Dienstag, 16. Juni 2015

Eiserfelder Großbaustelle - Bauphase 2 - Massive Auswirkungen für den Radverkehr

Es bewegt sich was in Eiserfeld. Alleine das ist schon eine Meldung wert. Die inzwischen stauerfahrene "Eiserfelder-Straße" macht weiter von sich reden. Denn die Großbaustelle wanderte am 15.06 vom Kreisel in Richtung Hallenbad. Neben der Verschiebung der einseitig, ampelgeregelten Verkehrsführung für Autos und LKW hat man sich auch für die Radfahrer eine neue Variante bzw. Spitzfindigkeit einfallen lassen, um uns vor der Baustelle bzw. eher die Baustelle vor uns zu schützen. Bei der letzten Bauphase führte uns diese gelbbeschilderte, mit roten Verbotsschildern deutlich hervorgehobene Umleitung noch auf ebenem Gelände über die Parkplätze der anliegenden Supermärkte, an der für die Autos reservierten Baustelle vorbei. 
Vielleicht muss man für Auswertige erwähnen, dass diese Baustelle ein Länge von knapp 100Meter hat. Diesen massiven Auswand für Radfahrer würde man sich anderenorts auch mal wünschen. Zurück zum Tatort. Denn diese Schonfrist hat nun ein Ende. Ab jetzt geht es bergauf. Gestern abend von Siegen kommend, staunte ich nicht schlecht, als man uns, die Radfahrer,  nun auf der anderen Talseite von Eiserfeld den Gilberg hinaufleitet. Ok, gesagt getan. Den Anstieg erklommen, führt uns die Markierung rechts auf die eben verlaufende Gartenstraße. Dann kommt die größte Herausforderung für ungeübte, junge und sicher auch einige ältere Radfahrer. Jetzt führt uns die Umleitung rechts steil, wirklich extrem steil bergab, zurück zur "Eiserfelder Str.". Diese Straße heißt nicht umsonst "Schiefer Weg". 
Da ich sowieso in Richtung Wilnsdorf weiterfahren muss, bleibe ich auf der "Gartenstraße" bis zum Erreichen der "Eiserntalstraße". 

"Original-Umleitung" aus Siegen kommend Richtung Eiserfeld:
"Meine Variante" für beide Richtungen:
Ich wüsste wirklich gerne einmal, ob sich die Baustellenverantwortlichen mit den Verantwortlichen der städtischen Rad-/Verkehrsabteilung absprechen und gegebenenfalls auch den Rat von den "organisierten Fahrradfahrern" einholen. Denn diese jetzige Verkehrsführung für Radfahrer hat schon eine massive Auswirkung, da sie für viele Radfahrer nicht nur sehr mühsam, sondern auch extrem gefährlich ist. Aus meiner Sicht wäre es sicherer uns diese 100Meter im Baustellenverkehr mitschwimmen zu lassen.

Mittwoch, 10. Juni 2015

Licht und Schatten

Bereits gestern Abend bemerkte ich die seit Jahren dringend notwendige Sanierung dieser Unterführungspassage. Immer mal wieder versuchte man diesen Abschnitt mit einem neuen Teerflicken halbwegs schlaglochfrei zu gestalten. Aber mit diesem erneuten Anlauf sollte auch diese Gefahrenstelle fürs Erste behoben sein.
Bahnunterführung Richtung "Industriegebiet Schemscheid"
Vor Jahren gab es an dieser "Kreuzung" (Fuß-/Radweg / Heeserstr.) mal einen markierten Fußgängerüberweg. Dieser erlaubte den Fußgängern, Schulkindern und auch den Radfahrern, an dieser doch recht unübersichtlichen Stelle, die sichere Querung der Heeserstraße. Die Zeit verging und das "Zebra" auch. Selbst die letzten Spuren dieser "Überquerungs-Hilfe" wurden inzwischen gründlich wegradiert. Kann man denn nicht mal an dieser neuralgischen Stelle ein positives Zeichen für den "Schwächeren" setzen? Denn neben der HTS für den motorisierten Verkehr in unmittelbarer Nachbarschaft, verläuft hier die am meisten genutzte "Nord-Süd-Tangente" für den Langsamverkehr in Siegen. Wenn man in Siegen den Radverkehrsanteil bis 2020 auf 10% anheben möchte, dann muss man die dafür notwendigen Strukturen schaffen bzw. die bestehenden verbessern.
 
Kreuzung Heeserstr.
Das Gefahrenpotential endet jedoch nicht an dieser Kreuzung. Denn ab hier darf der weiterführende Fuß-/Radweg Richtung Si-Weidenau auf den ersten knapp 50 Meter auch von PKW genutzt werden, um einen unter der HTS angelegten Parkplatz zu erreichen. Im Prinzip eine sehr gute Idee. Nicht alle Autofahrer sind sich auf diesem Abschnitt der Verantwortung bewusst, genau auf diesen ersten 50 Meter ein Sicherheitsrisiko für den Langsamverkehr darzustellen. Bei der Nutzung dieses Radweges kommt es daher regelmäßig zu Beinaheunfällen, weil gerade die Ausfahrt von diesem Parkplatz, durch eine fehlende durchgezogene breite, weiße Linie den PKW-Fahrer nicht darauf aufmerksam macht, dass er ab jetzt "Gast" auf einem Fußweg mit erlaubter Radbenutzung ist. Außerdem verhindern hohe Büsche in dem spitzen Winkelbereich einen Einblick auf den Radweg bzw. auf diese Ausfahrt. Viele erwachsene Nutzer dieses Radweges sind sich dieser Gefahr täglich bewusst, aber gerade Kinder die diese Strecke auch oft mit ihrem Skateboard, Inliner oder Fahrrad benutzen, sollte man an diesem Punkt besser schützen. Es muss ja nicht immer erst was passieren, bevor man eine kostengünstige und schnelle Sicherungsmaßnahme vornimmt.
Gefahrenstelle im Anschluss an die Heeserstr.
Zum Schluss doch noch etwas Positives. Die kombinierte "Fußgänger-/Radfahrerampel" an der Kreuzung "Tiergartenstr. / Auffahrt HTS / Radweg Siegen-Weidenau" wurde bereits vor längerer Zeit von einer "Bedarfsampel" (ohne "Drücken" kein grün für Fußgänger/Radfahrer) hin zu einer "Auto-rot-Fußgänger-grün-Ampel" geändert. Eigentlich ein absolut banaler Hinweis, aber in Siegen ist selbst dies schon eine Meldung wert.
Kreuzung Tiergartenstr.

Montag, 8. Juni 2015

Alles sauber...

Nach Abschluss der VDSL-Arbeiten, hat man inzwischen auch den Fahrradweg vom störenden Baudreck befreit. Danke!

Dienstag, 2. Juni 2015

Critical Mass Siegen - Do 11. Juni 2015

ACHTUNG:

Abweichend von der bisher geltenden "1.Do im Monat-Regel" findet die nächste "Siegener Critical Mass", bedingt durch Fronleichnam, am 11.Juni 2015 statt.
Alles andere bleibt:

Donnerstag, 28. Mai 2015

Der VDSL-Ausbau in Siegen und seine Hinterlassenschaft

  
Nach dem Abschluss der VDSL-Arbeiten im Bereich "Industriegebiet Schemscheid / Stumme Loch / Eintracht" ist in den letzten Tagen ein großer Erdhaufen abgetragen worden. Der Baustellenverkehr hat auf dem kombinierten Fuß-/Radweg deutlich nachgelassen. Daher ist inzwischen die Nutzung für alle deutlich sicherer geworden.
Jetzt warten wird nur noch auf eine Grundreinigung "unseres" Radweges, der wichtigsten Trasse für den Langsamverkehr zwischen Siegen und Eiserfeld.

Freitag, 22. Mai 2015

2020 - Radverkehrsanteil in Siegen bei 10% ?!

"Am 13.05.2015 präsentierte Bürgermeister Steffen Mues gemeinsam mit Vertretern ADFC, Politik und Verwaltung den neuen Fahrradstadtplan für Siegen. Bürgermeister Steffen Mues bekannte, dass die Stadt für den Radverkehr noch viel tun könne. Die Stadt wolle dies in Zukunft mit mehr Nachdruck verfolgen. Der ADFC Siegen-Wittgenstein e. V.  hat maßgeblich an der Neuauflage des zuletzt 1997 verlegten Plans mitgewirkt. Der stellvertrender ADFC-Vorsitzende Karsten Riedl erinnerte an das vom anwesenden Stadtbaurat Stojan genannte Ziel den Radverkehrsanteil bis 2020 auf 10% zu heben. Dies hatte Stojan in einer Anfrage der Grünen Ratsfraktion zum Nationalen Radverkehrsplan 2020 als mögliche Zielgröße genannt. Neben baulichen Maßnahmen sei dazu auch notwendig, eine verbesserte Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben, um der Bevölkerung zu vermitteln, dass Fahrradfahren in Siegen ausdrücklich erwünscht sei. Vertreter der Stadtverwaltung zeigten sich besten Willens dies in der Zukunft zu beherzigen."

Quelle: ADFC Siegen

Um in Siegen den Radverkehrsanteil im Jahre 2020 auf 10% anzuheben, aus heutiger Sicht würde ich ihn auf weit unter 5% schätzen, braucht es mehr als ein paar bauliche Maßnahmen und eine Hochglanz-Imagekampagne.
Das ständige hin und her bei der Gewähr bestimmte Passagen in Siegen mit dem Rad straffrei zu befahren, hat bereits viele Radfahrer verunsichert. Solange der Radfahrer den Eindruck hat nicht erwünscht zu sein, wird er sich auch auf Siegens Straßen nie als gleichberechtigt oder sicher fühlen. Der Radfahrer wird hier einfach nicht ernst genommen. Die Ergebnisse der Fahrradklimatests der vergangenen Jahre sprechen eine eindeutige Sprache. Die von den Verantwortlichen der Stadt reflexhaft geäußerten Versprechen dies jetzt endgültig mal anzupacken, verpuffen wie jedes blumenreich vorgetragene Wahlversprechen.
Man kann das Miteinander nicht immer mit Gesetzen und Vorschriften gestalten. Wie lange haben wir in Siegen darauf warten müssen, im Schritttempo durch die "Bahnhofstraße" fahren zu dürfen. Unter anderem hat der Ältestenrat dies über Jahre verhindert. Warum gilt dies z.B. nicht auch für die "Kölner Str."? Warum unterstellt man dem Radfahrer dies nicht in Rücksicht gemeinsam mit dem Fußgänger regeln zu können? Muss denn immer das 1% dieser Unbelehrbaren, die es in allen Bereichen gibt, dafür herhalten, ein Argument für das dagegen anzuführen? Der Radfahrer ist nicht generell schlecht oder gar böse. Er ist ein Verkehrsteilnehmer wie jeder andere auch. Aber solange er sich weiterhin in Siegen gegängelt und an den äußersten Rand verbannt fühlt, wird das 10%-Ziel auf sehr lange Sicht nicht erreicht werden. Selbst in den Siegener Fahrradstraßen ist er Freiwild für Parkplatzsuchende, denen die Gesundheit des Radfahres der eigenen, blinden Eroberungswut nur im Wege steht.
Auf jeder meiner fast täglichen Radfahrten zur Arbeit erlebe ich im Durchschnitt 3 Situationen, in denen ich  lediglich durch den bedingungslosen Verzicht auf meine eigene Vorfahrt einen Unfall mit ungewissem Ausgang verhindern kann. Dabei fahre ich nicht in Rambomanier, unter Missachtung aller Verkehrsvorschriften kreuz und quer, rücksichtslos über die Straßen. Im Gegenteil, mit "Tagfahrlicht" und mit stets angepasster Geschwindigkeit erlebe ich die Hierarchie auf Siegens Straßen täglich am eigenen Leib.
Am Beispiel des Kreisels in Eiserfeld kann ich dies jederzeit vorführen. Wenn man dann jedoch als Radfahrer auf sein Recht pocht, wird man noch angepögelt und beleidigt.
Herr Stojan, es gibt sehr viel zu tun. Aber solange der Autoverkehr in jeder Hinsicht unangefochten zum Platzhirsch Nr.1 erkoren wird, warten wir in Siegen vergebens auf eine neue Kultur des Miteinanders im Straßenverkehr. Gönnen Sie sich mal mit dem Fahrradbeauftragten, oder mit den Vertretern der Stadtverwaltung, aber ohne Blitzlicht, ohne Fotografen, ohne Blaulicht, ohne Öffentlichkeitstermin eine Radfahrt durch Siegen und Sie werden feststellen wo es überall hakt. Lassen Sie sich mal "undercover" auf dieses einmalige Erlebnis ein. Sie werden Siegen aus einer komplett anderen Sicht kennenlernen ;-)

Donnerstag, 21. Mai 2015

Die Niederländer radeln dem Trend entgegen

"WHO schlägt Alarm - Europäer werden immer dicker

Zu viel Fastfood, zu wenig Bewegung: Die Europäer werden immer fetter. Jetzt schlägt die WHO Alarm. Einem aktuellen Bericht zufolge wird in manchen Ländern im Jahr 2030 kaum noch jemand normalgewichtig sein."

...
KOPENHAGEN/PRAG. In Europa werden 2030 viel mehr Menschen als bisher mit Fettleibigkeit kämpfen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) für die Europäische Region in Kopenhagen warnt vor einer "Übergewichts-Krise enormer Ausmaße".
...
In den Daten der WHO steckt aber zumindest auch eine gute Nachricht: In den Niederlanden werden die Menschen den Annahmen zufolge schlanker. Weniger als die Hälfte der Männer dort soll in 15 Jahren noch übergewichtig sein (2010: 54 Prozent), nur 8 Prozent adipös (2010: 10 Prozent). Statt 13 Prozent kämpfen 2030 demnach nur noch 9 Prozent der Niederländerinnen mit Fettleibigkeit. (dpa)"

Quelle: Ärztezeitung

Warum ist das so? Warum folgen die Niederländer nicht diesem scheinbar unaufhaltsamen Trend in Europa?

Laut der Experten gibt es dafür wohl mehrere Gründe:

"Vor einigen Jahren gab es viel Werbung im Fernsehen für Süßigkeiten, das ist jetzt verboten“, sagt Ernährungswissenschaftler Prof .Fred Brouns von der Universität Maastricht. 

Im Vergleich zu den Niederländern trinken z.B. die Deutschen 50% mehr Bier.

Ein weiterer Grund, wer hätte das gedacht: Im letzten Jahr radelten die Niederländer 14 Milliarden Kilometer. Das heißt: 2,5 Kilometer pro Person und Tag.  Somit ist die mit dem Rad pro Person zurückgelegte Strecke in den letzten 5 Jahren um 10% angestiegen.

Steigende Benzinpreise und ein wachsenden Umweltbewustsein sind scheinbar nicht ursächlich für den Umstieg auf's Rad. Vielmehr sorgt ein vermehrtes Gesundheitsbewussstsein und der fehlende innerstädtische Parkraum für Autos für eine weitere, zunehmende Nutzung des Fahrrades im Berufsalltag und in der Freizeit.

Beispiel für eine geniale Infrastruktur für den Langsamverkehr in Eindhoven - der Hovenring:
 

Mittwoch, 20. Mai 2015

Siegen-Eiserfeld ... mal wieder eine Großbaustelle

Bedingt durch die Komplettsanierung der "Eiserfelder Straße" vom neuen Kreisel bis zum  Bahnhof haben die Verantwortlichen den Entschluss gefasst die Radfahrer von dieser Großbaustelle fernzuhalten. Daher ist aus beiden Richtungen kommend ein striktes  Durchfahrtverbot für Radfahrer eingerichtet worden. Momentan, die Baustelle wandert bis Ende des Jahres bis zum Bereich "Eiserfelder Bahnhof", ist somit eine Umgehung von der Aldi-Einfahrt bis zum Hallenbad vorgesehen.

So weit, so gut? Leider bezieht sich diese
Einrichtung lediglich auf das Aufstellen von Durchfahrtverbotsschilder und der notwendigen Umleitungsbeschilderung. Denn falls der geneigte Fahrradfahrer jetzt davon ausgeht, dass man ihm auf dieser Umleitungspassage z.B. eine unterstützende Überquerungshilfen für Hochbordsteinkanten anbietet, dann hat er wohl noch nie mit der in Siegen deutlich ausgeprägten, fehlenden Unterstützung für Radfahrer Bekanntschaft gemacht. 
Wenn man nun bedenkt, dass sich die Stadt Siegen laut Maßnahmenkatalog des aktuellen „Integrierten Klimakonzeptes" mittelfristig um die Aufnahme in die "AGFS - Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW" bemüht, dann liegen wohl erneut Anspruch und Wirklichkeit sehr weit auseinander. 

Hochbordsteine auf beiden Seiten der Hallenbadzufahrt / Radfahr-Umleitung:
Morgens um 7:15 Uhr ist diese Umgehung oftmals noch gesperrt:
Will man die Radfahrer schützen oder versucht man uns erneut aus dem Revier der anderen Verkehrsteilnehmer zu verdrängen? Wenn man uns etwas Gutes tun möchte, dann genügt es nicht nur entsprechende Verbotsschilder aufzustellen. Ein E-Rollstuhlfahrer musste gestern komplett durch die Baustelle fahren, weil er die Hochbordsteine ohne fremde Hilfe nicht überwinden konnte. Durchdachte Barrierefreiheit und Inklusion sieht anders aus.

...ergänzende "Momente" meines Radfahreralltags auf der Strecke nach Si-Weidenau:

Durch den VDSL-Ausbau in Siegen muss man auch auf Radwegen mit regelmäßigem Baustellenverkehr rechnen. Dieser lässt schon mal das eine oder andere wackelige Vermächtnis zurück:
Gestern kam mir im Verlauf dieses kombinierten Fußgänger-/Radweges ein aus der Eintracht kommender, mit überhöhter Geschwindigkeit fahrender Mitarbeiterbus der ausführenden Firma entgegen. Nur mit einem beherzten Ausweichen auf den Grünstreifen konnten sich einige Läufer in Sicherheit bringen. Dieser Abschnitt wird von dieser Firma oft als Abkürzung in Richtung Industriegebiet "Schemscheid" genutzt. Da in diesem Bereich zunehmend kleine und große Erholungssuchende unterwegs sind, muss von allen "Verkehrsteilnehmer" eine entsprechende Rücksichtnahme gelebt werden.

Auf der Weiterfahrt wird dieser Radweg im Bereich des Lockschuppens seit Wochen regelmäßig als Parkfläche genutzt:

Vor geraumer Zeit hatte ich diesen Blog eingestellt. Auch wenn er nicht zu einer wahrnehmbaren Verbesserung der Situation für Radfahrer in Siegen und Wilnsdorf beiträgt, so werde ich an dieser Stelle zukünftig wieder von meinen Erlebnissen als "Zweiradpendler" berichten. 

Einige, leider regelmäßige Erlebnisse auf meiner Fahrt zur Arbeit:

- PKW und LKW befahren durchgängig den Schutzstreifen in Eiserfeld
- rasende parkplatzsuchende Berufsschüler auf der "Fahrradstraße" unter der HTS (im Straßenverlauf "An der Unterführung")
- Fahrradwege und Schutzstreifen werden als Parkplatz benutzt
- bewusstes oder unbewusstes Vorfahrtnehmen von motorisierten Verkehrsteilnehmer
(ich fahre grundsätzlich nur noch mit Licht, leider meist ohne Wirkung)
- kein Einhalten des Mindestabstandes beim Überholen mit oder ohne Gegenverkehr
- Queren der Fahrbahn von Autos und Fußgänger ohne auf den Radverkehr zu achten
- schlechte Straßenbeläge und Schlaglöcher besonders im Straßenrandbereich

Mittwoch, 6. Mai 2015

Critical Mass Siegen - 1. Ausfahrt in 2015

Am 7.Mai ist es endlich so weit. Die erste Siegener „Critical Mass“ des Jahres steht an. Jetzt heißt es Freunde, Bekannte, Kollegen, Mitschüler, Kommilitonen, Familienangehörige von unserer gemeinsamen Fahrradfahrt zu begeistern. Je mehr Teilnehmer an unserer Radtour durch Siegen teilnehmen, desto größer ist die Aufmerksamkeit, die wir für das Fahrrad als gleichberechtigtes Verkehrsmittel in unserer Stadt gewinnen. Nicht zuletzt wächst so auch der Spaßfaktor für alle Mitfahrer. Denn eins soll die „Critical Mass“ auf jeden Fall machen: Spaß und Freude am Radfahren.

Einige Kurzinfos für Einsteiger und zur allgemeinen Auffrischung:

Die „Critical Mass“ beruft sich auf den §27 der Straßenverkehrsordnung:

§ 27 Verbände
(1) Für geschlossene Verbände gelten die für den gesamten Fahrverkehr einheitlich bestehenden Verkehrsregeln und Anordnungen sinngemäß. Mehr als 15 Mitfahrer dürfen einen geschlossenen Verband bilden. Dann dürfen sie zu zweit nebeneinander auf der Fahrbahn fahren.

Daraus ergibt sich auch die Besonderheit, dass wir als Gruppe geschlossen über eine, während der Durchfahrt auf rot umspringende Verkehrssignalanlage fahren dürfen. Dies ist vergleichbar mit einem LKW mit Hänger. Dabei dürfen wir eine komplette Fahrbahnspur benutzen.
Es gibt keinen Verantwortlichen oder Organisator. Wir fahren gemeinsam Rad und bilden zu unserer Sicherheit einen Verband.

Die Mitfahrer sind während ihrer zufälligen, gemeinsamen Fahrt ein Teil des Verkehrs und sind für ihr Verhalten und für die Sicherheit des eigenen Fahrrades selbst verantwortlich. Das schließt natürlich die Solidarität und Verantwortung gegenüber Anderen nicht aus.

Wir behindern nicht den motorisierten Straßenverkehr. Im Gegenteil, wir lassen ihn mitfahren ;-)
Die Gruppe sollte möglichst geschlossen bleiben, um so den Charakter des Verbandes einzuhalten.

Wir fahren mit einer moderaten Geschwindigkeit von 12 bis 15 km/h, so dass jeder Teilnehmer entspannt mitfahren kann.

Fußgänger sollte das Queren der Fahrbahn gefahrlos ermöglicht werden.

Polizei und Rettungsfahrzeuge haben immer Vorrang.

Wir provozieren keine anderen Verkehrsteilnehmer und lassen uns auch nicht provozieren.

Kurz gesagt: Die „Critical Mass“ ist eine Idee von bestechender Einfachheit: Gemeinsames Fahrradfahren unter Einhaltung aller Verkehrsregeln durch unsere Stadt. Präsenz zeigen und so daran erinnern, dass die StVO viel muskelkraftfreundlicher ist, als es die meisten motorisierten Verkehrsteilnehmer glauben.

Die „Critical Mass“ hat nicht das Ziel den Verkehr zu blockieren. Der motorisierte Verkehr verstopft die Straßen tagtäglich in unserer Stadt, ohne dass jeder einzelne Autofahrer das plant oder sich dafür verantwortlich fühlt. Die „Critical Mass“ ist nichts anderes als eine Gruppe von Fahrradfahrer, die sich für eine kurze Zeit ebenfalls in den Verkehr mischen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger...

Ein kleiner Motivationsschub und Aufruf zum Schluss:
Alle “alten Hasen” sind hiermit herzlich aufgerufen jeweils eine*n Bekannte*n mitzubringen.
Schließlich wollen wir von Jahr zu Jahr immer mehr werden, oder!?

Wir sehen uns!

Mittwoch, 26. November 2014

Neuer Zwischenstand "Fahrradklima-Test 2014"

Teilnehmerstand am 24.11.2014:
 ("geklammert" sind die Teilnehmerzahlen aus dem Jahr 2012)

Siegen:            300 (282)
Wilnsdorf:        76 (6)
Kreuztal:          53 (42) 
Netphen:          49 (18)
Hilchenbach:   39 (66)
Freudenberg:    8 (6)

Die Umfrage zur "aktuellen Situation" für Fahrradfahrer endet am 30.November 2014.

Hier geht es zum Onlinefragebogen für alle diejeniegen, die noch abstimmen wollen...

Mittwoch, 24. September 2014

ADFC-Fahrradklima-Test 2014

Es ist wieder soweit. Der ADFC bittet um die Bewertung der örtlichen Fahrradsituation. Diese Chance einer ehrlichen und objektiven Bestandsaufnahme sollten wir uns nicht entgehen lassen.
Schließlich wird auch im Siegener Rat an der Umsetzung eines Radverkehrskonzeptes für Siegen "gearbeitet". Die erste hilfreiche Unterstützung bei dieser Mammutaufgabe können wir bereits mit unserer Bewertung leisten.
Im Original:
"Wie fahrradfreundlich ist Ihre Stadt oder Gemeinde?
Wie wohl fühlen Sie sich als Radfahrerin oder Radfahrer in Ihrer Stadt oder Gemeinde? Bewerten Sie die Fahrradsituation vor Ort und tragen Sie damit zur Verbesserung des Verkehrsklimas bei. Der Fahrradklima-Test des ADFC ist die größte Umfrage dieser Art."
Quelle: ADFC

Montag, 15. September 2014

Die "Mood - Tour 2014 " braucht unsere Unterstützung in Siegen

Vorab zur Information:
"Was ist die MOOD TOUR ?

Die MOOD TOUR ist Deutschlands erstes Aktionsprogramm auf Rädern, das 2014 zum zweiten Mal durch Deutschland rollt und einen Beitrag zur Entstigmatisierung der Depression als Erkrankung leistet: in zwölf Etappen radeln 64 Depressionserfahrene und -unerfahrene Menschen im Zeltbetrieb 7000 km durch die ganze Republik. Während dieser dreimonatigen Staffel-Fahrt finden in zahlreichen Städten Infostand- und Mitfahr-Aktionen statt, die direkten Kontakt zu Bürgern herstellen.
Die MOOD (engl. für Stimmung) TOUR möchte beides: Stimmung machen & Mut."

Quelle:  mood-tour.de

Diese Aktion verdient es auch in Siegen unterstützt zu werden.

Daher der nachfolgende Aufruf des
"ADFC Siegen-Wittgenstein e. V." sowie "Bündnis gegen Depression Olpe-Siegen-Wittgenstein":

Feierabend-Begleitung der Mood-Tour am Donnerstag, 18.09.2014, 17:00 Siegen, Sieg-Caree

Die Mood-Tour (www.mood-tour.de) findet nach 2012 nun zum zweiten Mal statt und besucht auch wieder Siegen. Dabei fahren mehrere wechselnde Teams auf Tandems kreuz und quer durch Deutschland. Die Mood-Tour möchte dabei auf das Thema Depression aufmerksam machen. Es geht einerseits darum zu zeigen, dass sportliche Aktivität wie Fahrradfahren vor Depression schützen kann, andererseits darum Vorteile gegenüber Depression abzubauen. Bundesweit berichten die Medien über die Aktion. Es fahren Betroffene und Nicht-Betroffene gemeinsam auf einem Tandem. Eine besondere Herausforderung: denn für die meisten Teilnehmer ist dies die erste mehrtägige Radtour. Die Mood-Tour wird ca. 16:00 am Sieg-Caree eintreffen. Um 17:00 wird die Mood-Tour auf gemütlicher ebener Strecke nach Niederschelden begleitet. Dabei werden sich sicher wieder viele anregende Gespräche ergeben. Helfen Sie durch Ihre Anwesenheit das Anliegen zu unterstützen.  


Wir sehen uns ?!

15.000 km

Heute morgen habe ich für mich eine weitere Schallmauer durchbrochen. Denn mit der heutigen Radfahrt zur Arbeit habe ich die 15.000 Kilometer Hürde geknackt. Aber es geht weiter, schließlich motivieren mich ja nicht ausschließlich irgendwelche Zahlen, denn es geht mir primär um meinen Spaß, die Umwelt und besonders wichtig, um meine eigene Gesundheit.
Seit 2007 fahre ich inzwischen mehr oder weniger regelmäßig mit dem Rad zur Arbeit. Pro Tag addieren sich so knapp 34 Kilometer auf das Sammelkonto. 
Ich versuche jahreszeitenunabhängig mit dem Rad zu fahren, aber wenn es dann doch zu nass, zu kalt oder gar zu eisig wird, nutze ich wohl oder übel auch entsprechende Alternativen.

Mittwoch, 16. Juli 2014

Eine Wertschätzung der ganz besonderen Art

„Die Stadt Siegen hat mit dem Umbau von Kölner Tor und Abschnitten der Sandstraße und Koblenzer Straße ein gutes Stück mehr Urbanität gewonnen.“

Quelle: VCD (Verkehrsclub Deutschland) – www.siegen.de

Äußerst erstaunlich bei dieser großen Wertschätzung ist jedoch der Tatbestand, dass bei der Planung und somit auch bei der späteren Umsetzung, dieser für Siegen sehr umfangreichen Baumaßnahme, absolut keine Einflussnahme für die Belange der Fahrradfahrer möglich war.

Daher ist der bisher zufällige Start der Siegener „Critical Mass“ am symbolträchtigen „Kölner Tor“ eine sehr gute Wahl. Denn hier zeigt sich in besonders deutlicher Form, wem das neue Konzept am meisten dient. Die Siegener Radfahrer haben jedoch inzwischen eine weitere und auch sichtbare Plattform etabliert, um jeweils am ersten Donnerstag im Monat um 17:30 Uhr auf sich aufmerksam zu machen. Das Ziel dieser Fahrten ist nicht die Behinderung anderer Mobilitätsformen, vielmehr soll so das Recht auf eine gefahrlose Teilhabe der Fahrradfahrer am Siegener Straßenverkehr verdeutlicht werden.