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Freitag, 10. Mai 2013

Das Murmeltier hat "Brückentag"

Wer heute zur Arbeit fährt, hat den Brückentag nach Christi Himmelfahrt nicht eingeplant. Nicht schlimm, denn zum Glück haben heute viele Schulen, unter anderem auch die Siegener Berufsschule geschlossen. 
Dieser glücklich Umstand sorgte für eine geradezu entspannende Fahrradtour zur Arbeit.
Mit der aufgehenden Sonne vor Augen macht die Fahrt sogar doppelt Spaß.

Die "Fahrradstraße" am 10.06.2013 um 7:20Uhr:
 
Das "Nadelöhr" von gestern zur gleichen Zeit:
 

Mittwoch, 8. Mai 2013

Und täglich grüßt das Murmeltier


 
Wir befinden uns nicht in Punxsutawney (Pennsylvania) und warten auch nicht auf den Murmeltiertag (Groundhog Day). Vielmehr findet an der nachfolgenden Zufahrt der alltägliche Wahnsinn statt, wenn  morgens zwischen 7:00Uhr und 7:45Uhr der Kampf von genau x Berufsschüler um x-1 Parkplätze ausgetragen wird. Der Parkplatz ist kostenpflichtig und per Schranke geregelt. Nach dieser Schranke heißt die eigentliche Zufahrt zu den Parkplätzen putziger weise „Fahrradstraße“. Keine Ahnung warum. Denn hier handelt es sich keineswegs um eine sichere Zone für Fahrradfahrer. Vielmehr haben die Parkplatzsuchenden die Schranke endlich überwunden und suchen mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch, auf dieser düsteren Fläche unterhalb der HTS, nach einem der begehrten freien Parkplätze. Dabei, wie sollte es anders sein, werden auf entgegenkommende Fahrradfahrer, obwohl es hier um eine Fahrradstraße handelt, keine Rücksicht genommen. Immerhin hat man vor der Schranke schon viel zu viel Zeit verloren, da zählt jetzt jede Sekunde. Aber nochmals ein Schritt zurück vor die Schranke. 
Von der „Freudenberger Straße“ abbiegend in die Straße „An der Unterführung“ beginnt der tägliche Murmeltierstau Richtung Schranke und damit Richtung Parkplatz. Bereits nach 100 Meter engt ein Nadelöhr (siehe Markierung) die Fahrspur auf eine Wagenbreite ein. Hier könnten, besser gesagt hier müssten die Berufsschüler eigentlich vor der Verengung warten, denn das Hindernis befindet sich auf der Seite der Parkplatzsuchenden. Pustekuchen. „Mir san mir“. Ohne Rücksicht auf den stattfindenden  Gegenverkehr wird jetzt erst einmal alles mehr oder weniger dicht gemacht. Da an dieser Stelle auch der Radverkehr entgegenkommend in Siegen kanalisiert eintrifft, gibt es an dieser 30m langen Passage täglich dieses unnötige, aber vermeidbare Aufeinandertreffen. Da weiterfolgend Richtung „Freudenberger Straße“ (K10) auch die unmotorisierten Berufsschüler die Straßenseite wechseln, und das zu 50% nicht an dem vorgesehenen Zebrastreifen, muss auch an dieser Stelle mal wieder der Radfahren die Verantwortung übernehmen und für die lerngestresste Bildungsjugend das Aufpassen übernehmen.
 
Die Autos könnten ohne einen freien Parkplatz zu riskieren vor der Verengung warten. Das ist in all den Jahren meiner Radfahrt zur Arbeit aber noch kein einziges Mal vorgekommen. Falls ich an dieser Stelle doch mal freie Fahrt haben sollte, ist dies ein sicheres Zeichen für die angebrochene Ferienzeit.
 

Mittwoch, 2. März 2011

Radwege in einem lebensgefährlichen Zustand

Für die Autofahrer stellen die momentanen Straßenzustände schon ein großes Ärgernis dar. Für die Zweiradfahrer hingegen, motorisiert oder nicht, bedeuten manche Passagen eine echte Gefahr. Gerade im Straßenrandbereich reichen sich Schlaglöcher und großflächig gebrochene Teerdecken die Hand. Die Markierungen von Radwegen oder Straßenübergängen werden in Siegen schon seit Jahren nicht ausgebessert und weisen sehr deutlich auf die Bedeutungslosigkeit von Fahrradfahrer im Siegener Straßenverkehr hin.

Installierte Anlaufadresse der Stadt Siegen für den Radverkehr:


„Die Förderung des Radverkehrs ist eine wichtige Aufgabe innerhalb der Verkehrsplanung der Stadt Siegen. Die Bedeutung des Fahrrades als alltägliches Verkehrsmittel ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Die Stadt Siegen bietet gute Voraussetzungen für den Radverkehr im Alltag und in der Freizeit.

Auch den Komfort und die Sicherheit der Radwege hat unser Fahrradbeauftragte stets im Blick. So werden beispielsweise Bordsteine abgesenkt, Markierungen aufgefrischt oder neu aufgetragen, Oberflächen von Radwegen erneuert und - wo es erforderlich ist - rot eingefärbt.“

Für Anfragen und Hinweise steht seit Urgedenken Herr Siebel zur Verfügung. Gegen eine Mailadresse hat er sich scheinbar intensiver gewehrt als seine Schaffenskraft in die oben versprochenen Ver- und Ausbesserung der Siegener Radwege zu investieren. Danke !!!

Herr W. Siebel - Raum: 414
Fahrradbeauftragter, Straßen- und Wegerechtsangelegenheiten
Arbeitsgruppe 7/1-2 Verkehr

Arbeitsgruppe 7/1-2 Verkehr
Rathaus Geisweid
Lindenplatz 7
57078 Siegen
Telefon: (0271) 404-3417
Telefax: (0271) 404-3233

Donnerstag, 1. Juli 2010

Paris - Siegen 0:1



















Jetzt jammere ich schon über 3 Jahre lang über die Rücksichtslosigkeit der Siegener Autofahrer den gebeutelten und verschmähten Radfahrern gegenüber. Durch Zufall bin heute über ein Video im Blog http://radlustfrust.blogspot.com/ gestolpert. Dort hat ein franz. Radfahrer seine Erlebnisse im Verkehrswahnsinn von Paris ein Jahr lang mit einer Onboardkamera aufgezeichnet und zu einem kleinen Film zusammengeschnitten. Dabei nutzt der Radfahrer sogar meist die angelegten Radverkehrsanlagen, was seine Überlebenschance aber nicht deutlich verbessert.

Das Video zeigt in 8 Minuten die fortwährende Bedrohung eines Radfahrers im Pariser Straßenverkehr. Bei mir löste es anschließend einen nicht mehr enden wollenden Dank aus, doch in Siegen Fahrrad fahren zu dürfen. ABER Ihr lieben motorisierten Verkehrsteilnehmer im Siegerland, damit will ich Euch keinen Persilschein für Euer oft verachtendes Verhalten mir gegenüber ausstellen. Vielmehr soll dies ein Appell sein, Eurer manchmal rücksichtsloses und gedankenloses Verhalten den schwächeren Verkehrsteilnehmern gegenüber zu überdenken. Denn wer will schon PARISER-Verhältnisse bei uns auf der Straße.

Angles Mort

Mittwoch, 16. Juni 2010

Dresden – Siegen 1:0










Ich war kürzlich in Dresden. Während des Stadtbummels ist mir so ganz nebenbei noch etwas aufgefallen: In der gesamten Innenstadt, in den Fußgängerstraßen, auf allen Plätzen rund um den Zwinger, die Semperoper, die Frauenkirche (incl. Pragerstraße – DIE Einkaufs- und Shoppingallee Dresdens) gibt es keine Verbotsschilder für Fahrradfahrer. Fußgänger und Radfahrer teilen sich eine gemeinsame autofreie Zone (Langsamverkehr) und kommen prächtig, ganz ohne Reglementierung miteinander aus.

Dagegen wird in Siegen jede aufkommende Pflanze eines umweltfreundlichen Fortbewegungsmittels mit Verboten torpediert. Fast der komplette autofreie Bereich in der Siegener Unterstadt ist per Verbotsschilder auch fahrradfrei. Auch auf der Anbindung zur Oberstadt ist das Fahrradfahren strengsten untersagt. „Siegen pulsiert“ ... toll Herr Bürgermeister Mues, genauso habe ich mir das nicht vorgestellt.


Gruß

Einer, der in Siegen vom Verkehr „bedrohten“ und „ausgeschlossenen“ Fahrradfahrer

Freitag, 3. April 2009

Der größte Feind des Radfahrer ...













...ist der Radfahrer !? Immer häufiger muss ich erleben, dass die geschundene Spezies der Radfahrer sich durch unerlaubte Aktionen selbst in die Ecke der Rüpel und Verkehrschaoten stellt. Heute morgen werde ich dem Radweg folgend von einem Radfahrer attackiert, der den Verkehrszeichen zum Trotz, sich zu einem Manöver hinreißen lässt, bei dem er mich fast in einen Unfall verwickelt. Ein Einzelfall? Leider nein. Ich ärgere mich auch täglich über die Gedankenlosigkeit und Frechheit vieler PKW- und LKW- Fahrer. Aber dürfen wir Radfahrer/innen daraus das Recht ableiten uns ebenso zu verhalten ?













Beispiel Berlin:

"Nico Hildebrandt war bedient: 86 Euro (inklusive Gebühren) und einen Punkt in Flensburg - das war die traurige Strafenbilanz seines heutigen Arbeitsweges. Nur legt er diesen nicht - wie man vermuten könnte - mit dem Auto zurück, sondern mit dem Fahrrad. Auf eben diesem hatte er die Kreuzung trotz roter Ampel überquert und den Streifenpolizisten direkt hinter sich nicht bemerkt. Verkehrssünder Hildebrandt hatte zwar noch versucht, mit dem Beamten zu diskutieren, aber dieser ließ nicht mit sich reden. Als Radfahrer müsse er sich ebenso an die Regeln der Straßenverkehrsordnung halten wie alle anderen - fertig, aus."

Quelle:
http://www.welt.de/finanzen/article1856815/Wenn_Radfahrer_in_Flensburg_Punkte_sammeln.html#




...Bußgeldkatalog für Radfahrer - Stand 01.02.2009

http://www.polizei-nrw.de/muenster/stepone/data/downloads/26/01/00/bussgeldkatalog-fuer-radfahrer.pdf

Freitag, 26. September 2008

Siegen schrumpft... Lebewohl Titel "Großstadt"

Die Einwohnerzahl von Siegen sinkt stetig. Jetzt, wo es darum geht den Status "Großstadt" (100.000 Einwohner) zu verlieren, versuchen die Stadtverantwortlichen diesen Trend zu hinterfragen. Was vermissen die Menschen in Siegen? Warum verlassen immer mehr Menschen die Stadt? Mit Hilfe einer großangelegten Umfrageaktion versucht man Licht ins Dunkle zu bringen.













Es genügt scheinbar nicht einen Einkaufstempel nach dem anderen in Siegen zu installieren. Es genügt scheinbar auch nicht die Stadt mit einer 4 spurigen innerstädtischen und zwischen 50m und 100m daneben verlaufenden 4 spurigen Entlastungsstraße zu versorgen, um damit in dem motorisierten Verkehr einen großflächigen Asphaltteppich zu präsentieren. Keine Frage, eine Stadt in dieser Größenordnung muss eine entsprechenden Verkehrsinfrastruktur zur Verfügung stellen. Innerstädtisch pulsiert Siegen zur Zeit aber eben nur auf diesen Verkehrsachsen. Den ruhenden Verkehr, die Orte zum Ausspannen hat man bei der Planung komplett vergessen. In der Mitte Siegens umrahmt von 2 Parkhäusern hat man vor Jahrzehnten ein Betonmonster errichtet, um dem Autofahrer Parkfläche zu bieten. Auf diesen fast 200m sieht die Sieg kaum das Tageslicht. Weil sie dort im Weg war, hat man sie kurzerhand zugebaut. Bis heute wird darüber diskutiert, ob man diese Parkfläche kostenaufwendig sanieren soll, oder ob es eine Alternative zu dieser Nutzung des Flusses mitten in Siegen gibt. Andere Städte haben diese Frage schon längst beantwortet, bzw. haben sich bereits vor Jahrzehnten nicht genau in diese Situation gebracht. Was ist den Planern von damals bloß durch den Kopf gegangen? Wo waren die Menschen, die diesen Betonmoloch hätten verhindern können?

Ein Wort zum Zustand der heutigen Sieg - Quelle Radio Siegen 26.092008: "Die Bezirksregierung Arnsberg hat bei diesen Untersuchungen auch feststellt, dass die Sieg nicht mehr zu den sogenannten „natürlichen“ Gewässern gezählt werden kann. Die Stadt habe jetzt bis 2015 Zeit, die Wasserqualität zu verbessern, hieß es gestern Abend im Umweltausschuss des Siegener Rates." Ein Trauerspiel.....


















Siegen schrumpft. Vielleicht muss eine Stadt neben Straßen, Parkplatzfläche und Einkaufsmöglichkeiten einfach mehr bieten. Für das Leben in einer Stadt müssen auch Zonen geschaffen werden, die dem Auge etwas Grünes und den Ohren etwas Ruhe schenken. Wenn man im Sommer in Siegen an der frischen Luft einen Cafe oder ein Bier trinken will, so ist dies fast ausschließlich an stark befahrenen Straßen möglich, wo man fast sein eigenes Wort nicht versteht. Orte wie die Poststraße, wo es abgesehen von dem halbstündig erscheinenden dieselmief verbreitenden "Hübbelbummler" ziemlich ruhig ist, wo auch Kinder relativ gefahrlos spielen können, sind in Siegen leider die absolute Ausnahme. Was passiert auf den Rathausplätzen in anderen Städten? Diese Plätze sind umrahmt von Cafes und Restaurants. Dort ist auch meist verkehrsberuhigt. Genau dort pulsiert das Leben. In Siegen leider nicht.

Das Flair, die Atmosphäre einer Großstadt ist in Siegen nur an wenigen Orten zu spüren. Die negativen Aspekte kommen dagegen wesentlich deutlicher zum Vorschein. Der Langsamverkehr hat in Siegen noch nie eine sehr hohe Priorität erfahren. Wenn man an der schönste Ecke Siegens - der Reichwalds Ecke - als Fußgänger die Straßeseite wechseln möchte, muss man sich dieses Recht "erdrücken". Der fließende Verkehr hätte durch eine entsprechende regelmäßige Grünphase für die Fußgänger absolut keine Nachteile. Aber dadurch würde das Bewusstsein für mögliche Fußgänger geschärft. Nein, man hat das Gefühl, dass der Langsamverkehr in Siegen stört und absolut nicht erwünscht wird.
Wenn man an Kochs-Ecke versucht, innerhalb einer Grünphase die vierspurige Straße zu überqueren, so wird man selbst bei normaler Schrittgeschwindigkeit ab der Hälfte der Strecke zum Verkehrssünder. Die Grünphase ist so kurz, dass ältere Menschen 2 Grünphasen benötigen, um die Straße gefahrlos zu überqueren. Hauptsache der Verkehr rollt...

Für den motorisierten Verkehr hat man seine Hausaufgaben sehr gewissenhaft erledigt, aber zum Leben und Wohlfühlen in einer Stadt gehört ein wenig mehr als die Unterstützung der wirtschaftlichen Aspekte. Der Schrumpfungsprozess kann auch nicht mit einer hohen Arbeitslosenquote begründet werden.
Siegen fehlt es schlicht und ergreifend an dem Flair einer Großstadt. Genau deshalb wird es in ein paar Jahren genau diesen unverdienten Titel abgeben müssen. Es sei denn den Stadtväter gelingt es, Siegen mit diesen fehlenden Attributen zu versehen. Auch die Bedürfnisse nach Ruhe und Entspannung müssen mitten in einer Stadt erfüllt werden. Die Spassgeneration ist umgeben von Familien mit Kinder und älteren Menschen, die genau diese Aspekte neben der puren Einkaufsmöglichkeit in einer Stadt schätzen und auch benötigen. Wenn man aber das Gefühl hat ausgegrenzt zu werden, sucht man sich Orte wo dies nicht der Fall ist.

Freitag, 19. September 2008

Siegener Radfahrer/innen: MISCHT Euch ein !!!

Brief an
Herrn Werner Schulte
Stadtplanung Siegen:














"Herr Werner Schulte
CDU-Siegen
Stadtplanung

eMail:
wr-schulte@online.de
fraktion@cdu-Siegen.de


Sehr geehrter Herr Schulte,

mit großem Interesse habe ich die heutigen Berichte zur Verkehrsberuhigung in Siegens Stadtmitte gelesen. Sie haben Recht, dass man auch die HTS in das Konzept zur innerstädtischen Verkehrsführung miteinbinden sollte. Die Stadtmitte würde durch diese Beruhigungsmaßnahme um ein vielfaches "lebenswerter" und attraktiver werden.

Leider habe ich in diesem vorerst grob umrissenen Konzept die Berücksichtigung des Langsamverkehr, gerade im Bezug auf die Nutzung des Fahrrades für die Bewältigung von innerstädtischen Kurzstrecken vermisst. Das Fahrrad wird im Zuge des Pendelverkehrs zum Arbeitsplatz und generell für kurze Strecken eine immer größere Bedeutung gewinnen. Auch wenn an dieser Stelle der Benzinpreis noch die größere Rolle des Umdenkens spielt als die Einsicht durch die Mehrnutzung des Fahrrades zu einer ruhigeren und lebenswerteren Stadt zu gelangen. In vielen Städten (http://www.fahrradfreundlich.nrw.de) wird bereits seit langen neben dem Autoverkehr dem unmotorisierten Langsamverkehr eine größere Bedeutung geschenkt. Ich gebe zu, viele Städte haben durch ihre Lage und Ausdehnung vielfältigere Möglichkeiten allen Verkehrsteilnehmern gerecht zu werden. Aber ich bitte Sie, gerade zu dem Zeitpunkt einer Neuplanung, diesen Aspekt deutlicher zu berücksichtigen, als dies in der Vergangenheit der Fall war. Ich fahre seit Jahren fast täglich mit dem Rad von Wilnsdorf-Rinsdorf nach Siegen-Weidenau zu meinem Arbeitsplatz. Ich freue mich bereits über kleinste Veränderungen, die dem Radfahrer im alltäglichen Berufsverkehr das Leben ein wenig leichter machen.
Auch wenn ich die behördlich abgesegnete Nutzung des Fahrradschutzstreifens in Eiserfeld als Parkfläche für Arztpraxen und Geschäfte grundsätzlich nicht verstehen kann, so gewöhnt man sich auch an diesen befremdlichen Umstand. Aussagen wie "...bevor die Besucher von Arztpraxen, Geschäften und Privathäuser dort nicht mehr parken dürfen, wird der Schutzstreifen eher wieder ganz entfernt..." lassen in mir auch den letzten Protest gegen diese doch einmalige Nutzungsänderung bröckeln.

Ich würde mich freuen, wenn Sie die Interessen des kompletten Langsamverkehr, die großen und kleinen Fußgänger, die Kinder auf Roller und Inline Skates und auch die Radfahrer stärker in das jetzt beginnende Planungsstadium einbinden würden. Selbst eine Umfrage, was sich die Menschen für die "Neue Stadtmitte" in Siegen wünschen, könnte den einen oder anderen interessanten Aspekt zu Tage fördern.

Das Motto für den NRW-Tag 2010 "Siegen pulsiert" sollte aus meiner Sicht den Anstoß für ein gemeinsames Verkehrskonzept für motorisierte und nichtmotorisierte Verkehrsteilnehmer vorantreiben.

Neue verkehrberuhigte Zonen, ein verbessertes und durchgängiges Radwegenetz durch Siegen und nicht nur an den Rand unter die HTS gedrängt, würde auch in Verbindung mit einer zentral geschaffenen Radstation mitten in Siegen vielen Radfahrer/innen die Angst vor der Straßenmitbenutzung in der Stadtmitte nehmen.

Es wäre schade, wenn z.B. die im dem Artikel aufgeführten verlorenen Einnahmen des Stadt-Kämmerers durch den Wegfall von KFZ-Parkflächen, die jetzt beginnende Planung komplett einseitig in Richtung der motorisierten Interessengemeinschaft verschieben würden. Warum dürfen wir uns in Siegen nicht genauso wohl fühlen, wie wir es uns für die in unserem Urlaub besuchten Städte wünschen?

Ein Einkauf, eine Radfahrt oder auch nur ein Spaziergang durch Siegen sollte sich wie Urlaub "anfühlen".

Mit freundlichen Grüßen ... "


In vielen Städten ist man stolz auf den namensgebenden Fluss. In der Stadtmitte von Siegen wird er zubetoniert und als Parkplatz genutzt. Armselig !!!

Mittwoch, 10. September 2008

Die Stadt Siegen geht in die Offensive

Die Stadt Siegen hat Wort gehalten und die Schutzstreifenmarkierung in Siegen-Eiserfeld erneuert. DANKE !!! Ich wäre gestern Abend vor Freude fast vom Rad gefallen, als ich diese jetzt deutliche Markierung zum ersten Mal gesehen habe.














Neben den Radfahrern, die sich über diese Maßnahme freuen, haben auch die Halter von KFZ einen nicht zu unterschätzenden Nutzen. Ihr "Parkstreifen" ist nun noch deutlicher von dem Rest der Fahrbahn zu unterscheiden.














Ich möchte an dieser Stelle nochmals meinen Hinweis an auswärtige Polizisten wiederholen, die sich auf diese Seite verirrt haben und vielleicht ein wenig verwundert sind: Hier bei uns in Siegen ist diese ungewöhnliche "Parkplatznutzung" behördlich abgesegnet. Aussage: "Bevor die Besucher von Arztpraxen, Geschäften und Privathäuser dort nicht mehr parken dürfen, wird eher der Schutzstreifen wieder entfernt."

Daher freuen sich die Radfahrer/innen auch über diesen "Streifen" ohne wirklichen "Schutz".

Denn: Ein wenig Schutz ist besser als gar kein Schutz.

Hoffentlich wird in anderen "Verkehrsfällen" der Schutz wichtiger genommen:

Mittwoch, 3. September 2008

Wir haben keinen Platz für Radwege

O-Ton eines Siegener Radverkehrbeauftragten: "....bei uns ist es einfach zu eng für zusätzliche Radwege...". Solange die örtliche Verkehrspolitik zu 100% nur den Interessen der Autofahrer geschuldet ist, wird sich die Situation in Siegen leider nie ändern. Man kann Siegen nicht immer in den direkten Vergleich zu Städten mit einer längeren Radfahrhistorie stellen. Aber das Gefühl, dass bei uns einfach gar nichts passiert ist schon recht frustrierend. Vielen in der Freizeit Radfahrinteressierten ist es im morgendlichen Berufsverkehr mit dem Rad schlichtweg zu gefährlich. Daher wird sich die Quote der Radfahrer/innen am Gesamtverkehr in Siegen nicht grundlegend ändern.

In anderen Städten ist es noch enger und es klappt trotzdem mit dem Radwegbau:

Beispiel Ferrara bei Bologna:

















Köln:
"Seit September 2007 stellt die Stadt Köln im Internet einen Newsticker zum Radverkehr bereit. Unter www.stadt-koeln.de/verkehr/radverkehr/ können aktuelle Meldungen zum Kölner Radverkehr abgerufen werden. In den letzten 11 Monaten wurden über 50 Meldungen zu abgeschlossenen und laufenden Projekten frei geschaltet. Der Fahrradbeauftragte berichtet zum Beispiel über die Aufstellung von Fahrradabstellanlagen, neu eingerichtete Freizeitrouten, geöffnete Einbahnstraßen oder Termine, die für Radfahrerinnen und Radfahrer interessant sein könnten."

"Fahrrad fahren in Köln liegt voll im Trend. Das Fahrrad hat sich im Stadtgebiet schon heute einen wichtigen Platz zurück erobert. Es gibt, soweit die Statistik dies überhaupt erfassen kann 1 Millionen Fahrräder in Köln, und es werden täglich mehr. Der Anteil von Radfahrerinnen und Radfahrern am Gesamtverkehr beträgt inzwischen 16 Prozent.
2.000 Kilometer Radwegenetz, davon über 800 Kilometer baulich gestaltet, und über 400 in Gegenrichtung für Radfahrerinnen und Radfahrer geöffnete Einbahnstraßen, sollen Sie animieren, umzusteigen und Köln mit Ihrem Fahrrad neu zu entdecken..."

Weitere Infos zu dem Kölner Radverkehr unter:
http://www.stadt-koeln.de/verkehr/radverkehr/index.html

Man sieht sich ... vielleicht nur nicht in Siegen ...