegerland, speziell in Siegen, das Fahrrad im Straßenverkehr eine absolut untergeordnete Rolle spielt.

Für den Ballungsraum "Siegen – Kreuztal" wurde 1974 mit dem Bau einer Stadtautobahn (HTS) begonnen. Die erste Verkehrsfreigabe erfolgte 1978. Der letzte Abschnitt mit Lückenschluss nach Rheinland-Pfalz soll Mitte 2016 fertiggestellt sein. Die Stadtpolitiker sind damals mit der Aussicht (Versprechen!?) an den Start gegangen, das Verkehrsaufkommen im engen Talkessel durch dieses innenstadtprägende Hochbrückenwerk deutlich zu verringern.

Im Tal sollte somit nur noch der innerstädtische Kurzstreckenverkehr stattfinden. Schon da hätte es in den Ohren scheppern müssen: Kurzstreckenverkehr!? Was gibt es da Besseres, als das Fahrrad zu benutzen. Weniger Lärm, weniger Abgase, geringere Vernichtung von öffentlichem Raum für Parkplätze, mehr Lebensqualität, höhere Standort- und Wohn-Attraktivität.

Daher hätte man diesen Gedanken durch den Rückbau der fast komplett durchgängigen 4spurigen Talstraße flankieren und deutlich bewusster lenken müssen. Aber stattdessen stehen weiterhin und unverändert für beide Richtungen, bis auf einen sehr kurzen Abschnitt, zwei uneingeschränkt nutzbare Spuren für KFZ bis Ende Si-Geisweid zur Verfügung. In Kreuztal stattdessen existieren Radstreifen in beiden Richtungen neben einspurigen KFZ-Fahrspuren. Das deutlich bessere Ergebnis im aktuellen ADFC-Fahrradklimatest unterstreicht dieses Angebot der dortigen Stadtväter. Dieser notwendige Platz für Radwege steht definitiv auch in Siegen zur Verfügung. Man will es jedoch einfach ist. Es müssen keine neuen kostspieligen Radwege geschaffen werden. Dieses geldgeprägte Totschlagargument zieht daher überhaupt nicht. Lediglich entsprechende Markierungsarbeiten sind nötig, um ein deutliches Zeichen für eine neue, umweltbewusste Verkehrspolitik zu setzen. In einem anderen Blog habe ich mal gelesen, dass man das Bewusstsein der Verantwortlichen in Punkto „Verbesserungen der Infrastruktur für Radfahrer“ an der Menge der „google-baren“ Bilder dieser Politiker auf oder mit einem Fahrrad messen kann. Werbewirksame Aufnahmen mit ortsansässigen Stromanbietern oder mit dem ADFC werden natürlich nicht gewertet.
Damit wäre für Siegen eigentlich mal wieder alles gesagt. Das am nächsten Sonntag stattfindende Großereignis „Siegtal pur“ wird neben den zehntausenden Radfahrer auch den einen oder anderen Bürgermeister, Landrat oder sonstigen Volksvertreter auf das Rad „heben“, um von der hiesigen Presse werbewirksam eingefangen zu werden. Das genügt dem Anspruch dieser Herren komplett, aber nicht der generellen Notwendigkeit etwas für den Ausbau des Radwegenetzes in Siegen zu tun.
Daher wage ich mal eine Prognose: Die Ziele des „Nationalen Radverkehrsplan 2020“ werden selbst auf Basis der möglichen Minimalanforderungen in Siegen nicht erreicht.
Aber ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen und werde meine Fehleinschätzung dann genau an dieser Stelle kundtun.
Denn das zurzeit bejubelte Projekt „Siegen zu neuen Ufern“ unterstützt mich erneut bei dieser Einschätzung. Bitte nicht falsch verstehen, ich empfinde den Abriss der „Siegparkplatzplatte“ als einen absolut richtigen Schritt und auch das jetzt fast fertiggestellte Endergebnis, mit allen Parallelprojekten ist in meinen Augen wirklich gelungen und vorzeigenswert.

Aber die Siegen Politiker haben es in diesem Großprojekt erneut versäumt ein deutliches Signal für den nichtmotorisierten Straßenverkehr zu setzen. Man hat es fraktionsübergreifend und aus Planungssicht schlicht und einfach vergessen. Viel schlimmer und viel deutlicher hätte die Gleichgültigkeit gegenüber den Fahrradfahrern in Siegen nicht ausfallen können.


Das Fahrrad stand einfach nicht auf der Agenda.

Um ein Zeichen für den Fahrradverkehr zu setzen, gibt es seit 2014 die auch in Siegen stattfindente "Critical Mass" Jeder kann teilnehmen. Einfach mal am 1. Donnerstag im Monat um 17:30 zum Kölner Tor kommen und mitfahren :-) 

Weitere Informationen dazu gibt es unter Facebook, in dem dazugehörigen Blog und unter Twitter.

Mittwoch, 10. Juni 2015

Licht und Schatten

Bereits gestern Abend bemerkte ich die seit Jahren dringend notwendige Sanierung dieser Unterführungspassage. Immer mal wieder versuchte man diesen Abschnitt mit einem neuen Teerflicken halbwegs schlaglochfrei zu gestalten. Aber mit diesem erneuten Anlauf sollte auch diese Gefahrenstelle fürs Erste behoben sein.
Bahnunterführung Richtung "Industriegebiet Schemscheid"
Vor Jahren gab es an dieser "Kreuzung" (Fuß-/Radweg / Heeserstr.) mal einen markierten Fußgängerüberweg. Dieser erlaubte den Fußgängern, Schulkindern und auch den Radfahrern, an dieser doch recht unübersichtlichen Stelle, die sichere Querung der Heeserstraße. Die Zeit verging und das "Zebra" auch. Selbst die letzten Spuren dieser "Überquerungs-Hilfe" wurden inzwischen gründlich wegradiert. Kann man denn nicht mal an dieser neuralgischen Stelle ein positives Zeichen für den "Schwächeren" setzen? Denn neben der HTS für den motorisierten Verkehr in unmittelbarer Nachbarschaft, verläuft hier die am meisten genutzte "Nord-Süd-Tangente" für den Langsamverkehr in Siegen. Wenn man in Siegen den Radverkehrsanteil bis 2020 auf 10% anheben möchte, dann muss man die dafür notwendigen Strukturen schaffen bzw. die bestehenden verbessern.
 
Kreuzung Heeserstr.
Das Gefahrenpotential endet jedoch nicht an dieser Kreuzung. Denn ab hier darf der weiterführende Fuß-/Radweg Richtung Si-Weidenau auf den ersten knapp 50 Meter auch von PKW genutzt werden, um einen unter der HTS angelegten Parkplatz zu erreichen. Im Prinzip eine sehr gute Idee. Nicht alle Autofahrer sind sich auf diesem Abschnitt der Verantwortung bewusst, genau auf diesen ersten 50 Meter ein Sicherheitsrisiko für den Langsamverkehr darzustellen. Bei der Nutzung dieses Radweges kommt es daher regelmäßig zu Beinaheunfällen, weil gerade die Ausfahrt von diesem Parkplatz, durch eine fehlende durchgezogene breite, weiße Linie den PKW-Fahrer nicht darauf aufmerksam macht, dass er ab jetzt "Gast" auf einem Fußweg mit erlaubter Radbenutzung ist. Außerdem verhindern hohe Büsche in dem spitzen Winkelbereich einen Einblick auf den Radweg bzw. auf diese Ausfahrt. Viele erwachsene Nutzer dieses Radweges sind sich dieser Gefahr täglich bewusst, aber gerade Kinder die diese Strecke auch oft mit ihrem Skateboard, Inliner oder Fahrrad benutzen, sollte man an diesem Punkt besser schützen. Es muss ja nicht immer erst was passieren, bevor man eine kostengünstige und schnelle Sicherungsmaßnahme vornimmt.
Gefahrenstelle im Anschluss an die Heeserstr.
Zum Schluss doch noch etwas Positives. Die kombinierte "Fußgänger-/Radfahrerampel" an der Kreuzung "Tiergartenstr. / Auffahrt HTS / Radweg Siegen-Weidenau" wurde bereits vor längerer Zeit von einer "Bedarfsampel" (ohne "Drücken" kein grün für Fußgänger/Radfahrer) hin zu einer "Auto-rot-Fußgänger-grün-Ampel" geändert. Eigentlich ein absolut banaler Hinweis, aber in Siegen ist selbst dies schon eine Meldung wert.
Kreuzung Tiergartenstr.

Donnerstag, 28. Mai 2015

Der VDSL-Ausbau in Siegen und seine Hinterlassenschaft

  
Nach dem Abschluss der VDSL-Arbeiten im Bereich "Industriegebiet Schemscheid / Stumme Loch / Eintracht" ist in den letzten Tagen ein großer Erdhaufen abgetragen worden. Der Baustellenverkehr hat auf dem kombinierten Fuß-/Radweg deutlich nachgelassen. Daher ist inzwischen die Nutzung für alle deutlich sicherer geworden.
Jetzt warten wird nur noch auf eine Grundreinigung "unseres" Radweges, der wichtigsten Trasse für den Langsamverkehr zwischen Siegen und Eiserfeld.

Mittwoch, 12. Juni 2013

„Verkabelter“ Fußgänger


 

Auf meinem Heimweg war ich gestern Abend mit dem Fahrrad wie immer auf dem sogenannten Schutzstreifen in Siegen-Eiserfeld unterwegs. Da das Eiserfelder Zentrum seit geraumer Zeit eine Großbaustelle ist, staut es sich besonders abends und morgens auf allen Zufahrtsstraßen. Der Stau von Siegen kommend erreicht oftmals Längen von fast einem Kilometer. Per „stop and go“ zuckelt die Blechlawine mit einer stoischen Geduld und unterdrückter Gereiztheit der Hauptkreuzung entgegen, um dann relativ problemlos in alle Himmelsrichtungen zu entfliehen. Die Schutzstreifen-Markierung, die nicht die Farben wert ist mit der sie aufgetragen worden ist, wird von dem Kraftverkehr zu knapp 80% eingehalten. Die anderen 20% parken dort, nutzen ihn als Erweiterung ihrer eigenen Fahrspur und zum Ausweichen bei Gegenverkehr. Der Radfahrer, der sich dort eigentlich in Sicherheit fühlen sollte, kann ihn daher nur in absoluter Konzentration und Anspannung nutzen.

Diverse Geschäfte links und rechts dieser Hauptstraße (Eiserfelder Straße, B62) sorgen für einem permanenten Kreuzungsverkehr und der einsame Radfahrer wird in schöner Regelmäßigkeit übersehen. Radfahrer, die hier auf die „Motorhaube“ genommen werden, gehören zur traurigen Realität. Aber die Gefahr droht auch von anderer Seite.

So gestern geschehen. Ein jugendlicher Fußgänger war auf dem rechten Bürgersteig ebenfalls in Richtung Zentrum Eiserfeld unterwegs. Da neben Autofahrer auch der Langsamverkehr von mir als potentielle Gefahr (nicht Gegner !!!) angesehen wird, lies ich ihn nicht aus den Augen. Auf dieser Passage, den Schutzstreifen als legale Stau-Gasse nutzend, bin ich immer recht langsam unterwegs. Aber wie sollte es anders kommen, nur einige Meter vor mir ging dieser Fußgänger, ohne nach hinten zu schauen auf den Schutzstreifen, um zwischen den im Stau stehenden Autos die Straßenseite zu wechseln. Meine mahnenden Rufe verhalten komplett. Mit einer Notbremsung konnte ich nur mit Müh und Not einen Zusammenstoß verhindern. Erst in diesem Augenblick schreckte der jugendliche Fußgänger auf. Erschwerend kommt hinzu, dass er mich so oder nicht wahrnehmen konnte, da er durch die Nutzung seines MP3-Players den Kontakt zur Außenwelt komplett verloren hatte. Und da man in Siegen als Radfahrer sowieso zu einer rechtlosen Minderheit gehört, ist die Gefahr von einem dieser Spezies über den Haufen gefahren zu werden eigentlich ziemlich gering. Nur nicht gestern Abend ...  
„DU PAPPNASE !!!“

Montag, 11. März 2013

London will mehr als 1 Milliarde Euro in den Radverkehr investieren

"Die Stadt London will in den nächsten zehn Jahren eine Gesamtsumme von 913 Millionen britischen Pfund in die Hand nehmen, um den den Radverkehr in der britischen Metropole zu revitalisieren. Mit dieser massiven Investition soll eine Fahrradinfrastruktur im holländischen Stil geschaffen werden. Ein Großteil der baulichen Infrastruktur soll innerhalb der nächsten vier Jahre entstehen.
Im Einzelnen sind folgende Projekte geplant:
1. Ein neues Netzwerk von Fahrradrouten soll im inneren Bereich der Stadt gebaut werden
2. Eine breite Fahrradschnellstraße soll die Stadt von West nach Ost durchqueren (siehe Video). 
3. Die vor einigen Jahren gebauten Barclays Cycle Superhighways sollen aufgepimpt werden.
4. Es sollen Quietways oder grüne Wege für Radfahrer entstehen, die durch Parks und ruhige Seitenstraßen führen.
 5. In den Außenbezirken sollen kleine Mini-Hollands entstehen, eine Art verkehrsberuhigte Zone.

Andrew Gilligan, der “cycling commissioner” der Stadt London, sagte zu der Entscheidung: “Der Bürgermeister und ich bedanken uns bei der London Cyclists’ Campaign, bei Journalisten, Bloggern und anderen Aktiven. Ohne ihr Engagement wäre das Thema nicht auf die politische Agenda geraten.”



Quelle: rad-spannerei.de - Berlin

Vielleicht macht der direkte Vergleich es noch ein wenig deutlicher:
Bei einem Einwohnvergleich von 9,3 Millionen (London - Travel to Work Area)  zu 103 Tsd. (Siegen), wären das immer noch fast 11 Millionen Euro, die man in die Hand nehmen dürfte, um Siegens Radwege "aufzupimpen". 
 
Hallo !? Der Fahrradbeauftragte der Stadt Siegen, darf sich laut Stellenplan 20 Minuten pro Tag um die Infrastruktur des Siegener Radwegenetzes kümmern. Mal allen Ernstes, wie sollte er in dieser kurzen Zeit 11 Millionen Euro, oder auch nur ein Bruchtal davon verplanen und/oder verbuddeln, unmöglich !!!

Donnerstag, 31. Januar 2013

Es kommt auf das "Miteinander" an

In vielen von uns bereisten Städten konnten wir das gelebte Miteinander im Langsamverkehr beobachten. So haben wir viele Städte mit wesentlich größeren beruhigten Innenstadtzonen wie die in Siegen erlebt, gleichzeitig aber auch mit deutlich mehr Menschen, die das harmonische Miteinander in diesen Flächen praktizieren und schätzen.

In Siegen dagegen wird erst einmal vieles für Radfahrer verboten und das meiste bleibt anschließend als Fakt unantastbar bestehen. Daher kann ich die Sorge des ADFC-Siegen um die bleibende Teilsperre der "Brüder-Busch-Straße" für Radfahrer verstehen. Denn in Bezug auf das Gespür für die fortschreitende Behinderung des Radverkehrs hat man in Siegen und Umgebung schon zu viel erlebt.

"Siegen zu neuen Ufern"... Die komplette Umgestaltung der Siegener Mitte bietet die einmalige Chance nicht nur den ansässigen Radfahrern sondern auch den touristisch angelockten Gästen die Schokoladenseiten unserer Stadt auch per Rad zu ermöglichen. Ich weiss, ich reite auf der nachfolgenden Feststellung herum, dass viele öffentliche Plätze in Siegen für den motorisierten Verkehr nutzbar gemacht werden (z.B. der Scheiner-Platz vor dem Apollo, die Einkaufspassagen in der Oberstadt), aber der gemeine Radfahrer diese Abschnitte nicht fahrend nutzen darf. Ich verstehe es einfach nicht. Taxi-Fahrer, Lieferdienste, Anrainer, Bankkunden, Paketzusteller "machen" sich den Weg frei, aber die Radfahrer sind die Chaoten und die Rücksichtslosen, die das Wohl der Spaziergänger gefährden.

München:
Garmisch:
Füssen:
 Füssen - falls es zu doch eng wird, wird das Fahrrad geschoben, aus Einsicht:
Speyer:
Gerade auch in Berlin und Dresden, in Städten die froh über jeden Radfahrer sind, der nicht mit dem Auto in die Innenstadt fährt, werden die (fahrenden!!!) Fahrradfahrer in die beruhigten Zonen integriert und nicht ausgeschlossen.
Siegen dagegen wählt einen anderen Kurs.Vielleicht wird Siegen in der Auswertung des "Fahrradklimatest 2012" genau dafür abgestraft. Alles andere würde mich wundern...

In anderen Bereichen von Siegen dagegen, dort wo "Fahrradstraßen" strikt ausgewiesen sind, muss man als Radfahrer um sein Wohl fürchten, wenn z.B. Berufsschüler in hektischer Parkplatzsuche alles um sich herum übersehen. Rücksicht und Respekt muss von allen Beteiligten gelebt und geachtet werden.

Aber gerade durch die vielen Verbote und aus meiner Sicht auch Ungerechtigkeiten gibt man uns allen nicht die Chance ein Miteinander basierend auf Respekt und Rücksicht zu erlernen und zu leben. Die Politiker tragen nicht die komplette Schuld an gesellschaftlichen Problemen, aber mit ihren Entscheidungen tragen sie oftmals dazu bei, dass sich ganze Gruppen ausgeschlossen fühlen und ein freundschaftliches Miteinander  nicht mehr möglich ist.

Freitag, 2. Dezember 2011

Ergänzung zur Fahrrad-Studie ....

Zitat von Walter Gropius: 

„Die Krankheit unserer heutigen Städte und
Siedlungen ist das traurige Resultat unseres
Versagens, menschliche Grundbedürfnisse über
wirtschaftliche und industrielle Forderungen zu
stellen.“ 

Wikipedia: Walter Gropius

Freitag, 18. November 2011

Regionale 2013: Siegen – Zu neuen Ufern


Die Regionale-Projektidee sieht unter anderem die Freilegung der Sieg im Verlauf der Siegener Innenstadt vor. Die geplanten und auch zum Teil fertiggestelleten Schritte sind unter "Stadt Siegen" nachzulesen.

Die nachfolgende Gegenüberstellung zeigt das Potential des Schwerpunktes der Regionale-Projektidee:

Vorher:  Unser Fluß versteckt und dem innerstädtischen Parken geopfert:

Nachher:  (aus entgegengesetzter Sicht)

 Als Radfahrer horcht man natürlich bei dem auch geplanten Eingriff in das Siegener Radwegenetz besonders auf: 
„Ebenfalls auf dem städtebaulichen Programm steht die Verlegung des Sieg-Rad­wanderweges durch die Innenstadt. Weiterhin sind im Rahmen eines gesamtstädtischen Entwicklungskonzepts verschiedene bauliche Eingriffe geplant, die unter anderem die bauliche Tren­nung von Ober- und Unterstadt auflösen und so die einheitliche Erfahrbarkeit der Stadt wiederherstellen sollen.“


Daher kann die Radfahrerin auf dem "Nachher-Foto" ja schon ein Wink mit dem Zaunpfahl sein.... toi toi toi ... 


Herr Hammerschmidt: Alle Radfahrer/innen aus dem Siegerland und auch unsere Gäste auf ihrer Route durch unser schönes Fleckchen Erde, wünschen Ihnen viel Erfolg auf dem bestimmt einsamen und beschwerlichen Weg, Ihre Ideen ohne Einbußen umsetzen zu können. 

Quelle: Stadt Siegen

Donnerstag, 3. November 2011

Erster Kontakt zum "Neuen"


Wenn auch etwas verspätet, habe ich heute den ersten Kontakt zu unserem neuen Fahrradbeauftragten aufgenommen. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger konnte dies sogar per Mail erfolgen. Sein positives Wirken zeigt sich bereits in einigen erneuerten Markierungen zur Erhöhung der passiven Sicherheit im Siegener Radwegenetz. Auch seine sofortige Antwort, verbunden mit seinem geäußerten Bemühen Mängel zu beseitigen, sollte uns Radfahrer Mut und Hoffnung geben.

Sein Vorgesetzter, Herr Bürgermeister Mues wünscht, dass Siegen noch fahrradfreundlicher wird. Ein Kurzurlaub in Speyer zeigt recht deutlich wie weit wir in Siegen davon entfernt sind. IN Speyer teilen sich in den Fußgängerzonen Shuttle-Busse, Lieferverkehr, Taxis, Fußgänger und Radfahrer den Platz gleichermaßen. Keine Verbotsschilder für Radfahrer. Keine Schutzstreifen, die wie in Siegen-Eiserfeld als Markierung einer erweiterten Parkzone von höchster Siegener Verantwortlichkeit geduldet werden

Beispiele des „gelebten Miteinander" auf der Maximilianstraße in Speyer:






Ein Appell an alle Verantwortlichen in Siegen:  

Ziele müssen definiert werden, keine Frage, aber dann muss auch der zweite Schritt in Richtung Umsetzung folgen. Es genügt nicht eine vakante Stelle neu zu besetzen und auf einen Zug mit Außenwirkung "Regionale 2013 - Projekt "Radnetz Südwestfalen" aufzuspringen. Solange der Alltag der Siegerländer Radfahrer massiv durch Verbote und fehlende Schutzmaßnahmen sabotiert wird, bleibt das oben formulierte Ziel leider ein Rohrkrepierer. Viele Bürger in Siegen trauen sich nicht mehr mit dem Rad zu fahren, weil die Infrastruktur entweder nicht vorhanden ist, sich in einem schlechten Zustand befindet und auch die politische Rückendeckung fehlt, das Fahrrad als gleichberechtigtes Fortbewegungsmittel zu unterstützen. Der "Hübbelbummler" darf sich durch noch so enge Fußgängerpassagen drängen, während der Fahrradfahrer daneben ein Opfer der Polizei und des Ordnungsamtes wird. Schade, schade  ... so sieht die Umsetzung des Wunsches nach einem Mehr an Fahrradfreundlichkeit nicht aus.



Leider reicht es auch nicht aus, einem Stromanbieter durch die Präsentation von e-Bikes eine kostenlose Werbefläche zu verschaffen. Es muss der Verkehrsraum geschaffen werden, dass auch die anderen 99,99% der nicht auf dem Bild befindlichen Fahrräder die Siegener Straßen sicher und ohne zweifelhafte und beispiellose Einschränkung benutzen dürfen.

Die eBike-Übergabe des "Sponsors" an die Stadt Siegen:

Quelle: Stadt Siegen 
Taucht in der Siegener Presse ein Fahrrad auf, ist Herr Mues meist mit auf dem Bild. Bei dieser Omnipräsenz drängt sich ganz zwangsläufig eine Gegenüberstellung auf:

Wer wird sein Ziel am ehesten erreichen:
Bürgermeister Mues: "Siegen soll fahrradfahrerfreundlicher werden."
Oberbürgermeister Ude:  "München soll die fahrradfreundlichste Großstadt Deutschlands werden."
 Ok, ok .... Man sollte Äpfel nicht mit Birnen vergleichen.

Wir sehen uns ... !?

Montag, 22. August 2011

Wir haben einen „Neuen“...


Bürgermeister Mues mit Herrn Hammerschmidt, der neue Fahrradbeauftragte der Stadt Siegen.

Ende 2010 ging die Ära des bisherigen Fahrradbeauftragten Werner Siebel zu Ende.
Er hatte diese Position 12 Jahre inne. Seitdem war diese Position vakant und wurde lediglich kommissarisch betreut.

Dass diese Position jetzt ein halbes Jahr nicht besetzt war, ist mir ehrlich gesagt nicht aufgefallen. Nach einigen Kontakten mit Herrn Siebel weiß ich, dass ihm meine geschilderten Probleme im Radwegenetz nicht völlig egal waren, aber scheinbar waren auch ihm die Hände gebunden. Herr Mues kann dies nicht gewesen sein, da  er sich ja für alle Bürgerinteressen gleichermaßen intensiv ein.

O-Ton  Bürgermeister Herr Mues:

„Unser Ziel ist es, die Stadt Siegen noch fahrradfreundlicher zu machen."

Wer regelmäßig in Siegen mit dem Rad unterwegs ist, wird sich über diese Aussage schon ein wenig wundern, denn Siegen ist alles, aber bestimmt nicht fahrradfreundlich.

Der neue Fahrradbeauftragte heißt Felix Hammerschmidt. Er übernimmt diese neue Aufgabe und ist laut eigener Aussage im Stadtgebiet Siegen vor allem auf 2 Rädern unterwegs.

Eine deutliche Verbesserung zeigt sich bereits heute: Herr Hammerschmidt ist per E-Mail zu erreichen. Moderne Kommunikationswege haben somit auch in diesem wichtigen Bereich des Rathauses Einzug gehalten. Vielleicht ist dies ja ein gutes Omen für die nächsten anzugehenden Schritte, Siegen endlich fahrradfreundlicher zu gestalten.

Seit Jahren warten die Siegener Radwege in vielen Abschnitten auf eine Sanierung und dringenden „Neuzuwachs“. Solange die Politik  zur Verbesserung der Infrastruktur des Langsamverkehr jedoch darin besteht immer mehr innerstädtische Plätze und direkte Innenstadtverbindungen für den Radverkehr zu sperren, kann man bis heute nicht davon sprechen, dass der Radfahrer in Siegen und Umgebung gerne gesehen ist. Dort wo der „Hübbelbummler“ und auch Autos im Schritttempo immer noch fahren dürfen, wird der gemeine Radfahrer längst abgestraft und der Straße verwiesen.

Herr Hammerschmidt: Auf eine gute Zusammenarbeit, denn es gibt viel zu tun. Neben dem ebenso wichtigen außerstädtischen Radwegenetz in Südwestfalen sollte auch innerstädtisch dem Fahrradfahrer auf dem Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen die Möglichkeit gegeben werden Siegen ein Stückchen umweltfreundlicher und lebenswerter zu gestalten.

Die Kontaktdaten von Felix Hammerschmidt, Fahrradbeauftragter der Stadt Siegen:

Quelle:



Herr F. Hammerschmidt - Raum: 414
Straßenplanung, Fahrradbeauftragter - Arbeitsgruppe 7/1-2 Verkehr

Arbeitsgruppe 7/1-2 Verkehr

Rathaus Geisweid
Lindenplatz 7
57078 Siegen

Telefon: (0271) 404-3417
Telefax: (0271) 404-3233
E-Mail: f_hammerschmidt@siegen.de

Gesamttext und Quelle bezüglich dieser Bekanntgabe:


Felix Hammerschmidt nimmt seine neue Aufgabe ernst: Der 37-Jährige ist derzeit im Stadtgebiet vor allem auf 2 Rädern zu sichten.

Seit kurzem ist der Diplom-Ingenieur, bei der städtischen Abteilung "Straße und Verkehr" hauptsächlich mit der Straßenplanung befasst, der neue Fahrradbeauftragte der Stadt Siegen. Hammerschmidt tritt damit die Nachfolge von Werner Siebel an. Dieser hatte die Funktion gut 12 Jahre lang, bis zu seinem Ruhestand Ende 2010, ausgeübt. Seitdem war die Funktion vakant beziehungsweise von Abteilungsleiterin Anke Schreiber kommissarisch mit betreut worden.
Der neue Fahrradbeauftragte ist gelernter Bauzeichner und studierter Bauingenieur mit der Vertiefungsrichtung Verkehrswesen (Universität Siegen). Berufliche Erfahrungen als Bauingenieur sammelte Felix Hammerschmidt sieben Jahre lang in einem Ingenieurbüro im Bereich Verkehrsplanung und Tiefbau, bevor er am 1. Juli diesen Jahres zur Stadt Siegen wechselte.
Zu den Aufgaben des Fahrradbeauftragten gehört die Betreuung aller Angelegenheiten, die "Pro-Rad", also das Programm fahrradfreundliche Stadt Siegen, und die Förderung des Fahrradverkehrs in Siegen betreffen. Intern hat dies zur Konsequenz, dass der Fahrradbeauftragte bei allen Planungen der verschiedenen Rathausabteilungen beteiligt wird, die den Fahrradverkehr berühren. Extern steht aktuell die Beschäftigung mit dem Regionale 2013-Projekt"Radnetz Südwestfalen" im Vordergrund. Hierbei handelt es um ein gemeinsames Vorhaben der Kreise Olpe, Siegen-Wittgenstein, Soest, Hochsauerlandkreis und Märkischer Kreis, durch das Südwestfalen künftig auch als Radsport-Region noch bekannter werden soll.
Der Unterstützung seines Dienstherrn kann sich Felix Hammerschmidt dabei sicher sein. "Unser Ziel ist es, die Stadt Siegen noch fahrradfreundlicher zu machen", bezieht Bürgermeister Steffen Mues klar Stellung - und gibt seinem neuen Fahrradbeauftragten gleich noch etwas (verbalen) Rückenwind mit auf dessen tägliche Erkundungstouren: "Ich setze hierbei auf kreative Ideen!" 


Donnerstag, 1. Juli 2010

Paris - Siegen 0:1



















Jetzt jammere ich schon über 3 Jahre lang über die Rücksichtslosigkeit der Siegener Autofahrer den gebeutelten und verschmähten Radfahrern gegenüber. Durch Zufall bin heute über ein Video im Blog http://radlustfrust.blogspot.com/ gestolpert. Dort hat ein franz. Radfahrer seine Erlebnisse im Verkehrswahnsinn von Paris ein Jahr lang mit einer Onboardkamera aufgezeichnet und zu einem kleinen Film zusammengeschnitten. Dabei nutzt der Radfahrer sogar meist die angelegten Radverkehrsanlagen, was seine Überlebenschance aber nicht deutlich verbessert.

Das Video zeigt in 8 Minuten die fortwährende Bedrohung eines Radfahrers im Pariser Straßenverkehr. Bei mir löste es anschließend einen nicht mehr enden wollenden Dank aus, doch in Siegen Fahrrad fahren zu dürfen. ABER Ihr lieben motorisierten Verkehrsteilnehmer im Siegerland, damit will ich Euch keinen Persilschein für Euer oft verachtendes Verhalten mir gegenüber ausstellen. Vielmehr soll dies ein Appell sein, Eurer manchmal rücksichtsloses und gedankenloses Verhalten den schwächeren Verkehrsteilnehmern gegenüber zu überdenken. Denn wer will schon PARISER-Verhältnisse bei uns auf der Straße.

Angles Mort

Montag, 21. Juni 2010

Meilenstein 10.000 km – Mit dem Rad zur Arbeit

Im Sommer 2007 habe ich begonnen, regelmäßig mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren. Inzwischen habe ich mich mit den nicht gerade unterstützenden Rahmenbedingungen der Stadt Siegen arrangiert und nehme die fahrradunfreundliche Behandlung in Kauf, um für mich etwas Gutes zu tun. Heute habe ich einen weiteren Meilenstein, die 10.000km Marke, „geknackt“.


Ein kurzes Resümee: In den vergangenen 3 Jahren hat sich an der Verbesserung der Infrastruktur für den Langsamverkehr in Siegen nichts, absolut nichts getan. Ok, es sind einige Verbotsschilder mehr aufgestellt worden, um Fahrradfahrer/innen aus der Stadtmitte zu verbannen. Die Möglichkeiten Fahrräder sicher abzustellen, um anschließend einzukaufen, tendieren gegen „nicht vorhanden“. Fahrradschutzstreifen sind ebenfalls so gut wie nicht vorhanden. Dort wo sie markiert sind, dürfen sie unter Duldung der Stadt Siegen und der örtlichen Polizeibehörde zugeparkt werden. Markierungen zur Sicherung eines straßenkreuzenden Radweges werden nicht erneuert. Die Radwegeverantwortlichen der Stadt Siegen machen einen verdammt guten Job. Sie sparen Geld. Dieses Geld steckt man in Siegen lieber in andere Verkehrsobjekte, anstatt kleine Anreize für die Nutzung eines umweltfreundlichen und gesunden Fortbewegungsmittels zu schaffen. Immerhin baut die Gemeinde Wilnsdorf zur Zeit zwischen Rinsdorf und Si-Eisern einen kombinierten Fußgänger/Radweg, um auf diesem Streckenabschnitt zu einem Sicherheitsplus beizutragen.

Trotz steigender Benzinpreise, trotz des wachsenden Bewusstseins etwas für die Gesundheit tun zu müssen, habe ich den Eindruck, dass in den letzten 3 Jahren der regelmäßige Fahrradverkehr in der Region nicht zugenommen hat. Fahrräder müssen vorhanden sein, denn wenn am 4. Juli 2010 im Siegtal erneut über 120 km Straßen komplett für den Autoverkehr gesperrt werden, sind auf diesem Abschnitt zwischen der Siegquelle bis Au bis zu 100.000 Radfahrer/innen unterwegs.

Quelle: Natur und Kultur – Das Siegtal
http://www.siegtal.com/index.php?id=6

Wir sehen uns ... !?

Mittwoch, 16. Juni 2010

Dresden – Siegen 1:0










Ich war kürzlich in Dresden. Während des Stadtbummels ist mir so ganz nebenbei noch etwas aufgefallen: In der gesamten Innenstadt, in den Fußgängerstraßen, auf allen Plätzen rund um den Zwinger, die Semperoper, die Frauenkirche (incl. Pragerstraße – DIE Einkaufs- und Shoppingallee Dresdens) gibt es keine Verbotsschilder für Fahrradfahrer. Fußgänger und Radfahrer teilen sich eine gemeinsame autofreie Zone (Langsamverkehr) und kommen prächtig, ganz ohne Reglementierung miteinander aus.

Dagegen wird in Siegen jede aufkommende Pflanze eines umweltfreundlichen Fortbewegungsmittels mit Verboten torpediert. Fast der komplette autofreie Bereich in der Siegener Unterstadt ist per Verbotsschilder auch fahrradfrei. Auch auf der Anbindung zur Oberstadt ist das Fahrradfahren strengsten untersagt. „Siegen pulsiert“ ... toll Herr Bürgermeister Mues, genauso habe ich mir das nicht vorgestellt.


Gruß

Einer, der in Siegen vom Verkehr „bedrohten“ und „ausgeschlossenen“ Fahrradfahrer