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Donnerstag, 16. Juli 2015

Siegen und das Thema „Barrierefreiheit“

Dieser Blog dreht sich inhaltlich um das Thema "Radfahren in Siegen" und den vielen Unzulänglichkeiten, die es dieser alternativlosen Fortbewegungsform in unserer Stadt so unendlich schwer macht. Daher kommen hier andere, ebenso wichtige Probleme eher selten zu Wort. Aber mit einem Artikel in der heutigen Siegener Zeitung ergibt sich urplötzlich eine Schnittmenge, die ich in dieser Form auch nicht erwartet hätte.

Denn Siegen ist nicht nur im Bereich „Radfahren“ nicht barrierefrei. Diesen, doch eher unerfreulichen Makel will man scheinbar auch in anderen Lebensbereichen festigen.

Rainer Wallbruch vom Forschungsinstitut Technologie und Behinderung (FTB) hat sich die Homepage der Stadt Siegen zur Brust genommen und sie auf deren Nutzbarkeit untersucht.

So hat sich der Beirat der Menschen mit Behinderung der Stadt Siegen in seiner letzten Sitzung zu diesem Thema informieren lassen. Dieser Einladung sind viele interessierte Gäste, Vertreterinnen des Seniorenbeirates und auch ein Ratsmitglied gefolgt.

„Referent Rainer Wallbruch vom Forschungsinstitut Technologie und Behinderung (FTB) stellte laut Pressenotiz des Beirats verschiedene digitale Barrieren in Internetseiten und Online-Dokumenten vor. Er beschrieb zum Beispiel Barrieren durch unzureichende Tastatur- bzw. Mausunterstützung, feste Schriftgrößen, Farben, unzureichende Kontraste, fehlende Strukturen und anderes. Der Spezialist für die barrierefreie Gestaltung von Internet-Auftritten zeigte auf, was nach dem Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) und der Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV) zu beachten sei.“
Quelle: Siegener Zeitung 

Aus diesem Artikel ergibt sich die schon seit langem geäußerte Forderung dieses Beirates, dass diese Verordnung endlich auch bei der Homepage der Stadt Anwendung finden soll, so dass die Barrieren in der öffentlichen Kommunikations- und Informationswelt abgebaut werden. So haben die Beiratsmitglieder  in der anschließenden Diskussion darauf hingewiesen, dass auf der städtischen Homepage weder die Gebärdensprache noch die Leichte Sprache angeboten werden. Untertitel oder Beschreibungen von Audioinhalten würden ebenso fehlen.
Der Referent hat auf der Webseite der Stadt Siegen noch weitere „digitale Barrieren“ gefunden. 

Abschließend vermerkte er, dass die Verantwortlichen der städtischen Homepage nicht zu diesem Vortrag erschienen sind – und das trotz Einladung. 

Schon traurig und ernüchternd zugleich, wie die Stadt Siegen auch bei dieser Aufgabe mit ihren Minderheiten umgeht.

Aber was sind genau die Gründe für diese mehrfach gelebte Oberflächlichkeit?

- Desinteresse !?

- Gleichgültigkeit !?

- Keine Lobby, die man auf Minderheitenseite fürchten muss!?

- Hat man sowieso schon genug getan!?

- Sucht und baut man schon genug an anderen „neuen Ufern“ herum!?

- Keine Zeit!?

- Zu warm!?

Schade, sehr schade. Denn die gelebte Verantwortung und Stärke von Gesellschaften und auch Städten erkennt man genau daran, wie man dort mit den Problemen und Nöten von Schwächeren und Minderheiten umgeht.

Montag, 29. Juni 2015

Kleine "Angeberei" in eigener Sache :-) und ein wenig Aufklärung

29.06.2015

500 x mit dem Rad zur Arbeit

17.000 Kilometer

Die dem Anlass angemessene Feier findet 
unter Ausschluß der Öffentlichkeit, 
in einem kleinen privaten Rahmen statt ;-)

Spaß beiseite. In diesem Jahr habe ich schon das Gefühl gewonnen, dass morgens einige Radfahrer mehr als in den Jahren zuvor unterwegs sind. Diesen Eindruck kann ich natürlich nur subjektiv auf ein kleines Zeitfenster (06:50 – 07:30 und 17:00 – 17: 45) beziehen. Denn auch dieser leicht positive Eindruck täuscht nicht über die Tatsache hinweg, dass auch im Siegerland, speziell in Siegen, das Fahrrad im Straßenverkehr eine absolut untergeordnete Rolle spielt.

Für den Ballungsraum "Siegen – Kreuztal" wurde 1974 mit dem Bau einer Stadtautobahn (HTS) begonnen. Die erste Verkehrsfreigabe erfolgte 1978. Der letzte Abschnitt mit Lückenschluss nach Rheinland-Pfalz soll Mitte 2016 fertiggestellt sein. Die Stadtpolitiker sind damals mit der Aussicht (Versprechen!?) an den Start gegangen, das Verkehrsaufkommen im engen Talkessel durch dieses innenstadtprägende Hochbrückenwerk deutlich zu verringern.

Im Tal sollte somit nur noch der innerstädtische Kurzstreckenverkehr stattfinden. Schon da hätte es in den Ohren scheppern müssen: Kurzstreckenverkehr!? Was gibt es da Besseres, als das Fahrrad zu benutzen. Weniger Lärm, weniger Abgase, geringere Vernichtung von öffentlichem Raum für Parkplätze, mehr Lebensqualität, höhere Standort- und Wohn-Attraktivität.

Daher hätte man diesen Gedanken durch den Rückbau der fast komplett durchgängigen 4spurigen Talstraße flankieren und deutlich bewusster lenken müssen. Aber stattdessen stehen weiterhin und unverändert für beide Richtungen, bis auf einen sehr kurzen Abschnitt, zwei uneingeschränkt nutzbare Spuren für KFZ bis Ende Si-Geisweid zur Verfügung. In Kreuztal stattdessen existieren Radstreifen in beiden Richtungen neben einspurigen KFZ-Fahrspuren. Das deutlich bessere Ergebnis im aktuellen ADFC-Fahrradklimatest unterstreicht dieses Angebot der dortigen Stadtväter. Dieser notwendige Platz für Radwege steht definitiv auch in Siegen zur Verfügung. Man will es jedoch einfach ist. Es müssen keine neuen kostspieligen Radwege geschaffen werden. Dieses geldgeprägte Totschlagargument zieht daher überhaupt nicht. Lediglich entsprechende Markierungsarbeiten sind nötig, um ein deutliches Zeichen für eine neue, umweltbewusste Verkehrspolitik zu setzen. In einem anderen Blog habe ich mal gelesen, dass man das Bewusstsein der Verantwortlichen in Punkto „Verbesserungen der Infrastruktur für Radfahrer“ an der Menge der „google-baren“ Bilder dieser Politiker auf oder mit einem Fahrrad messen kann. Werbewirksame Aufnahmen mit ortsansässigen Stromanbietern oder mit dem ADFC werden natürlich nicht gewertet.
Damit wäre für Siegen eigentlich mal wieder alles gesagt. Das am nächsten Sonntag stattfindende Großereignis „Siegtal pur“ wird neben den zehntausenden Radfahrer auch den einen oder anderen Bürgermeister, Landrat oder sonstigen Volksvertreter auf das Rad „heben“, um von der hiesigen Presse werbewirksam eingefangen zu werden. Das genügt dem Anspruch dieser Herren komplett, aber nicht der generellen Notwendigkeit etwas für den Ausbau des Radwegenetzes in Siegen zu tun.
Daher wage ich mal eine Prognose: Die Ziele des „Nationalen Radverkehrsplan 2020“ werden selbst auf Basis der möglichen Minimalanforderungen in Siegen nicht erreicht.
Aber ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen und werde meine Fehleinschätzung dann genau an dieser Stelle kundtun.
Denn das zurzeit bejubelte Projekt „Siegen zu neuen Ufern“ unterstützt mich erneut bei dieser Einschätzung. Bitte nicht falsch verstehen, ich empfinde den Abriss der „Siegparkplatzplatte“ als einen absolut richtigen Schritt und auch das jetzt fast fertiggestellte Endergebnis, mit allen Parallelprojekten ist in meinen Augen wirklich gelungen und vorzeigenswert.

Aber die Siegen Politiker haben es in diesem Großprojekt erneut versäumt ein deutliches Signal für den nichtmotorisierten Straßenverkehr zu setzen. Man hat es fraktionsübergreifend und aus Planungssicht schlicht und einfach vergessen. Viel schlimmer und viel deutlicher hätte die Gleichgültigkeit gegenüber den Fahrradfahrern in Siegen nicht ausfallen können.


Das Fahrrad stand einfach nicht auf der Agenda.

Um ein Zeichen für den Fahrradverkehr zu setzen, gibt es seit 2014 die auch in Siegen stattfindente "Critical Mass" Jeder kann teilnehmen. Einfach mal am 1. Donnerstag im Monat um 17:30 zum Kölner Tor kommen und mitfahren :-) 

Weitere Informationen dazu gibt es unter Facebook, in dem dazugehörigen Blog und unter Twitter.

Mittwoch, 10. Juni 2015

Licht und Schatten

Bereits gestern Abend bemerkte ich die seit Jahren dringend notwendige Sanierung dieser Unterführungspassage. Immer mal wieder versuchte man diesen Abschnitt mit einem neuen Teerflicken halbwegs schlaglochfrei zu gestalten. Aber mit diesem erneuten Anlauf sollte auch diese Gefahrenstelle fürs Erste behoben sein.
Bahnunterführung Richtung "Industriegebiet Schemscheid"
Vor Jahren gab es an dieser "Kreuzung" (Fuß-/Radweg / Heeserstr.) mal einen markierten Fußgängerüberweg. Dieser erlaubte den Fußgängern, Schulkindern und auch den Radfahrern, an dieser doch recht unübersichtlichen Stelle, die sichere Querung der Heeserstraße. Die Zeit verging und das "Zebra" auch. Selbst die letzten Spuren dieser "Überquerungs-Hilfe" wurden inzwischen gründlich wegradiert. Kann man denn nicht mal an dieser neuralgischen Stelle ein positives Zeichen für den "Schwächeren" setzen? Denn neben der HTS für den motorisierten Verkehr in unmittelbarer Nachbarschaft, verläuft hier die am meisten genutzte "Nord-Süd-Tangente" für den Langsamverkehr in Siegen. Wenn man in Siegen den Radverkehrsanteil bis 2020 auf 10% anheben möchte, dann muss man die dafür notwendigen Strukturen schaffen bzw. die bestehenden verbessern.
 
Kreuzung Heeserstr.
Das Gefahrenpotential endet jedoch nicht an dieser Kreuzung. Denn ab hier darf der weiterführende Fuß-/Radweg Richtung Si-Weidenau auf den ersten knapp 50 Meter auch von PKW genutzt werden, um einen unter der HTS angelegten Parkplatz zu erreichen. Im Prinzip eine sehr gute Idee. Nicht alle Autofahrer sind sich auf diesem Abschnitt der Verantwortung bewusst, genau auf diesen ersten 50 Meter ein Sicherheitsrisiko für den Langsamverkehr darzustellen. Bei der Nutzung dieses Radweges kommt es daher regelmäßig zu Beinaheunfällen, weil gerade die Ausfahrt von diesem Parkplatz, durch eine fehlende durchgezogene breite, weiße Linie den PKW-Fahrer nicht darauf aufmerksam macht, dass er ab jetzt "Gast" auf einem Fußweg mit erlaubter Radbenutzung ist. Außerdem verhindern hohe Büsche in dem spitzen Winkelbereich einen Einblick auf den Radweg bzw. auf diese Ausfahrt. Viele erwachsene Nutzer dieses Radweges sind sich dieser Gefahr täglich bewusst, aber gerade Kinder die diese Strecke auch oft mit ihrem Skateboard, Inliner oder Fahrrad benutzen, sollte man an diesem Punkt besser schützen. Es muss ja nicht immer erst was passieren, bevor man eine kostengünstige und schnelle Sicherungsmaßnahme vornimmt.
Gefahrenstelle im Anschluss an die Heeserstr.
Zum Schluss doch noch etwas Positives. Die kombinierte "Fußgänger-/Radfahrerampel" an der Kreuzung "Tiergartenstr. / Auffahrt HTS / Radweg Siegen-Weidenau" wurde bereits vor längerer Zeit von einer "Bedarfsampel" (ohne "Drücken" kein grün für Fußgänger/Radfahrer) hin zu einer "Auto-rot-Fußgänger-grün-Ampel" geändert. Eigentlich ein absolut banaler Hinweis, aber in Siegen ist selbst dies schon eine Meldung wert.
Kreuzung Tiergartenstr.

Freitag, 22. Mai 2015

2020 - Radverkehrsanteil in Siegen bei 10% ?!

"Am 13.05.2015 präsentierte Bürgermeister Steffen Mues gemeinsam mit Vertretern ADFC, Politik und Verwaltung den neuen Fahrradstadtplan für Siegen. Bürgermeister Steffen Mues bekannte, dass die Stadt für den Radverkehr noch viel tun könne. Die Stadt wolle dies in Zukunft mit mehr Nachdruck verfolgen. Der ADFC Siegen-Wittgenstein e. V.  hat maßgeblich an der Neuauflage des zuletzt 1997 verlegten Plans mitgewirkt. Der stellvertrender ADFC-Vorsitzende Karsten Riedl erinnerte an das vom anwesenden Stadtbaurat Stojan genannte Ziel den Radverkehrsanteil bis 2020 auf 10% zu heben. Dies hatte Stojan in einer Anfrage der Grünen Ratsfraktion zum Nationalen Radverkehrsplan 2020 als mögliche Zielgröße genannt. Neben baulichen Maßnahmen sei dazu auch notwendig, eine verbesserte Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben, um der Bevölkerung zu vermitteln, dass Fahrradfahren in Siegen ausdrücklich erwünscht sei. Vertreter der Stadtverwaltung zeigten sich besten Willens dies in der Zukunft zu beherzigen."

Quelle: ADFC Siegen

Um in Siegen den Radverkehrsanteil im Jahre 2020 auf 10% anzuheben, aus heutiger Sicht würde ich ihn auf weit unter 5% schätzen, braucht es mehr als ein paar bauliche Maßnahmen und eine Hochglanz-Imagekampagne.
Das ständige hin und her bei der Gewähr bestimmte Passagen in Siegen mit dem Rad straffrei zu befahren, hat bereits viele Radfahrer verunsichert. Solange der Radfahrer den Eindruck hat nicht erwünscht zu sein, wird er sich auch auf Siegens Straßen nie als gleichberechtigt oder sicher fühlen. Der Radfahrer wird hier einfach nicht ernst genommen. Die Ergebnisse der Fahrradklimatests der vergangenen Jahre sprechen eine eindeutige Sprache. Die von den Verantwortlichen der Stadt reflexhaft geäußerten Versprechen dies jetzt endgültig mal anzupacken, verpuffen wie jedes blumenreich vorgetragene Wahlversprechen.
Man kann das Miteinander nicht immer mit Gesetzen und Vorschriften gestalten. Wie lange haben wir in Siegen darauf warten müssen, im Schritttempo durch die "Bahnhofstraße" fahren zu dürfen. Unter anderem hat der Ältestenrat dies über Jahre verhindert. Warum gilt dies z.B. nicht auch für die "Kölner Str."? Warum unterstellt man dem Radfahrer dies nicht in Rücksicht gemeinsam mit dem Fußgänger regeln zu können? Muss denn immer das 1% dieser Unbelehrbaren, die es in allen Bereichen gibt, dafür herhalten, ein Argument für das dagegen anzuführen? Der Radfahrer ist nicht generell schlecht oder gar böse. Er ist ein Verkehrsteilnehmer wie jeder andere auch. Aber solange er sich weiterhin in Siegen gegängelt und an den äußersten Rand verbannt fühlt, wird das 10%-Ziel auf sehr lange Sicht nicht erreicht werden. Selbst in den Siegener Fahrradstraßen ist er Freiwild für Parkplatzsuchende, denen die Gesundheit des Radfahres der eigenen, blinden Eroberungswut nur im Wege steht.
Auf jeder meiner fast täglichen Radfahrten zur Arbeit erlebe ich im Durchschnitt 3 Situationen, in denen ich  lediglich durch den bedingungslosen Verzicht auf meine eigene Vorfahrt einen Unfall mit ungewissem Ausgang verhindern kann. Dabei fahre ich nicht in Rambomanier, unter Missachtung aller Verkehrsvorschriften kreuz und quer, rücksichtslos über die Straßen. Im Gegenteil, mit "Tagfahrlicht" und mit stets angepasster Geschwindigkeit erlebe ich die Hierarchie auf Siegens Straßen täglich am eigenen Leib.
Am Beispiel des Kreisels in Eiserfeld kann ich dies jederzeit vorführen. Wenn man dann jedoch als Radfahrer auf sein Recht pocht, wird man noch angepögelt und beleidigt.
Herr Stojan, es gibt sehr viel zu tun. Aber solange der Autoverkehr in jeder Hinsicht unangefochten zum Platzhirsch Nr.1 erkoren wird, warten wir in Siegen vergebens auf eine neue Kultur des Miteinanders im Straßenverkehr. Gönnen Sie sich mal mit dem Fahrradbeauftragten, oder mit den Vertretern der Stadtverwaltung, aber ohne Blitzlicht, ohne Fotografen, ohne Blaulicht, ohne Öffentlichkeitstermin eine Radfahrt durch Siegen und Sie werden feststellen wo es überall hakt. Lassen Sie sich mal "undercover" auf dieses einmalige Erlebnis ein. Sie werden Siegen aus einer komplett anderen Sicht kennenlernen ;-)

Mittwoch, 20. Mai 2015

Siegen-Eiserfeld ... mal wieder eine Großbaustelle

Bedingt durch die Komplettsanierung der "Eiserfelder Straße" vom neuen Kreisel bis zum  Bahnhof haben die Verantwortlichen den Entschluss gefasst die Radfahrer von dieser Großbaustelle fernzuhalten. Daher ist aus beiden Richtungen kommend ein striktes  Durchfahrtverbot für Radfahrer eingerichtet worden. Momentan, die Baustelle wandert bis Ende des Jahres bis zum Bereich "Eiserfelder Bahnhof", ist somit eine Umgehung von der Aldi-Einfahrt bis zum Hallenbad vorgesehen.

So weit, so gut? Leider bezieht sich diese
Einrichtung lediglich auf das Aufstellen von Durchfahrtverbotsschilder und der notwendigen Umleitungsbeschilderung. Denn falls der geneigte Fahrradfahrer jetzt davon ausgeht, dass man ihm auf dieser Umleitungspassage z.B. eine unterstützende Überquerungshilfen für Hochbordsteinkanten anbietet, dann hat er wohl noch nie mit der in Siegen deutlich ausgeprägten, fehlenden Unterstützung für Radfahrer Bekanntschaft gemacht. 
Wenn man nun bedenkt, dass sich die Stadt Siegen laut Maßnahmenkatalog des aktuellen „Integrierten Klimakonzeptes" mittelfristig um die Aufnahme in die "AGFS - Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW" bemüht, dann liegen wohl erneut Anspruch und Wirklichkeit sehr weit auseinander. 

Hochbordsteine auf beiden Seiten der Hallenbadzufahrt / Radfahr-Umleitung:
Morgens um 7:15 Uhr ist diese Umgehung oftmals noch gesperrt:
Will man die Radfahrer schützen oder versucht man uns erneut aus dem Revier der anderen Verkehrsteilnehmer zu verdrängen? Wenn man uns etwas Gutes tun möchte, dann genügt es nicht nur entsprechende Verbotsschilder aufzustellen. Ein E-Rollstuhlfahrer musste gestern komplett durch die Baustelle fahren, weil er die Hochbordsteine ohne fremde Hilfe nicht überwinden konnte. Durchdachte Barrierefreiheit und Inklusion sieht anders aus.

...ergänzende "Momente" meines Radfahreralltags auf der Strecke nach Si-Weidenau:

Durch den VDSL-Ausbau in Siegen muss man auch auf Radwegen mit regelmäßigem Baustellenverkehr rechnen. Dieser lässt schon mal das eine oder andere wackelige Vermächtnis zurück:
Gestern kam mir im Verlauf dieses kombinierten Fußgänger-/Radweges ein aus der Eintracht kommender, mit überhöhter Geschwindigkeit fahrender Mitarbeiterbus der ausführenden Firma entgegen. Nur mit einem beherzten Ausweichen auf den Grünstreifen konnten sich einige Läufer in Sicherheit bringen. Dieser Abschnitt wird von dieser Firma oft als Abkürzung in Richtung Industriegebiet "Schemscheid" genutzt. Da in diesem Bereich zunehmend kleine und große Erholungssuchende unterwegs sind, muss von allen "Verkehrsteilnehmer" eine entsprechende Rücksichtnahme gelebt werden.

Auf der Weiterfahrt wird dieser Radweg im Bereich des Lockschuppens seit Wochen regelmäßig als Parkfläche genutzt:

Vor geraumer Zeit hatte ich diesen Blog eingestellt. Auch wenn er nicht zu einer wahrnehmbaren Verbesserung der Situation für Radfahrer in Siegen und Wilnsdorf beiträgt, so werde ich an dieser Stelle zukünftig wieder von meinen Erlebnissen als "Zweiradpendler" berichten. 

Einige, leider regelmäßige Erlebnisse auf meiner Fahrt zur Arbeit:

- PKW und LKW befahren durchgängig den Schutzstreifen in Eiserfeld
- rasende parkplatzsuchende Berufsschüler auf der "Fahrradstraße" unter der HTS (im Straßenverlauf "An der Unterführung")
- Fahrradwege und Schutzstreifen werden als Parkplatz benutzt
- bewusstes oder unbewusstes Vorfahrtnehmen von motorisierten Verkehrsteilnehmer
(ich fahre grundsätzlich nur noch mit Licht, leider meist ohne Wirkung)
- kein Einhalten des Mindestabstandes beim Überholen mit oder ohne Gegenverkehr
- Queren der Fahrbahn von Autos und Fußgänger ohne auf den Radverkehr zu achten
- schlechte Straßenbeläge und Schlaglöcher besonders im Straßenrandbereich

Mittwoch, 16. Juli 2014

Eine Wertschätzung der ganz besonderen Art

„Die Stadt Siegen hat mit dem Umbau von Kölner Tor und Abschnitten der Sandstraße und Koblenzer Straße ein gutes Stück mehr Urbanität gewonnen.“

Quelle: VCD (Verkehrsclub Deutschland) – www.siegen.de

Äußerst erstaunlich bei dieser großen Wertschätzung ist jedoch der Tatbestand, dass bei der Planung und somit auch bei der späteren Umsetzung, dieser für Siegen sehr umfangreichen Baumaßnahme, absolut keine Einflussnahme für die Belange der Fahrradfahrer möglich war.

Daher ist der bisher zufällige Start der Siegener „Critical Mass“ am symbolträchtigen „Kölner Tor“ eine sehr gute Wahl. Denn hier zeigt sich in besonders deutlicher Form, wem das neue Konzept am meisten dient. Die Siegener Radfahrer haben jedoch inzwischen eine weitere und auch sichtbare Plattform etabliert, um jeweils am ersten Donnerstag im Monat um 17:30 Uhr auf sich aufmerksam zu machen. Das Ziel dieser Fahrten ist nicht die Behinderung anderer Mobilitätsformen, vielmehr soll so das Recht auf eine gefahrlose Teilhabe der Fahrradfahrer am Siegener Straßenverkehr verdeutlicht werden. 


Donnerstag, 25. Juli 2013

Schluss mit "RadFrust im Siegerland" ...die "Lust" ist raus

Meine Erklärungsversuche, Gründe, Ausreden, kleinkarriertes Gehabe ?!  Sch... egal

Eine Fahrradweginfrastruktur, die seit Jahren im Fahrradklimatest mit "mangelhaft +" bewertet wird...

...und eine Stadt Siegen, die dieses Ergebnis ignoriert und nichts Elementares unternimmt, zumindest auf ein "ausreichend -" zu gelangen.

Ein Bürgermeister, dem der gemeine Radfahrer in seiner Stadt sowas von egal ist... Seine aufgesetzte Fahrradsympathie flackert  lediglich bei publikumsintensiven Massenveranstaltungen auf. Ansonsten hat er ja seine Mitarbeiter, die das traurige Kapitel "Radverkehr in Siegen" verwalten und letztendlich wohl auch zu Grabe tragen.

Ein Fahrradbeauftragter, der seit seiner Einführung nicht mehr öffentlich in Erscheinung getreten ist und schlagzeilenärmer ist, als meine 81 jährige Mutter. Scheinbar kampflos ergibt er sich zum Nichtstun verdammt zu sein. Er ist irgendwie auch nicht zu beneiden.

Eine Stadtrat, der dem Ältestenrat mehr Gehör schenkt, als einer aufkeimenden, gesunden, umweltfreundlichen Bewegungsform mehr Freiheiten in dem Siegener Straßenverkehr einzuräumen... Siegen könnte ruhiger und feinstaubärmer werden, wird es aber nicht.

Eine Polizei vor Ort, die das Parken in Schutzstreifen mit offenen Augen toleriert... 
absolutes Unverständnis meinerseits.

Eine Verkehrsbehörde, die in einer verkehrsberuhigten Straße im Zentrum von Siegen dem motorisierten Verkehr bei Schritttempo alles erlaubt, aber den Radfahrer zum Absteigen unter Strafe zwingt... Billigste Lobbyarbeit auf unterster Ebene.

Autofahrende Mitbürger, die den hiesigen Radfahrer als zum Abschuss freigegeben ansehen und ihn als die größtmögliche Störung und Gefahr im Verkehr betrachten... Je weniger, desto besser. Ok, diesen Gefallen tue ich euch jedoch nicht.

Eine Stadt mit Fahrradstraßen als billige Alibifunktion...

Seit Jahren ändert sich in diesem Fahrradfahrerniemandsland Siegen nichts, absolut nichts. Anschreiben an den Bürgermeister, den Fahrradbeauftragten, die Polizei bleiben entweder komplett unbeantwortet oder die entsprechenden Reaktionen bleiben inhaltlich haarsträubend farblos und perspektivlos.

Hier in Siegen, der Universitätsstadt ohne Wohnraum für Studenten, der Großstadt, die eigentlich keine mehr ist, kann man sich seinem Schicksal nur ergeben.

"Zu steil", "zu eng", "zu teuer", "zu gefährlich", "zu wenig" ... bla bla bla.

Wenn man möchte oder sollte (Radverkehrsplan 2020), aber derjenige ganz oben in der Verantwortungsebene dem Fahrrad keine Chance geben will, dann wird der Radverkehr in Siegen auch nicht funktionieren.

Weder die SPD noch die jetzt verantwortliche CDU haben in Siegen legislaturübergreifend ein Interesse an der Verbesserung des Radverkehrs. Zumindest in diesem Punkt ist man sich einig. Wahlentscheidungen werden immer schwieriger.

Soll ich weiter über diese sich seit Jahren in keiner Form ändernden Umstände schreiben oder sollte ich meine Zeit nicht doch sinnvoller nutzen?


Mein Entschluss: Ich bin raus... Bye

Dienstag, 25. Juni 2013

Siegen - Scheinerplatz: Das Elend geht in die nächste Runde...

Nur kurz währte die Freude über die freie Fahrt für Radfahrer von der Morleystraße kommend in Richtung "Scheiner-Platz / Apollo-Theater".

Stand 06. April 2013:
Stand 22.Juni 2013:
"Fahrrad-frei" war hier einmal. Das umweltfreundlichste und ungefährlichste Fahrzeug - das Fahrrad - muss nun geschoben werden. Jetzt darf wieder nur der Stadtbus ("Hübbelbummler"), der Anrainerverkehr, die Taxis, der Lieferverkehr, die Polizei-Streife und die Sparkassen-Kunden mit ihrem PKW/LKW den "Scheinerplatz" befahren. Damit hat der "Ältestenrat" der Stadt Siegen scheinbar kein Problem. Nur auf der Bahnhofstraße wird von ihm ein Kleinkrieg ohne Beispiel geführt. Die Siegener Innenstadt ist und bleibt für Fahrradfahrer "das große Elend".
Keine 100 Meter weiter darf der Radfahrer wieder aufsteigen. Übrigens, genau an dieser Stelle geht's hier links ab in die Bahnhofstraße, zum Kampfplatz des "Ältestenrates".


Richtung "Siegener Oberstadt" zeigt sich ein ähnlicher, nicht nachvollziehbarer Schilderwahnsinn:

Einstieg Kölner Tor:
 
Fußgänger: JA
Stadtbus: JA
Fahrradfahrer: NEIN
Es kann noch so eng zugehen, für unseren "Hübbelbummler" ist überall Platz genug.

Höhe Karstadt:
Blick Richtung Kölner Tor. Ziemlich eindeutig: 
Fahrrad: NEIN

An gleicher Position, 180 Grad gedreht, Blick Richtung "Oberstadt":
Fahrrad: JA
Stadtbus: NEIN

Dieser Bereich "Karstadt" auf einen Blick:
Links: 
Fahrrad: NEIN 
"Hübbelbummler": JA

Rechts: 
Fahrrad: JA
"Hübbelbummler": NEIN

Freitag, 21. Juni 2013

Die "5 Abweichler" der CDU verhindern einen Stoppversuch der eigenen Partei

Quelle: Siegener Zeitung  

Vielen Dank an die "5 Abweichler" der CDU, die den von Herrn Christian Doppler  (CDU) eingebrachten Stoppversuch "Fahrradfahrer raus aus der Bahnhoftstraße" haben abblitzen lassen. Die "5" waren bei der entsprechenden Abstimmung einfach nicht anwesend. 
Demokratie mal ganz anders.

Siegens Einwohnerzahl rutscht unter die magische Grenze von 100.000. Der "Zensus" hat ins Schwarze getroffen. Die Verantwortlichen rotieren um die Wette. Es gibt nicht die ganz große Lösung, dies im positiven Sinne wieder zu verändern. Viele kleine Dinge weisen einer Stadt jedoch das Attribut "lebenswert" aus. Dieses Attribut wird von den Menschen bei der Standortsuche bewusst gesucht und fließt mit in die Entscheidung ein, Siegen als Arbeits-, Wohn- und Lebensort auszuwählen. Wen möchte man für Siegen gewinnen? Jungen Menschen, auch den jetzigen Studenten in Siegen, sollte man eine weltoffene, lebenswerte Stadt präsentieren. Dazu zählt unter anderem der Umgang mit Kinder, Fußgänger und Radfahrer. Eine verknöcherte Diskussionen über eine mögliche Nutzungsaufteilung und die permanenten Verbote für den Langsamverkehr machen eine Stadt nicht unbedingt attraktiver. Ein Radverkehrsanteil von 3% spricht Bände. Als jahrelanger Radfahrer kommen mir selbst diese 3% noch zu hoch gegriffen vor. Siegen ist nicht in der Zukunft angekommen und wehrt sich  weiterhin mit allen Mitteln dagegen. Die Zukunft von Siegen ist keine feinstaubbelastete Innenstadt mit einer daraus resultierenden Notwendigkeit eine Umweltzone einzurichten. Die Zukunft wird auch nicht durch eine fahrradfahrerunfreundliche Politik gestaltet. Das lebenswerte "Mehrgenerationshaus" beginnt auf der Straße, mit dem verständnisvollen Miteinander von Alt und Jung. Eine nur auf die Bedürfnisse einer Graukopfgesellschaft (ich gehöre in den Augen der heutigen Jugend auch schon dazu) gerichtete Politik vergrätzt die Jugend, vergrätzt die Zukunft, die auch Siegen so bitter nötig hat.

In fast allen Großstädten funktioniert das Miteinander von Fußgänger und Radfahrer in Einkaufszonen reibungslos. Selbst Touristenhochburgen mit einem ebenso großen eigenen Fußgängeranteil wie z.B. Berlin, Dresden, Füssen oder Garmisch lassen dieses Miteinander bewusst zu. Es funktioniert. Siegen dagegen mausert sich immer mehr zu der feindlichsten Stadt Deutschlands (der Titel Großstadt ist ja wohl weg) in Bezug auf Fahrradverkehr. Die Note „mangelhaft+“ beim letztjährigen Fahrradklimatest unterstreicht dies recht eindeutig. Altbackene Parteimitglieder und die Wünsche des Seniorenrates blockieren in Siegen z.B. seit 20 Jahren dieses Miteinander des Langsamverkehr in der Bahnhofstraße. Den Vorschlag diese Passage bis 8:00 Uhr morgens und dann wieder ab 21:00 abends für den Radverkehr zu öffnen, zeigt die realitätsfremde Wahrnehmung dieser egoistischen Verhinderungstruppe. Will man in Siegen bessere Luft und eine ruhigere Innenstadt, dann muss man auch Schülern, Studenten und Berufstätigen die Möglichkeit bieten das Fahrrad zu nutzen. Mit dem Innenstadtcampus will man die Siegener Innenstadt beleben, aber bitte nach "unseren" Regeln. Siegen ist und bleibt in Bezug auf das umweltfreundlichste und gesündeste Fortbewegungsmittel kleinkariert und rückständig. Siegen verliert an Einwohnerzahlen. Es geht nicht darum die eine Bevölkerungsgruppe gegen die andere aufzumischen, aber wenn Siegen es nicht schafft neben dem Auto auch den gesamten Langsamverkehr attraktiv zu gestalten, dann wird unsere Stadt auch nicht zu einem Anziehungsmagnet für junge Menschen und Familien werden. Was wollen Senioren in einer vergreisten Stadt ohne Jugend. Dort wo junge Menschen fehlen, gehen einer Stadt perspektivisch die Zukunftsmodelle für immer verloren. 

Die Mischung macht‘s. Denn dann muss jeder auf den anderen Rücksicht nehmen. Der einjährige Feldversuch "Fahrrad frei" in der Bahnhofstraße hat gezeigt, dass es funktioniert. Wie borniert muss man dann sein, dies zu ignorieren und scheinbar "lobbygesteuert" durch die "Ältesten der Stadt"  (Seniorenrat) dies mit einem eingebrachten Stoppversuch wieder zunichte zu machen. 
Wenn es der stockkonservativen CDU in Siegen nicht gelingt den Blick nach vorne zu richten, wird es auch nicht gelingen, die kleinen und großen Wünsche aller Bevölkerungsgruppen miteinander zu verbinden.
Herr Christian Doppler und Frau Dorothea Schleifenbaum stehen stellvertretend für diese langjährige Blockadehaltung, mit der man in Siegen alles in einer engstirnigen Betrachtung nicht vorstellbare mit allergrößter Sturheit verhindert, selbst wenn ein Feldversuch genau das Gegenteil behauptet.
Wenn es hart auf hart kommt, dann werden wieder die in ihrer Mobilität eingeschränkten bzw. auf Gehhilfen angewiesenen älteren Menschen angeführt, um den zarten Grashalm einer positiven Veränderung in Siegen mit aller Gewalt zu zertreten.
Ist Siegen wirklich auf dem Weg zu neuen Ufern oder setzt man dem rückwärtsgerichteten Denken nur eine neue Mütze auf. Ich will keine Gruppe gegen eine andere aufhetzen, aber eine Gesellschaft funktioniert nur durch das Miteinander und die gelebte Rücksicht aufeinander.

Siegen – Eine Provinzstadt, der in vielen Belangen das „Groß“ fehlt.

Zum Schluss noch eine Dankeschön an Frau Anke Schreiber (Leiterin der Abteilung Straße und Verkehr), die das positive Ergebnis des Feldversuches, trotz massiver Gegenwehr des "Ältestenrates" verteidigt hat. Siegen hat es wohl neben den mutigen Abweichlern der kompletten Opposition zu verdanken, dass die Abstimmung "für" uns Radfahrer ausgefallen ist. DANKE !!!
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SZ-Artikel vom  21.06.2013 

"Bahnhofstraße nicht nur Fußgängerzone / CDU-Stoppversuch

mir Siegen. Dass sich am Radfahren eine Debatte auch im Rat Siegen ergeben könnte, das konnte niemand ahnen. Beim Thema „Straßenwidmungen im Projektgebiet Siegen – Zu neuen Ufern“ hakte die CDU ein, Christian Doppler beantragte: „Radfahrer frei bitte streichen.“
20 Jahre diskutiert Siegen bereits, ob Radfahrer in der Fußgängerzone Bahnhofstraße fahren dürfen oder besser nicht. Jetzt soll es gestattet werden, ein einjähriger Versuch hat funktioniert. Aber Doppler blieb bei seiner argumentativen Linie: „Radfahrern ist es zuzumuten, die kurze Strecke zu schieben. Auch der Seniorenbeirat sieht das so.“
Da war selbst Angelika Flohren (SPD) fast sprachlos: „Ich glaub’ es nicht. Der Radfahrversuch ist doch gut gelaufen.“ Dem Seniorenbeirat empfahl sie, sich in Münster zu informieren, da funktioniere das seit vielen Jahren. Dorothea Schleifenbaum (CDU) bezweifelte das, sie hatte in Münster von Konflikten zwischen Radlern und Fußgängern gehört.
Vollkommen unspektakulär gehe das zwischen Radfahrern und Fußgängern in der Bahnhofstraße, befand Angela Jung (Grüne): „Das ist kein Schritt in die Zukunft.“ Maria Opterbeck (CDU) beeindruckte das überhaupt nicht. Das Rad zu schieben, sei kein Zeitverlust. Man sollte vernünftig sein, auch wegen der Kinder. Sie fand es unmöglich, Radfahren in einer Fußgängerzone zu erlauben.
Der CDU-Antrag fand keine Mehrheit, die übrigen Fraktionen lehnten das Ansinnen mit breiter Mehrheit ab. Kaum war das Ergebnis verkündet, kehrten fünf CDU-Mitglieder geschlossen in den Saal zurück, ohne an der Abstimmung teilgenommen zu haben. Über Lautsprecher hatten sie die Debatte draußen verfolgen können.
Ein Zufall? Wohl kaum. Gar manchem Ratsmitglied blieb das erstaunte Grinsen im Gesicht stehen."

Donnerstag, 20. Juni 2013

Nationaler Radverkehrsplan 2020 und seine Bedeutung für Siegen


"Bündnis 90 / Die Grünen Siegen" haben anlässlich einer Sitzung des Verkehrsausschusses der Stadt Siegen am 15.11.2012, nachfolgende Fragen an die Verantwortlichen übersandt.
Im Anschluss an die Fragen findet man die entsprechenden Antworten:

"Sehr geehrte Frau Jung,
sehr geehrte Damen und Herren,


vor einigen Wochen stellte Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer der Öffentlichkeit den Nationalen Radverkehrsplan 2020 (NRVP 2020) vor.

Dieser definiert das Ziel, den Anteil des Radverkehrs in den städtischen Kommunen von jetzt 11% im Bundesdurchschnitt auf 16% bis zum Jahre 2020 zu erhöhen, und zeigt die dazu notwendigen Mittel und Strategien auf. „Der NRVP richtet sich allerdings nicht nur an den Bund, sondern maßgeblich auch an die Länder und Kommunen“ (Zitat NRVP S. 7).

Vor diesem Hintergrund fragen wir:


1. Wie hoch ist zurzeit der Anteil des Radverkehrs in Siegen?

Antwort Stadt Siegen:
Der Anteil des Radverkehrs der Stadt Siegen liegt laut VEP und Ergebnisse verschiedenster
Verkehrszählungen im Stadtgebiet mit 3 bis 5 % weit unter 10 %.  


2. Wie hoch sollte der Anteil des Radverkehrs in Siegen im Jahre 2020 aus Sicht der Verwaltung sein?

Antwort Stadt Siegen:
Aufgrund der topografischen Gegebenheiten erscheint der Verwaltung hauptsächlich
ein Anstieg aufgrund der Zunahme von Elektrofahrrädern realistisch, Ein möglicher Anstieg
des Radverkehrs bis ins Jahr 2020 wird aus Sicht der Verwaltung bei maximal 10 % gesehen.  


3. Hält die Verwaltung den NRVP für eine geeignete Grundlage für die Förderung des Radverkehrs auch in Siegen?

Antwort Stadt Siegen:
Ja, denn der NRVP beschreibt die Strategie, mit der die Radverkehrsförderung in Deutschland effektiv weiterentwickelt werden soll. Hierzu werden die einzelnen Handlungsfelder identifiziert, die jeweiligen Ziele und Lösungsstrategien aufgezeigt und konkrete Maßnahmenvorschläge getrennt nach Bund, Land und Kommunen benannt. Der NRVP benennt jedoch auch finanzielle Ressourcen als wesentliche Grundlage der Radverkehrsförderung. Die Verwaltung hält aufgrund der eigenen angespannten Haushaltssituation Förderprogramme von Bund und Land für die geeignetste Grundlage den Radverkehr in Siegen zu fördern.

4. Der NRVP unterteilt die Städte bezüglich der Förderung des Radverkehrs in 3 Gruppen: Einsteiger, Aufsteiger und Vorreiter. Zu welcher Gruppe gehört die Stadt Siegen aus Sicht der Verwaltung?

Antwort Stadt Siegen:
Die Stadt Siegen gehört aus Sicht der Verwaltung zu einer Zwischengruppe zwischen Einsteiger und Aufsteiger. Der Radverkehrsanteil liegt deullich unter 10 %, was eine Zuordnung zur  Gruppe Einsteiger bedeuten könnte. Eine Basisinfrastruktur ist vorhanden, die noch Lücken im Gesamtnetz aufweist (z.B.: in Eiserfeld). Ein Teil möglicher fester organisatorischer Strukturen (Radverkehrsbeauftragter) ist geschaffen worden. Umfangreiche Maßnahmen zur Radverkehrsförderung werden im Zusammenhang mit Neubaumaßnahmen umgesetzt. 4 Anlagen von Radwegen entlang Landesstraßen mit 100%iger Förderung wurden beim Landesbetrieb beantragt. Der Neubau zweier Radwege ist zur Förderung vorangemeldet.

5. Welche konzeptionellen Ansätze zur Förderung des Fahrradverkehrs verfolgt die Verwaltung?

Antwort Stadt Siegen:
Der im letzten Jahr aktualisierte Radwegenetzplan der Stadt Siegen soll 2013 in Zusammenarbeit mit dem ADFC auf eventuelle Netzverdichtungen und/oder Erweiterungen
untersucht werden. Der Kontakt zum ADFC wird darüber hinaus mehrmals im Jahr gepflegt und daraus resultierende Anregungen werden abgearbeitet. Um den Radverkehr zu fördern soll mit den eingestellten Mitteln. und dem im Jahr 2012 aktualisierten Radwegenetzplan als  Grundlage, in Zusammenarbeit mit dem ADFC der Fahrrad-Stadtplan aktualisiert werden.


6. Der NRVP geht davon aus, dass Einsteigerstädte 8 bis 18 € pro Einwohner und Jahr zur Förderung des Fahrradverkehrs bereitstellen, das bedeutet für Siegen 800.000 € bis 1,8 Mio. €. Welche Summe steht gem. HH 2012 für diese Zwecke zur Verfügung, wie wird das voraussichtliche Rechnungsergebnis sein und welche Summe ist im Haushaltsentwurf 2013 vorgesehen?

Antwort Stadt Siegen:
20.000 € standen 2012 und stehen 2013 ausschließlich für eine Vielzahl von kleineren Investitionen in eine .Fahrradfreundliche Stadt" zur Verfügung . Der Radweg entlang des Siegufers in Eiserfeld ist mit 770.000 € eingeplant. Umfangreiche zeitaufwendige Vorarbeiten verzögern jedoch eine Umsetzung. Über Sammelhaushaltsstellen wie Maßnahmen zur Verkehrssicherung: Unterhaltung und Neubau von Straßen, Wegen und Plätzen: Baukosten Straßenbeleuchtung etc. werden auch Maßnahmen zur Förderung des Fahrradverkehrs finanziert. In nahezu allen  Straßenneubaumaßnahmen sind zudem Ausgaben, die den Radverkehr fördern enthalten. Ein voraussichtliches Rechnungsergebnis über die Summe der unterschiedlichsten Finanzierungen ist nicht darstellbar.

7. Unverzichtbare Voraussetzung zur effizienten Förderung des Fahrradverkehrs ist die Bereitstellung ausreichender personeller Ressourcen. Das hat der Rat der Stadt Siegen schon vor langer Zeit erkannt und die Stelle des Fahrradbeauftragten geschaffen, der allerdings auch fahrradfremde Tätigkeiten ausüben muss. Wie viel Prozent seiner Arbeitszeit widmet der Fahrradbeauftragte gemäß Stellenplan oder Dienstanweisung der Förderung des Fahrradverkehrs?"

Antwort Stadt Siegen:
In der Stellenbeschreibung des seit August 2011 bestellten Fahrradbeauftragten Herrn Hammerschmidt sind 5 % veranschlagt. Dieser Zeitanteil reicht- basierend auf den Erfahrungen des letzten Jahrzehnts - aus um gemäß Ratsbeschluss vom 24.06.1998 Beschwerden sowie Anregungen aufzunehmen und um sich bei allen Planungen, die den Fahrradverkehr betreffen zu beteiligen. Dies heißt nicht, dass die Verwaltung nur 5 % einer Arbeitskraft mit der Förderung des Radverkehrs betraut. Ein weiterer Mitarbeiter der Abteilung Straße und Veikehr hat 30 % seiner Arbeitszeit der Objektplanung für Ingenieurbauwerke und Verkehrsanlagen des Radverkehrs zu widmen. Führen Anregungen und Beschwerden zu baulichen oder verkehrstechnischen Veränderungen an Radwegen im Stadtgebiet, so werden diese Aufgaben vom Bauhof und den Bezirksingenieuren abgearbeitet. 

Quelle: Bündnis 90 Die Grünen - Siegen

Quintessenz:

Bezugnehmend auf die Antworten der Stadt Siegen lässt sich die bestehende Situation für Radfahrer in Siegen somit erklären und ohne ein Orakel zu bemühen, kann man sich ebenfalls  die zukünftige Situation für Radfahrer in Siegen relativ leicht vorstellen. 

Um es mit einer Schulnote auszudrücken: 

"MANGELHAFT plus"

Der ADFC-Siegen schreibt dazu
"Quo Vadis Siegen: Katastrophales Ergebnis im Fahrradklima-Test


Eigentlich war es irgendwie zu erwarten:
Im bundesweiten Fahrradklima-Test des ADFC erzielte die Bewertung der Krönchenstadt Siegen in der Klasse um 100.000 Einwohner den drittschlechtesten Platz im gesamten Deutschland. Die Note: 4,58 - dies entspricht etwa einem "MANGELHAFT plus".
Siegen zu neuen Ufern, heißt es so schön. Aber nicht in Punkto Fahrrad: Hier lebt "Die Provinz voller Leben" - oder besser: "Provinz voller Chaos" noch total hinter dem Mond. Stadtbaurat Michael Stojan sollte sich schon mal schön warm anziehen." 

Vollständige Pressemittteilung des ADFC-Siegen zu dem Ergebnis des Fahrradklimatest

Mittwoch, 5. Juni 2013

...Fortsetzung "Anfrage Radwegbenutzungspflicht vom 22.03.2013"

Original-Post vom 24.04.2013

Zweirichtungsradweg mit Benutzungspflicht zwischen 
Wilnsdorf-Rinsdorf und Siegen-Eisern:

 
Chronologie meiner Anfrage, die Benutzungspflicht für diesen Radweg auf Basis des BVerwG-Urteil 3C 42.09 aufzuheben:

22.03.2013 Anschreiben an Herrn Andreas Klein, Vorsitzender Verkehrsausschuss der Gemeinde Wilnsdorf

23.03.2013 Annahmebestätigung von Herrn Andreas Klein, mit dem Verweis diesen Antrag an Herrn Josef Nordmann (Gemeinde Wilnsdorf, Leiter Fachbereich III, Gemeindeentwicklung) weitergeleitet zu haben, damit man in der nächsten Verkehrsausschusssitzung darüber beraten kann.

10.04.2013 Mitteilung von Herrn Christoph Nöll (Gemeinde Wilnsdorf, Ordnungsamt), dass er meine Anfrage an die Stadt Siegen weitergeleitet hat.

Begründung: Dieser Rad- und Fußweg ist eine Maßnahme des Landesbetrieb Straßen NRW im Zuge des Ausbaus der L 907. Da sich der Fuß-/Radweg überwiegend in der Gemarkung Siegen (Ortsteil Eisern) befinde, wird meine Anfrage zuständigkeitshalber an die Stadt Siegen mit Bitte um Beantwortung meiner Frage weitergeleitet. Die Stadt Siegen ist zuständig für die Prüfung/Anordnung von Beschilderungen im Stadtgebiet. Von dort werde ich nun eine entsprechende Antwort erhalten.

23.04.2013 Eingang beim zuständigen Sachbearbeiter der Stadt Siegen Abteilung 7/1 Straße und Verkehr (Laut Mitarbeiter Stadt Siegen) 

16.05.2013 Rückfrage bei der Stadt Siegen Abetilung 7/1 bzgl. aktuellem Bearbeitungsstand meiner obigen Anfrage.

16.05.2013 Da der Abteilungsleiterin mein Schreiben zwar bekannt vorkam, aber sie keine Kenntnis mehr über die hausinterne Weiterleitung hatte, habe ich ihr das Originalanschreiben nochmals zugemailt. 

16.05.2013 Nun konnte auch der beauftragte Mitarbeiter ermittelt werden. Laut seiner Aussage hat am 14.05.2013 eine Ortsbesichtigung stattgefunden. Ergebnis: Man werde die "Sache" in die Anhörung geben. Aus seiner Sicht sollte der Abschaffung der Radwegbenutzungspflicht nichts im Wege stehen. Man teilte mir außerdem mit, mich über die stattfindende Anhörung und über das entsprechende Ergebnis in Kenntnis zu setzen. 

05.06.2013 ...

Freitag, 31. Mai 2013

Zensus 2011 - Die Einwohnerzahl von Siegen: 99.187

Zensusergebnisse zum Stichtag 9. Mai 2011:
Siegen liegt unter der 100.000-Einwohner-Grenze

"Die amtliche Einwohnerzahl von Siegen liegt bei 99.187. Diese Zahl wurde zum Stichtag 9. Mai 2011 im Zuge des bundesweiten Zensusverfahrens ermittelt. Der Kommune wurde das  Ergebnis am 31. Mai mitgeteilt. Erst in der nächsten Woche erhalten die Verwaltungen Anhörungsschreiben mit zugehörigem Datenblatt, das die Rechenschritte vom Einwohnermelderegister der Stadt Siegen bis zur neuen amtlichen Einwohnerzahl detailliert erläutert und Grundlage einer Überprüfung sein kann. Die rechtskräftige amtliche Feststellung der Einwohnerzahlen durch IT.NRW (Information und Technik Nordrhein-Westfalen) wird Ende Juni erfolgen."


Quelle: Stadt Siegen

Die Reaktion von dem Siegener Bürgermeister, Herr Mues:
„Ich habe bereits kurz nach meinem Amtsantritt 2007 eine Stabsstelle „Demografie“ eingerichtet, die sich damit befasst, auf die sich ändernde Einwohnerstruktur einzugehen.... 
Schließlich müssen wir weiter daran arbeiten, das Lebensumfeld so zu gestalten, dass es den Ansprüchen und Bedürfnissen der Menschen entspricht. Stichworte hierzu sind beispielsweise Kinderbetreuung, Umweltqualität und Stadtbild. Hier haben wir uns bereits auf den Weg gemacht.“  

Meine ausführliche Spontanreaktion: "Aha !?

Nachfolgend ein Beispiel der praktizierten Stadtbildoffensive in Siegen als Begründung für meine vielleicht nicht nachvollziehbare Reaktion :

...der Radfahrer darf es nicht:
 ...der "Hübbelbummler" darf das:
...und sorgt so eindrucksvoll für das angestrebte schöne Stadtbild. 
Zugegeben, dagegen sind Fahrradfahrer in jeder Beziehung chancenlos:
 Herr Mues, Sie gestatten an dieser Stelle eine Wiederholung Ihrer Aussage:

"Hier haben wir uns bereits auf den Weg gemacht.“  

Herr Mues, weiter so, denn genau so wünschen sich die Siegener Bürger das "neue" Stadtbild.