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Dienstag, 28. Mai 2013

"Citi Bike" New York - Eine Stadt fährt Rad


Quelle: Citi Bike - New York 

Viele, besonders größere Städte entdecken weltweit immer häufiger das Potential, dass in einer erweiterten Nutzung des Fahrrades steckt. Über solche Veränderungen entscheidet oft der Weitblick der Verantwortlichen ganz oben in der Verantwortungspyramide. Wenn dort jedoch ein "Verhinderer" sitzt, jemand der komplett andere Visionen bzgl. der inner- und außerstädtischen Fortbewegung pflegt, wird es nichts mit einer fahrradfahrerfreundlichen Stadt. Die "Getreuen" links und rechts von ihm werden es nicht wagen aufzumucken. Denn dort geht es oftmals um die reine Besitzstandswahrung. Manchmal, zugegebener weise eher selten,  gelingt es aber auch von ganz unten eine Bewegung zu starten, vor der selbst die Obrigkeit irgendwann nicht länger die Augen verschließen kann. Denn dort oben geht es in letzter Konsequenz um Wählerstimmern und Machterhaltung. 

Siegen und Umgebung ist diesbezüglich leider doppelt gestraft: 
"Oben" kein Weitblick und "unten" keine Lust auf Gesundheit und Klimaschutz. 

Dumm gelaufen für unser Oberzentrum. Dresden hat unter anderem durch den vermehrten Gebrauch von Straßenbahn, Bus und Fahrrad geschafft, eine geplante Umweltzone durch ein gezieltes Maßnahmenpaket zu verhindern. Radwege statt Umweltzonen.

Siegen ergibt sich stattdessen ab 2014 dem Schicksal durch die Einrichtung einer Umweltzone den aktualisierten Luftreinhalteplan zu erfüllen.


 
An der bestehenden PKW/LKW-dominanten Situation wird sich wohl daher in Siegen auch dadurch langfristig nichts ändern. 

Ein Gegenentwurf:

"Für New York ist das Bekenntnis zum Fahrrad als Transportmittel eine kleine Revolution. Die Straßenschluchten von Manhattan und Brooklyn galten jahrzehntelang als Kampfzonen, nur in schweren Limousinen und SUVs schien ein Überleben möglich. Vereinzelte Radler hatten den Nimbus von Harakiri-Piloten. Doch Bürgermeister Bloomberg ließ in den vergangenen fünf Jahren mehr als 500 Kilometer Fahrradwege anlegen. Parkstreifen entlang des Hudson und des East River machen das Radeln dort zum Freiluftvergnügen."

Quelle: stern.de

Damit es auch ganz einfach funktioniert:
Quelle: Citi Bike App

Donnerstag, 1. Juli 2010

Paris - Siegen 0:1



















Jetzt jammere ich schon über 3 Jahre lang über die Rücksichtslosigkeit der Siegener Autofahrer den gebeutelten und verschmähten Radfahrern gegenüber. Durch Zufall bin heute über ein Video im Blog http://radlustfrust.blogspot.com/ gestolpert. Dort hat ein franz. Radfahrer seine Erlebnisse im Verkehrswahnsinn von Paris ein Jahr lang mit einer Onboardkamera aufgezeichnet und zu einem kleinen Film zusammengeschnitten. Dabei nutzt der Radfahrer sogar meist die angelegten Radverkehrsanlagen, was seine Überlebenschance aber nicht deutlich verbessert.

Das Video zeigt in 8 Minuten die fortwährende Bedrohung eines Radfahrers im Pariser Straßenverkehr. Bei mir löste es anschließend einen nicht mehr enden wollenden Dank aus, doch in Siegen Fahrrad fahren zu dürfen. ABER Ihr lieben motorisierten Verkehrsteilnehmer im Siegerland, damit will ich Euch keinen Persilschein für Euer oft verachtendes Verhalten mir gegenüber ausstellen. Vielmehr soll dies ein Appell sein, Eurer manchmal rücksichtsloses und gedankenloses Verhalten den schwächeren Verkehrsteilnehmern gegenüber zu überdenken. Denn wer will schon PARISER-Verhältnisse bei uns auf der Straße.

Angles Mort

Freitag, 20. März 2009

PBIC - Pedestrian and Bicycle Information Center


















Wenn jemand nachlesen möchte, welche Projekte in anderen Ländern zur Verbesserung des Langsamverkehrs angestoßen werden, habe ich dazu eine Info über diese Maßnahmen aus den USA und Kanada gefunden:

"USA/Kanada: Praxisbeispiele aus Nordamerika

Das Pedestrian and Bicycle Information Center (PBIC) stellt in einer Veröffentlichung verschiedene Praxisbeispiele aus den Bereichen Fuß- und Radverkehr vor

Das PBIC Case Studies Compendium ist eine über 200-seitige Sammlung von Fallstudien und Best-Practice-Beispielen zu Fahrrad- und Fußgängerprojekten in verschiedenen Bundesstaaten der USA. Hinzu kommen einige Beispiele aus Kanada. Die Zusammenstellung wird regelmäßig erneuert und auf den Internetseiten www.walkinginfo.org und www.bicyclinginfo.org zum freien Download bereitgestellt."

Dokument:
http://drusilla.hsrc.unc.edu/cms/downloads/pbic_case_study_compendium.pdf

Montag, 2. März 2009

Die "USA" maschiert am 2.März in Washington ein ...


















"Ein Bündnis aus 50 US-amerikanischen Organisationen die sich für saubere Energie einsetzen, ruft am Montag zum Anti-Kohle-Marsch auf Washington auf. Mit einer Massen-Demonstration zivilen Ungehorsams wollen Tausende das Kohle befeuerte Capitol-Kraftwerk des amerikanischen Kongresses besetzen - und im Sonntagsanzug ein Zeichen setzen für eine erstarkende Bewegung gegen Kohlekraft.


Das in der Nähe des Capitol-Gebäude betriebene Kraftwerk hat fast 100 Jahre auf dem Buckel und ist damit geradezu eine Antiquität. Teils mit Erdgas und teils mit Kohle befeuert, versorgt es die Regierungs-Gebäude der Weltmacht USA mit - historischer - Wärme. Elektrizität liefert es bereits seit 1952 nicht mehr, dazu ist es viel zu alt und ineffizient.


Das "Capitol Hill Power Plant" zählt zu den größten Kohlendioxid-Emittenden im Staat der US-Hauptstadt Washington. Und wird deshalb zum Ziel der Klimaschützer: "Das Kraftwerk ist nur eines von vielen. Unser Ziel ist deshalb auch nicht, die Anlage lahmzulegen", sagt Autor und Aktivist Bill McKibben. "Aber es ist ein guter symbolischer Startpunkt, um die Diskussion um Kohle anzufeuern".

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"Organisiert wird der Protest über die Kampagnenseite, das Online-Netzwerk Facebook oder andere digitale Kanäle wie Twitter. Kommunikationswege, die auch US-Präsident Barrack Obama im Wahlkampf genutzt hat, um im großen Stil zu mobilisieren. "Wir wollen sicherstellen, dass unser neuer Präsident und der neue Kongress in diesem Jahr auf eine Politik setzen, die nicht nur für eine drastische Reduktion der Treibhausgas-Emissionen sorgt, sondern auch Millioen grüner Jobs schaffen wird", sagt Brianna Cayo Cotter aus dem Organisatorenteam gegenüber der Washington Post.""

Fortsetzung unter ...

Quelle:
http://www.wir-klimaretter.de/content/view/2484/256/

Original-Kampagnenseite:
http://www.capitolclimateaction.org

Make history March 2, 2009 in Washington, D.C.

Montag, 15. Dezember 2008

Stockholm - ein nachahmenswertes Beispiel














Bildquelle:
http://www.swedenvisitor.com/swedenvisitor/upload/images/vacation_package/scb-02/riddarholmen_stockholm_swedish_travel_and_tourism_council%C2%A9r_ryan.jpg


Quelle: http://www.nationaler-radverkehrsplan.de/neuigkeiten/news.php?id=2425

Seit 2004 läuft in der schwedischen Hauptstadt das Projekt "Stockholm Mobility". Zweck des Projektes ist es, den Einwohnern eine preiswerte, leistungsfähige und einfache Mobilität zu ermöglichen - bei gleichzeitiger Verbesserung der städtischen Lebensbedingungen.

Teil dieses Projektes wurde der 2006 begonnene Radfahrer-Test. Der Test richtete sich an Firmen in der Region und bot Hilfe beim Umstieg der dort Beschäftigten vom Auto auf das Fahrrad im Berufsverkehr an. Die Evaluation sollte zeigen, welchen Einfluss der Radfahrer-Test auf die Änderung des Mobilitätsverhaltens sowie auf Umwelt und Gesundheit hatte.

Durchführung:

Das Radfahrer-Test-Projekt wurde 2006 durchgeführt und hatte über 600 Teilnehmer.

Wie wurde ausgewertet:

Die Teilnehmer mussten vor dem Projekt einen Fragebogen ausfüllen.

Die Teilnehmer mussten während des Projektes wöchentlich einen Fragebogen ausfüllen.

Die Teilnehmer mussten vor dem Start und nach Ende des Projektes an einer Gesundheits-Untersuchung teilnehmen.

Die Ergebnisse des Radfahrer-Tests waren sehr positiv. Daran teilnehmende ehemalige Autofahrer stießen dabei - bei einer Rad-Kilometerleistung von 15 bis 30 km wöchentlich - im Schnitt 40 Kilogramm CO2 weniger aus und verloren außerdem rund 1 Kilogramm ihres Körpergewichts. Außerdem sparten sie pro Woche rund 160 Kronen (ca. 15 Euro).

Fazit:

Bei der Durchführung und Auswertung des Projekt wurde unter anderem festgestellt:

Viele Autofahrer nahmen am Test teil, um mehr über die ökonomischem Vorteile des Umstiegs zu erfahren (mehr Geld im Portemonnaie), aber auch über den Gesundheits-Gewinn, wenn vom Auto auf das Rad umgestiegen wird.

Mehr als die Hälfte der Autofahrer nannte als das wichtigstes Argument für einen Umstieg vom Auto auf das Fahrrad gesundheitsverbessernde Aspekte.

Der angebotene Gesundheits-Check war wichtigster Motivationsfaktor für eine Teilnahme an der Studie.

Im Durchschnitt verbesserten die Test-Teilnehmer ihre Fitness-Werte, waren weniger krank, sparten Geld und produzierten außerdem weniger CO2.

Eine gut koordinierte Projekt-Planung, bei der die Auswertung der erhobenen Daten schon frühzeitig einen hohen Stellenwert einnimmt, trägt maßgeblich zu einem erfolgreichen Studien-Projekt teil.

Mittwoch, 5. November 2008

YES YOU CAN














In Anlehnung an DEN politischen Slogan, der den Großteil einer ganzen Nation dazu bewegt hat, an den Neubeginn der innen- und außenpolitischen Wahrnehmung eines Landes zu glauben, möchte ich dieses Motto, ein wenig abgewandelt an alle Nochnichtradfahrer/innen in unserem schönen Siegerland richten... ;-)












CHANGE ... YES YOU CAN !!!

Mittwoch, 15. Oktober 2008

"Death Road" - Es kann nur eine geben ...

... und zwar die "Yungas-Road" in Bolivien.














Bis heute habe ich geglaubt in der Ortschaft Si-Eiserfeld täglich auf der "Death Road" unterwegs zu sein, weit gefehlt. In Bolivien gibt es DIE "Death Road", die diesen unrühmlichen Namen wirklich verdient. Einer Schätzung zu folge sterben auf dieser Bergstraße jährlich 200 bis 300 Menschen, unter anderem viele Radfahrer.

Quelle web.de:

"Die "Yungas Road" in Bolivien, von den Einwohnern "El Camino de la Muerte" genannt, gilt als die gefährlichste Straße der Welt. Obwohl sie bereits Tausende das Leben gekostet hat, jagen Jahr für Jahr Adrenalinjunkies, Mountainbiker und Touristen die berüchtigte Andenstraße hinunter - mit dem Tod als ständigem Begleiter."


















"Denn Leitplanken sind Fehlanzeige, unmittelbar am Straßenrand fallen Steilwände bis zu 500 Meter tief ab. Vor allem im Winter und bei Regen ist die Lehmstraße – trotz Einspurigkeit wird sie in beiden Richtungen befahren - hochgefährlich, da sie rutschig und somit unberechenbar wird. Wer hier abstürzt, gilt als verloren. Eine Bergung ist angesichts der widrigen Umstände meist unmöglich."












"Der schlimmste Unfall geschah am 24. Juli 1983: Carlos Pizarroso Inde rutschte mit seinem Bus über den Straßenrand und stürzte einige hundert Meter tief in den Abgrund. Keiner der hundert Businsassen überlebte. 2003 kamen 31 Musiker bei einem ähnlichen Unfall ums Leben, 16 überlebten wie durch ein Wunder den Sturz in 200 Meter Tiefe. Die Stelle, an der das Unglück geschah, hat sogar einen Spitznamen: 'Central Sacrament'."















Das nachfolgende Video zeigt einen Reiseanbieter, der die Gefahr so gut es geht zu bannen versucht.



http://www.youtube.com/watch?v=MtUaherTC50

... noch ein Eindruck




http://www.youtube.com/watch?v=CS7rM9GIceY

Wir sehen uns ... nicht in Bolivien, oder doch !!!

Montag, 13. Oktober 2008

Jeder Deutsche emittiert knapp 10 Tonnen CO2















Im Vergleich zu den Bewohnern in den USA mit 19,6 Tonnen pro Einwohner scheint dies ein relativ geringer Wert zu sein. In China liegt dieser Wert noch bei 3,9 Tonnen pro Person. Man traut es sich kaum vorzustellen, was mit unserem Klima passieren würde, wenn die Chinesen bereits heute unsere CO2 Menge emittierten.

Die Chinesen und die US-Amerikaner sind bereist heute für 40 Prozent des weltweiten Kohlendioxid-Ausstoßes verantwortlich.












Gemessen daran verliert man langsam die Hoffnung das Rad rückwärts drehen zu können. Aber ich denke, dass wäre ein noch größerer Fehler. Wir müssen weiterhin mit unserem Handeln Zeichen setzen. Ohne Visionen und den scheinbar verlorenen Kampf gegen Windmühlen gäbe es heute keine ständig wachsende Industriesparte, die sich mit erneuerbaren Energieformen beschäftigt.

Wir als Radfahrer sind in der glücklichen Lage auf keine Inovation warten zu müssen. Wir können bereits heute einen kleinen Anteil zur Verbesserung der eigenen Klimabilanz leisten.

Quelle: http://www.wir-klimaretter.de/index.php?option=com_content&task=view&id=1650&Itemid=70

Mittwoch, 1. Oktober 2008

Eindeutiger Unterschied ....

(Fortsetzung zu: Ja wo fahren sie denn ...)

Kopenhagen:


Siegen:













Während in Kopenhagen fast ausschließlich Fahrradfahrer/innen auf der mehrspurigen Innenstadtstraße zu erkennen sind, haben in Siegen die Autofahrer/innen die absolute Überhand.
Es liegt übrigens nicht an dem schlechten Wetter auf dem Siegener Bild, denn bei Sonnenschein sieht es dort leider nicht anders aus. Wer traut sich als Radfahrer schon auf diesen innerstädtischen Straßen in Siegen unterwegs zu sein. Die Siegener Verkehrspolitik geht auf ... zu 100%.

Wir sehen uns ... irgendwo, nur nicht dort !!!

Ja wo fahren sie denn ...














Wie eine aktuelle Umfrage des Zentrums für Gesundheit der Deutschen Sporthochschule Köln im Rahmen des Nationalen Radverkehrsplans (NRVP) des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung (BMVBS) in Dänemark, den Niederlanden und Deutschland zeigt, fahren 45 Prozent der Deutschen regelmäßig Fahrrad, d. h. mindestens dreimal pro Woche.

Es müssen demnach Orte existieren, in denen man mit dem Rad sogar ins Bett geht, denn auf Siegen trifft diese Umfrage absolut nicht zu.














Aber die Stadtväter von Siegen haben auch nicht die gleichen Interessen wie die z.B. diejenigen in Kopenhagen. Denn dort möchte man mit einer Investition von 33 Millionen Euro bis 2015 die weltbeste Fahrradstadt werden. Kreuzungen sollen in Punkto Sicherheit für den Radverkehr umgestaltet werden. Man will mehr und breitere Radwege schaffen. Der Ausbau von grünen Radrouten und die Begrünung des innerstädtischen Radverkehrsnetzes soll forciert werden. HALLO SIEGEN, das möchte ich auch bei uns !!!!
Paris will bis 2020 den Radverkehrsanteil um 400% erhöhen, den Autoverkehr um 40% und die CO2 -Abgase im Straßenverkehr um 25%reduzieren.

In Kopenhagen will man bis 2015 mindestens 50% der Bevölkerung dazu bewegen, ihre Wege zur Arbeit oder Ausbildung mit dem Rad zurückzulegen. Außerdem soll die Zahl der jährlich getöteten Radfahrer halbiert werden. Neben Kopenhagen haben auch Paris und London die Zeichen der Zeit und das Potenzial des Fahrrades für den städtischen Verkehr erkannt. Ihre Konzepte sollten auch den Verantwortlichen in deutschen Großstädten Mut machen das Fahrradpotential offensiver zu nutzen. Aufgepasst Siegen: Bei weniger als 100.000 Einwohner ist man keine Großstadt mehr.














Die Attraktivität einer Stadt lässt sich nicht alleine an der Anzahl Parkplätze in der Stadtmitte messen. Zum Wohlfühlen gehört auch die Ausgewogenheit und die Zukunftsorientierung der angeboten Verkehrsmöglichkeiten. Lärm, Gestank, komplett zuasphaltierte Innenstädte gehören meiner Ansicht nach nicht dazu. Ein größeres Augenmerk auf die Sicherheit und den Ausbau des Langsamverkehr wäre ein Anfang ... auch für Siegen.

Wir sehen uns !!!

Mittwoch, 24. September 2008

Mehr Radfahrer machen Radfahren sicherer














Quelle: http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/295753.html

Australische Forscher kommen paradoxem Effekt auf die Spur.

Je mehr Radfahrer unterwegs sind, desto geringer ist die Gefahr für jeden einzelnen, zu verunglücken. Das berichtete die Psychologin Julie Hatfield von der University of New South Wales auf einer Tagung in Sydney. Hatfield führt dieses Phänomen darauf zurück, dass die Autofahrer besser aufpassen, wenn die Zahl von Fahrrädern im Straßenverkehr zunimmt.

"Es ist das Gegenteil von einem Teufelskreis, sozusagen ein Engelskreis", sagte die Forscherin: "Die Wahrscheinlichkeit, dass ein einzelner Radfahrer mit einem Motorfahrzeug zusammenstößt, sinkt mit zunehmender Zahl von Radfahrern in einer Gemeinde. Und wenn das Radfahren als sicherer wahrgenommen wird, sind mehr Menschen bereit, aufs Fahrrad umzusteigen."

Experten analysierten Daten aus 16 europäischen Ländern, Australien und mehreren Städten in Kalifornien. Die Studien zeigen: Wenn sich die Zahl der Radfahrer in einer Stadt verdoppelt, sinkt die Unfallwahrscheinlichkeit jedes einzelnen Radfahrers um ein Drittel. Ob Fahrradwege vorhanden sind oder besonders fahrradfreundliche Verkehrsregeln, etwa ein Tempolimit für Autos, gelten, spielt dabei keine Rolle, stellten die Forscher fest.













"Anscheinend passen die Autofahrer ihr Verhalten an, wenn mehr Radler unterwegs sind: Sie rechnen eher damit, dass sie auf Radfahrer Rücksicht nehmen müssen", sagte Chris Rissel von der Sydney University, der an einer australischen Studie beteiligt war. Der Forscher vermutet auch, dass die Autofahrer rücksichtsvoller und verständnisvoller werden, wenn sie selbst ab und zu Rad fahren. Das Phänomen, so hieß es in Sydney, gilt wahrscheinlich auch für Fußgänger allerdings gibt es dazu keine gesicherten Daten."

P.S.:
...aber auch nicht an jedem Unfall trägt ein anderer die Schuld:

Mittwoch, 3. September 2008

Wir haben keinen Platz für Radwege

O-Ton eines Siegener Radverkehrbeauftragten: "....bei uns ist es einfach zu eng für zusätzliche Radwege...". Solange die örtliche Verkehrspolitik zu 100% nur den Interessen der Autofahrer geschuldet ist, wird sich die Situation in Siegen leider nie ändern. Man kann Siegen nicht immer in den direkten Vergleich zu Städten mit einer längeren Radfahrhistorie stellen. Aber das Gefühl, dass bei uns einfach gar nichts passiert ist schon recht frustrierend. Vielen in der Freizeit Radfahrinteressierten ist es im morgendlichen Berufsverkehr mit dem Rad schlichtweg zu gefährlich. Daher wird sich die Quote der Radfahrer/innen am Gesamtverkehr in Siegen nicht grundlegend ändern.

In anderen Städten ist es noch enger und es klappt trotzdem mit dem Radwegbau:

Beispiel Ferrara bei Bologna:

















Köln:
"Seit September 2007 stellt die Stadt Köln im Internet einen Newsticker zum Radverkehr bereit. Unter www.stadt-koeln.de/verkehr/radverkehr/ können aktuelle Meldungen zum Kölner Radverkehr abgerufen werden. In den letzten 11 Monaten wurden über 50 Meldungen zu abgeschlossenen und laufenden Projekten frei geschaltet. Der Fahrradbeauftragte berichtet zum Beispiel über die Aufstellung von Fahrradabstellanlagen, neu eingerichtete Freizeitrouten, geöffnete Einbahnstraßen oder Termine, die für Radfahrerinnen und Radfahrer interessant sein könnten."

"Fahrrad fahren in Köln liegt voll im Trend. Das Fahrrad hat sich im Stadtgebiet schon heute einen wichtigen Platz zurück erobert. Es gibt, soweit die Statistik dies überhaupt erfassen kann 1 Millionen Fahrräder in Köln, und es werden täglich mehr. Der Anteil von Radfahrerinnen und Radfahrern am Gesamtverkehr beträgt inzwischen 16 Prozent.
2.000 Kilometer Radwegenetz, davon über 800 Kilometer baulich gestaltet, und über 400 in Gegenrichtung für Radfahrerinnen und Radfahrer geöffnete Einbahnstraßen, sollen Sie animieren, umzusteigen und Köln mit Ihrem Fahrrad neu zu entdecken..."

Weitere Infos zu dem Kölner Radverkehr unter:
http://www.stadt-koeln.de/verkehr/radverkehr/index.html

Man sieht sich ... vielleicht nur nicht in Siegen ...

Mittwoch, 20. August 2008

Unterführungen für Radfahrer im Vergleich

Ein Beispiel aus Lund in Schweden:

Präsentation Radfahren in Lund - "City of Ideas"
PDF-Datei 7MB












...und ein bereits bekanntes Beispiel in Siegen-Eiserfeld:


















Beim "Fahrradklimatest" 1991 der Zeitschrift "Radfahren" in 208 Städten landet Siegen unter 46 "kleinen Großstädten" (100-200 000 EW) mit der Note 5,08 hinter Solingen auf dem vorletzten Platz.

Bei dem vom ADFC Bamberg im Jahr 2003 durchgeführten ""Fahrradklimatest" fuhr Siegen aber immerhin schon die Note 4,56 ein. Falls sich dieser Trend fortsetzt, kann Siegen in knapp 90 Jahren mit der Fahrradstadt Münster gleichziehen. Das setzt jedoch voraus, dass in Münster ab dem heutigen Tage alle weiteren Bemühungen im Bereich der Fahrrad-Infrastruktur komplett eingefroren werden.

Dienstag, 12. August 2008

Nachbarland Österreich: Kilometergeld fürs Radfahren !?







VCÖ: Österreichs Radfahrer sparten heuer 125 Millionen Euro an Spritkosten!
http://www.vcö.at/start.asp?ID=4158&b=92

"Immer mehr Autofahrer steigen bei kurzen Strecken auf das Fahrrad um. Eine aktuelle VCÖ-Untersuchung zeigt, dass die Österreicher heuer bereits rund 1,14 Milliarden Kilometer im Alltag Radgefahren sind. Dadurch haben sie sich Spritkosten in der Höhe von 125 Millionen Euro erspart. Der VCÖ weist darauf hin, dass durch bessere Bedingungen für das Radfahren noch mehr Autofahrer umsteigen würden. Immerhin ist fast jede zweite Autofahrt kürzer als fünf Kilometer. Der VCÖ fordert bessere Bedingungen zum Radfahren.

Spritsparen durch Radfahren. Das ist das Motto von immer mehr Österreicherinnen und Österreicher. Eine aktuelle VCÖ-Untersuchung zeigt, dass heuer im Alltag bereits rund 1,14 Milliarden Kilometer Rad gefahren wurde - um rund 160 Millionen Kilometer mehr als zur gleichen Zeit des Vorjahres. Der VCÖ weist darauf hin, dass sich die Österreicher durch das Alltagsradeln Spritkosten von rund 125 Millionen Euro erspart haben.

Die höheren Spritpreise motivieren viele, es auszuprobieren, etwa mit dem Rad in die Arbeit zu fahren. Viele entdecken dabei ihre Liebe zum Fahrrad als schnelles und ideales Verkehrsmittel für kurze Strecken“, stellt VCÖ-Experte DI Martin Blum fest. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass vier von zehn Befragten wegen der Teuerung häufiger mit dem Fahrrad fahren. Eine im Mai und Juni unter 2.000 Radfahrerinnen und Radfahrern durchgeführte VCÖ-Umfrage bestätigt dieses Ergebnis: Bei der VCÖ-Umfrage gaben 45 Prozent an, dass sie wegen der Spritpreise häufiger mit dem Fahrrad fahren.

Bei besseren Bedingungen für das Radfahren würden noch deutlich mehr vom Auto auf das Fahrrad umsteigen. Der VCÖ weist darauf hin, dass in der Stadt Salzburg rund 20 Prozent der Alltagswege geradelt werden, Österreichweit hingegen nur rund sechs bis sieben Prozent. Etwa 50 Prozent der Autofahrten sind kürzer als fünf Kilometer. „Unternehmen können ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen, etwa durch ausreichend Parkplätze oder durch Duschen in der Arbeit, betont VCÖ-Experte Blum.

Die Politik ist gefordert, im Ortsgebiet durch verkehrsberuhigte Zonen, die Öffnung von Einbahnen und Radfahrstreifen auf der Fahrbahn das Radfahren sicherer und attraktiver zu machen. Entlang von Freilandstraßen fordert der VCÖ mehr Radwege. „Ein wirksames Antiteuerungspaket heißt im Verkehrsbereich, die Abhängigkeit vom Erdöl zu verringern. Das Zeitalter des hohen Ölpreises hat erst begonnen. Umso mehr ist es die Aufgabe der Politik mehr für die Alternativen wie Radfahren und Öffentliche Verkehrsmittel zu tun, stellt VCÖ-Experte Blum fest."

http://www.nationaler-radverkehrsplan.de/neuigkeiten/news.php?id=2283

"Der VCÖ betont, dass umweltbewusste Menschen, die kurze Dienstfahrten mit dem Rad zurücklegen gegenüber dem Auto mehrfach benachteiligt werden: Das Kilometergeld fürs Radfahren wurde seit der Euro-Einführung um keinen einzigen Cent erhöht, obwohl die Verbraucherpreise seither um rund zwölf Prozent gestiegen sind. Gleichzeitig wurde das Pkw-Kilometergeld um 18 Prozent erhöht. „Und das Pkw-Kilometergeld beträgt ab dem ersten Kilometer 0,42 Euro und ist damit bei Strecken bis fünf Kilometer um 80 Prozent höher als jenes fürs Radfahren, weist VCÖ-Experte Blum auf eine weitere Ungerechtigkeit hin.

Dabei wird das Fahrrad vor allem auf kurzen Strecken als schnelle und umweltfreundliche Alternative genutzt. Wer in der Stadt mit dem Fahrrad statt mit dem Auto fährt, erspart der Gesellschaft Kosten von rund 40 Cent pro Kilometer. „Radfahren verursacht keine Staus und keine Abgase. Jeder Autofahrer, der auf das Rad umsteigt, entlastet die Straßen und verbessert die Luftqualität. Deshalb sollte das Fahrrad-Kilometergeld ab dem ersten Kilometer 0,46 Euro betragen, betont VCÖ-Experte Blum. Die vom VCÖ geforderte Erhöhung des Radfahr-Kilometergeldes steht im Einklang mit dem Ziel der Bundesregierung: Diese möchte, dass bis zum Jahr 2015 in Österreich doppelt so viel Rad gefahren wird wie heute.

VCÖ-Kritik: Radfahr-Kilometergeld seit Euro-Einführung nicht mehr erhöht!
Pkw-Kilometergeld:
0,42 Euro (plus 18 Prozent seit 1.1. 2002)

Fahrrad-Kilometergeld:
0,235 Euro für 1. bis 5. Kilometer
0,465 Euro ab dem 6. Kilometer

VCÖ-Forderung: Fahrrad-Kilometergeld ab dem 1. Kilometer von 0,465 Euro"

...wer noch etwas mehr über die Aktivitäten des VCÖ in unserem Nachbarland Österreich erfahren möchte, kann dies mit einem Blick in das Magazin des Clubs für Mobilität tun.

http://www.vcoe.at/images/doku/Magazin-2008-03.pdf

Donnerstag, 31. Juli 2008

Kopenhagen investiert 250 Millionen Kronen in die Sicherheit des Radverkehrs

http://www.nationaler-radverkehrsplan.de/neuigkeiten/news.php?id=2269

"Um die Verkehrssicherheit des Radverkehrs bis zum Jahr 2015 deutlich zu verbessern, investiert Kopenhagen 250 Millionen Dänische Kronen (33 Millionen Euro). Kopenhagen verfolgt die Vision, bis 2015 die weltbeste Stadt für Fahrräder zu werden.


Quelle:

Stadt Kopenhagen (www3.kk.dk) am 27.07.2008


Damit sich im Jahr 2015 mindestens 80 Prozent der Kopenhagener Radfahrer im Straßenverkehr sicher fühlen, investiert die Kommune Kopenhagen etwa 250 Millionen DKK (33 Millionen Euro) in die Verbesserung der Bedingungen für Radfahrer.

Der Großteil der Gelder geht in Kreuzungsumgestaltungen, mehr und breitere Radwege und den Ausbau der grünen Fahrradrouten, des städtischen Radverkehrsnetzes durch Grünanlagen. Kopenhagen verfolgt das Ziel, dass im Jahr 2015 mindestens 50 Prozent aller Wege zur Arbeit oder Ausbildung in Kopenhagen mit dem Fahrrad zurückgelegt werden, außerdem soll die Zahl der jährlich getöteten Radfahrer halbiert werden.

Kopenhagen verfolgt die Vision, bis 2015 zur weltbesten Stadt für Fahrräder zu werden. Bestandteil der Vision ist es auch, Kopenhagen bis 2015 als die Stadt mit der besten städtischen Umwelt auf der Welt bekannt zu machen."

Wir in Siegen würden uns ja bereits über den Bruchteil diese Betrages freuen, der bei uns vor Ort in die Sicherheit und in den Ausbau der Radwege fließen würde. Tja, aber Siegen will ja schließlich auch nicht als die Stadt mit der besten städtischen Umwelt auf der Welt bekannt werden. Was hat Siegen denn vor? Gibt es denn auch einen Preis für die Stadt mit den schlechtestes Bedingungen für Fahrradfahrer und mit den geringsten Bemühungen dies jemals zu ändern???

Es geht auch anders, man muss nur damit beginnen:
http://www.copenhagencyclechic.com/ und http://www.copenhagenize.com/
...sind immer ein Blick wert, um ein wenig neidisch zu werden.

Wir sehen uns !!!

Montag, 21. Juli 2008

Vernachlässigte Radwegemarkierung - symptomatisch für vieles in Siegen

Kopenhagen zeigt wie es sein könnte:














In Kopenhagen macht man sich Gedanken über großzügige Sicherheitszonen für Radfahrer und in Siegen fehlt ein Eimerchen Farbe für die Instandsetzung der wenigen überhaupt existierenden Radwegemarkierungen. Dies wäre ein Sicherheitsgewinn für kreuzende Radfahrer/innen.

Siegen, eine Provinz für die Sicherheit im Radverkehr.















Siegen - Heeserstraße in Richtung Tiergartenstraße
"..eine sich ins Nichts auflösende Radwegmarkierung"

Dieses hartnäckige Wegschauen der Behörden hat, wenn es um die Interessen von Radfahrer geht, schon eine gewisse Gesetzmäßigkeit. (siehe Post über die sogenannte Fahrradschutzzone in Siegen-Eiserfeld).

Warum investiert man in Siegen so wenig in den Ausbau und in die Sicherheit von Radfahrer/innen? Es wird endlich Zeit, dass auch in Siegen ein Ruck durch die Köpfe der Verantwortlichen geht, um auch bei uns in Siegen den Trend hin zu einer fahrradfreundlichen Stadt zu starten.

In anderen Städten ist man auf diesem Wege schon einen großen Schritt weiter.

http://www.fahrradfreundlich.nrw.de

Wir sehen uns !!!