Freitag, 24. Juli 2015
Critical Mass Siegen - 06.August.2015
In zwei Wochen starten wir zur August-Ausgabe unserer „Critical Mass“ in Siegen.
Gleich zu Beginn eine ganz bittere Info. Jetzt heißt es tapfer sein: Die Baustellen-Tour des Siegener Bürgermeisters lockt im Durchschnitt mehr Teilnehmer an, als wir mit unserer Fahrrad-Tour „Critical Mass“. Das ist hart. Dabei haben diese unterschiedlichen Aktionen doch eines gemeinsam: Beide machen auf Siegener Großbaustellen aufmerksam ;-) Jedoch mit dem großen und gewichtigen Unterschied, dass die am „Neuen Ufer“ in naher Zukunft abgeschlossen sein wird.
Was nun? Kopf in den Sand stecken, auf die feierliche Freigabe der neuen Ufertreppenanlage warten und dort in ein kollektives Gejammer einstimmen? Das wäre viel zu einfach. Denn wir Fahrradfahrer sind in Siegen eindeutig Schlimmeres gewohnt. Wir müssen weiterhin unerschrocken, hochmotiviert und mit vereinten Kräften auf die Dauerbaustelle „Fehlende Fahrrad-Infrastruktur in Siegen“ aufmerksam machen. Aber dazu brauchen wir viele, wirklich viele Mitfahrer. Nur so wecken wir die Aufmerksamkeit der Verantwortlichen. Auch in Siegen muss die Erkenntnis wachsen, für eine bessere und somit eine sichere Fahrrad-Infrastruktur zu sorgen. Wir wollen mit dem Fahrrad gefahrlos und gleichberechtigt am Siegener Straßenverkehr teilnehmen. Für Autofahrer ist dies eine absolute Selbstverständlichkeit. Wir Fahrradfahrer sind jedoch täglich der wachsenden Rücksichtslosigkeit und Gleichgültigkeit anderer Verkehrsteilnehmer ausgeliefert. Radfahrstreifen sind nur vereinzelt oder gar nicht vorhanden. Wer soll das ändern? Wer kann etwas bewirken?
Wir Fahrradfahrer, wer sonst!
Also kommt zur nächsten Siegener „Critical Mass“ und fahrt mit. Treffpunkt: Do 06.08.2015 um 17:30 Uhr am „Kölner Tor“. Viele andere Städte haben auch einmal klein angefangen. Bei der ersten „Critical Mass“ in Hamburg fuhren knapp 30 Radler mit. Heute nehmen zwischen 3000 und 5000 Radfahrer teil und legen so einen dicken, fetten Daumen in die Wunde einer mangelhaften Infrastruktur für Radfahrer.
Ihr seid euch noch unsicher? Hier einige Infos:
„Was brauche ich um dabei zu sein?“
Ein verkehrstüchtiges(!!!) Fahrrad.
„Wer fährt bei euch mit?“
Familien mit Kindern
alte und junge „Semester“
„Mädels“ und „Jungs“
Schüler und Studenten
alle Berufsgruppen
Freizeitfahrer
Tourenfahrer
Mountainbiker
Rennradfahrer
Fahrradpendler auf dem Weg nach Hause oder zur Arbeit
Gäste aus anderen Städten
„Wie lange und wie schnell seid ihr unterwegs?“
Wir fahren eine gute Stunde in gemütlicher Geschwindigkeit durch Siegen. Dabei fahren wir im Verband, nutzen eine Fahrbahnspur und passen auf, dass niemand verloren geht.
„Steht die Route bereits vorher fest?“
Nein. Zufällig und spontan entscheiden diejenigen die vorne fahren, wohin es geht.
„Wer trägt die Verantwortung?“
Niemand. Es gibt keinen Verantwortlichen. Alle Teilnehmer fahren auf eigene Verantwortung mit. Es ist jedoch selbstverständlich, dass wir gegenseitig aufeinander aufpassen und Rücksicht nehmen.
„Ist das nun eine Demo?“
Nein. Die „Critical Mass“ ist weder eine Demo noch eine Veranstaltung. Wir fahren zufällig gemeinsam Fahrrad. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
„Was passiert unterwegs?“
Wir genießen die Sicherheit, als Gruppe im Straßenverkehr besser wahrgenommen zu werden. Es werden schnell neue Kontakte geknüpft und ein reger Austausch mit anderen Teilnehmern gestartet. Es macht wirklich großen Spaß in einer großen Gruppe über die Straßen unserer Stadt zu fahren. Die uns von den anderen Verkehrsteilnehmern „zugeworfenen Fragezeichen“ beantworten wir freundlich. Denn jeder Autofahrer und Fußgänger ist ein potentieller Mitfahrer bei der nächsten „Critical Mass“ :-)
„Was soll die Critical Mass bewirken?“
Die Critical Mass ist eine internationale Aktionsform, mit der wir Radfahrer darauf aufmerksam machen möchten, dass wir ebenso wie motorisierte Fahrzeuge ein Teil des Straßenverkehrs sind. Eine „Critical Mass“ möchte für ein gemeinsames Miteinander auf gleicher Augenhöhe werben.
„Wie verhält man sich unterwegs und den anderen Verkehrsteilnehmer gegenüber?“
Wie beachten selbstverständlich alle Verkehrsregeln. Als Verband wenden wird den §27 der StVO an. Ab 16 Mitfahrer dürfen wir einen geschlossenen Verband bilden und zu zweit nebeneinander auf einer Fahrbahn fahren. An Ampeln gilt für einen Verband eine Sonderegel: Sobald das erste Fahrrad der „Critical Mass“ eine grüne Ampel überquert, fährt der gesamte Verband über die Ampel, auch wenn sie zwischenzeitlich auf rot umschaltet. Wir provozieren nicht und lassen uns auch nicht provozieren. Da wir ein Teil des Straßenverkehrs sind, blockieren wir diesen auch nicht. Übrigens: Auf diese irre Mutmaßung würde niemand bei einem KFZ-geprägten Stau kommen.
„Was kann ich tun, um diese Aktion zu unterstützen?“
- Mitfahren !!! ;-) Jeden 1.Donnerstag im Monat, Treffpunkt: 17:30Uhr am „Kölner Tor“
- Flyer, Poster, Plakate verteilen. Das nötige Material findest du hier: www.facebook.com
- Freunde / Bekannte einladen und mitbringen
- Mach unsere „Critical Mass“ bekannt: über Internet, Mund-zu-Mund-Propaganda,...
...weitere Fragen und Antworten findest du z.B. hier:
http://criticalmass.hamburg/faq/
http://critical-mass-siegen.blogspot.de/
Den Rest klären wir vor Ort :-)
Donnerstag, 16. Juli 2015
Siegen und das Thema „Barrierefreiheit“
Dieser Blog dreht sich inhaltlich um das Thema "Radfahren in
Siegen" und den vielen Unzulänglichkeiten, die es dieser alternativlosen Fortbewegungsform
in unserer Stadt so unendlich schwer macht. Daher kommen hier andere, ebenso
wichtige Probleme eher selten zu Wort. Aber mit einem Artikel in der heutigen
Siegener Zeitung ergibt sich urplötzlich eine Schnittmenge, die ich in dieser
Form auch nicht erwartet hätte.
Denn Siegen ist nicht nur im Bereich „Radfahren“ nicht barrierefrei. Diesen, doch eher unerfreulichen Makel will man scheinbar auch in anderen Lebensbereichen festigen.
Rainer Wallbruch vom Forschungsinstitut Technologie und Behinderung (FTB) hat sich die Homepage der Stadt Siegen zur Brust genommen und sie auf deren Nutzbarkeit untersucht.
So hat sich der Beirat der Menschen mit Behinderung der Stadt Siegen in seiner letzten Sitzung zu diesem Thema informieren lassen. Dieser Einladung sind viele interessierte Gäste, Vertreterinnen des Seniorenbeirates und auch ein Ratsmitglied gefolgt.
„Referent Rainer Wallbruch vom Forschungsinstitut Technologie und Behinderung (FTB) stellte laut Pressenotiz des Beirats verschiedene digitale Barrieren in Internetseiten und Online-Dokumenten vor. Er beschrieb zum Beispiel Barrieren durch unzureichende Tastatur- bzw. Mausunterstützung, feste Schriftgrößen, Farben, unzureichende Kontraste, fehlende Strukturen und anderes. Der Spezialist für die barrierefreie Gestaltung von Internet-Auftritten zeigte auf, was nach dem Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) und der Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV) zu beachten sei.“
Quelle: Siegener Zeitung
Aus diesem Artikel ergibt sich die schon seit langem geäußerte Forderung dieses Beirates, dass diese Verordnung endlich auch bei der Homepage der Stadt Anwendung finden soll, so dass die Barrieren in der öffentlichen Kommunikations- und Informationswelt abgebaut werden. So haben die Beiratsmitglieder in der anschließenden Diskussion darauf hingewiesen, dass auf der städtischen Homepage weder die Gebärdensprache noch die Leichte Sprache angeboten werden. Untertitel oder Beschreibungen von Audioinhalten würden ebenso fehlen.
Der Referent hat auf der Webseite der Stadt Siegen noch weitere „digitale Barrieren“ gefunden.
Denn Siegen ist nicht nur im Bereich „Radfahren“ nicht barrierefrei. Diesen, doch eher unerfreulichen Makel will man scheinbar auch in anderen Lebensbereichen festigen.
Rainer Wallbruch vom Forschungsinstitut Technologie und Behinderung (FTB) hat sich die Homepage der Stadt Siegen zur Brust genommen und sie auf deren Nutzbarkeit untersucht.
So hat sich der Beirat der Menschen mit Behinderung der Stadt Siegen in seiner letzten Sitzung zu diesem Thema informieren lassen. Dieser Einladung sind viele interessierte Gäste, Vertreterinnen des Seniorenbeirates und auch ein Ratsmitglied gefolgt.
„Referent Rainer Wallbruch vom Forschungsinstitut Technologie und Behinderung (FTB) stellte laut Pressenotiz des Beirats verschiedene digitale Barrieren in Internetseiten und Online-Dokumenten vor. Er beschrieb zum Beispiel Barrieren durch unzureichende Tastatur- bzw. Mausunterstützung, feste Schriftgrößen, Farben, unzureichende Kontraste, fehlende Strukturen und anderes. Der Spezialist für die barrierefreie Gestaltung von Internet-Auftritten zeigte auf, was nach dem Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) und der Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV) zu beachten sei.“
Quelle: Siegener Zeitung
Aus diesem Artikel ergibt sich die schon seit langem geäußerte Forderung dieses Beirates, dass diese Verordnung endlich auch bei der Homepage der Stadt Anwendung finden soll, so dass die Barrieren in der öffentlichen Kommunikations- und Informationswelt abgebaut werden. So haben die Beiratsmitglieder in der anschließenden Diskussion darauf hingewiesen, dass auf der städtischen Homepage weder die Gebärdensprache noch die Leichte Sprache angeboten werden. Untertitel oder Beschreibungen von Audioinhalten würden ebenso fehlen.
Der Referent hat auf der Webseite der Stadt Siegen noch weitere „digitale Barrieren“ gefunden.
Abschließend vermerkte er, dass die Verantwortlichen der
städtischen Homepage nicht zu diesem Vortrag erschienen sind – und das trotz Einladung.
Schon traurig und ernüchternd zugleich, wie die Stadt Siegen auch bei dieser Aufgabe mit ihren Minderheiten umgeht.
Aber was sind genau die Gründe für diese mehrfach gelebte Oberflächlichkeit?
- Desinteresse !?
- Gleichgültigkeit !?
- Keine Lobby, die man auf Minderheitenseite fürchten muss!?
- Hat man sowieso schon genug getan!?
- Sucht und baut man schon genug an anderen „neuen Ufern“ herum!?
- Keine Zeit!?
- Zu warm!?
Schade, sehr schade. Denn die gelebte Verantwortung und Stärke von Gesellschaften und auch Städten erkennt man genau daran, wie man dort mit den Problemen und Nöten von Schwächeren und Minderheiten umgeht.
Schon traurig und ernüchternd zugleich, wie die Stadt Siegen auch bei dieser Aufgabe mit ihren Minderheiten umgeht.
Aber was sind genau die Gründe für diese mehrfach gelebte Oberflächlichkeit?
- Desinteresse !?
- Gleichgültigkeit !?
- Keine Lobby, die man auf Minderheitenseite fürchten muss!?
- Hat man sowieso schon genug getan!?
- Sucht und baut man schon genug an anderen „neuen Ufern“ herum!?
- Keine Zeit!?
- Zu warm!?
Schade, sehr schade. Denn die gelebte Verantwortung und Stärke von Gesellschaften und auch Städten erkennt man genau daran, wie man dort mit den Problemen und Nöten von Schwächeren und Minderheiten umgeht.
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Stadt Siegen
Mittwoch, 15. Juli 2015
Köln trauert...
Quelle: ADFC Köln
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Quelle: Kölner Stadtanzeiger
"Am Montag starb der vierte Radfahrer in unserer Stadt in diesem Jahr. Er wurde als Unbeteiligter durch ein außer Kontrolle geratenes illegales Autorennen am letzten Freitag lebensgefährlich verletzt und verstarb am Montag im Krankenhaus.
Auch die junge Radfahrerin am Auenweg Mitte April und ein Taxipassagier Ende März waren bereits Opfer illegaler Rennen. Eine weitere Radfahrerin starb beim Warten an der Ampel durch ein Überholmanöver eines rücksichtslosen Autofahrers. Der vierte Radfahrer wurde von einer Bahn an der unübersichtlichen Kreuzung der Keupstraße in Mülheim überrollt.
Wir sind schockiert von diesen schrecklichen Unfällen und wünschen uns
von der Polizei, der Politik, der Verwaltung und auch der oder dem neuen
OB, dass hier endlich etwas gegen die zum Rasen einladenden Straßen
getan wird.
Als Zeichen der Anteilnahme haben viele unserer aktiven Mitglieder heute ihr Profilbild in den sozialen Medien geändert. Dieses darf gern von anderen Radfahrern geteilt und auch als Profilbild verwendet werden."
Quelle: ADFC Köln
Als Zeichen der Anteilnahme haben viele unserer aktiven Mitglieder heute ihr Profilbild in den sozialen Medien geändert. Dieses darf gern von anderen Radfahrern geteilt und auch als Profilbild verwendet werden."
Quelle: ADFC Köln
Montag, 6. Juli 2015
Woran erkennt man den uneingeschränkten Willen eines Bürgermeisters etwas für den Ausbau der Fahrrad-Infrastruktur zu tun?
Heutzutage ist das recht simple. Man muss nur nach der Stadt + "Bürgermeister" + "Fahrrad" googeln.
Die Quantität und die Qualität des Trefferbildes zeigen meist sehr eindeutig, ob für den Bürgermeister das Fahrrad ein wichtiger Bestandteil seiner aktuellen Verkehrspolitik ist oder nicht.
Vielleicht ist der Vergleich "Siegen" - "London" auch etwas zu gewaagt. Aber wenn man wirklich etwas erreichen will, muss man Visionen haben und auch bereit sein mehrfach Erprobtes aus anderen Städten "abzukupfern". Das ist nicht schlimm oder faul sondern clever. Auch gelingt dies niemals eins zu eins. Aber es ist immer sinnvoller ein wenig vom Masterplan abzusprecken, als ihn nie gesehen zu haben. Utrecht, Amsterdam, Kopenhagen und auch London geben Beispiele, die in einer übertragenen Form auch in anderen Städten Anwendung finden können.
Will man mehr Radverkehr, dann muss man dies mit entsprechenden Angeboten unterstützen. Das gibt es auch nicht umsonst. Aber es ist eine sinnvolle Investition in die Zukunftsfähigkeit einer Stadt.
Falls aber auf jedem Meter die Angst mitfährt, haben die Verantwortlichen ihre Hausaufgaben noch nicht gemacht. Auf Siegen bezogen, trifft das leider zu.
Wird das Fahrrad vom Bürgermeister genutzt oder dient es nur einer Foto-Session?
Boris Johnsen, London:
Die Quantität und die Qualität des Trefferbildes zeigen meist sehr eindeutig, ob für den Bürgermeister das Fahrrad ein wichtiger Bestandteil seiner aktuellen Verkehrspolitik ist oder nicht.
Vielleicht ist der Vergleich "Siegen" - "London" auch etwas zu gewaagt. Aber wenn man wirklich etwas erreichen will, muss man Visionen haben und auch bereit sein mehrfach Erprobtes aus anderen Städten "abzukupfern". Das ist nicht schlimm oder faul sondern clever. Auch gelingt dies niemals eins zu eins. Aber es ist immer sinnvoller ein wenig vom Masterplan abzusprecken, als ihn nie gesehen zu haben. Utrecht, Amsterdam, Kopenhagen und auch London geben Beispiele, die in einer übertragenen Form auch in anderen Städten Anwendung finden können.
Will man mehr Radverkehr, dann muss man dies mit entsprechenden Angeboten unterstützen. Das gibt es auch nicht umsonst. Aber es ist eine sinnvolle Investition in die Zukunftsfähigkeit einer Stadt.
Falls aber auf jedem Meter die Angst mitfährt, haben die Verantwortlichen ihre Hausaufgaben noch nicht gemacht. Auf Siegen bezogen, trifft das leider zu.
Wird das Fahrrad vom Bürgermeister genutzt oder dient es nur einer Foto-Session?
Boris Johnsen, London:
Steffen Mues, Siegen:
Montag, 29. Juni 2015
Kleine "Angeberei" in eigener Sache :-) und ein wenig Aufklärung
29.06.2015
500 x mit dem Rad zur Arbeit
17.000 Kilometer
Die dem Anlass angemessene Feier findet
unter Ausschluß der Öffentlichkeit,
in einem kleinen privaten Rahmen statt ;-)
Spaß beiseite. In diesem Jahr habe ich schon das Gefühl gewonnen, dass morgens einige Radfahrer mehr als in den Jahren zuvor unterwegs sind. Diesen Eindruck kann ich natürlich nur subjektiv auf ein kleines Zeitfenster (06:50 – 07:30 und 17:00 – 17: 45) beziehen. Denn auch dieser leicht positive Eindruck täuscht nicht über die Tatsache hinweg, dass auch im Siegerland, speziell in Siegen, das Fahrrad im Straßenverkehr eine absolut untergeordnete Rolle spielt.
Für den Ballungsraum "Siegen – Kreuztal" wurde 1974 mit dem Bau einer Stadtautobahn (HTS) begonnen. Die erste Verkehrsfreigabe erfolgte 1978. Der letzte Abschnitt mit Lückenschluss nach Rheinland-Pfalz soll Mitte 2016 fertiggestellt sein. Die Stadtpolitiker sind damals mit der Aussicht (Versprechen!?) an den Start gegangen, das Verkehrsaufkommen im engen Talkessel durch dieses innenstadtprägende Hochbrückenwerk deutlich zu verringern.
Im Tal sollte somit nur noch der innerstädtische Kurzstreckenverkehr stattfinden. Schon da hätte es in den Ohren scheppern müssen: Kurzstreckenverkehr!? Was gibt es da Besseres, als das Fahrrad zu benutzen. Weniger Lärm, weniger Abgase, geringere Vernichtung von öffentlichem Raum für Parkplätze, mehr Lebensqualität, höhere Standort- und Wohn-Attraktivität.
Daher hätte man diesen Gedanken durch den Rückbau der fast komplett durchgängigen 4spurigen Talstraße flankieren und deutlich bewusster lenken müssen. Aber stattdessen stehen weiterhin und unverändert für beide Richtungen, bis auf einen sehr kurzen Abschnitt, zwei uneingeschränkt nutzbare Spuren für KFZ bis Ende Si-Geisweid zur Verfügung. In Kreuztal stattdessen existieren Radstreifen in beiden Richtungen neben einspurigen KFZ-Fahrspuren. Das deutlich bessere Ergebnis im aktuellen ADFC-Fahrradklimatest unterstreicht dieses Angebot der dortigen Stadtväter. Dieser notwendige Platz für Radwege steht definitiv auch in Siegen zur Verfügung. Man will es jedoch einfach ist. Es müssen keine neuen kostspieligen Radwege geschaffen werden. Dieses geldgeprägte Totschlagargument zieht daher überhaupt nicht. Lediglich entsprechende Markierungsarbeiten sind nötig, um ein deutliches Zeichen für eine neue, umweltbewusste Verkehrspolitik zu setzen. In einem anderen Blog habe ich mal gelesen, dass man das Bewusstsein der Verantwortlichen in Punkto „Verbesserungen der Infrastruktur für Radfahrer“ an der Menge der „google-baren“ Bilder dieser Politiker auf oder mit einem Fahrrad messen kann. Werbewirksame Aufnahmen mit ortsansässigen Stromanbietern oder mit dem ADFC werden natürlich nicht gewertet.
Damit wäre für Siegen eigentlich mal wieder alles gesagt. Das am nächsten Sonntag stattfindende Großereignis „Siegtal pur“ wird neben den zehntausenden Radfahrer auch den einen oder anderen Bürgermeister, Landrat oder sonstigen Volksvertreter auf das Rad „heben“, um von der hiesigen Presse werbewirksam eingefangen zu werden. Das genügt dem Anspruch dieser Herren komplett, aber nicht der generellen Notwendigkeit etwas für den Ausbau des Radwegenetzes in Siegen zu tun.
Daher wage ich mal eine Prognose: Die Ziele des „Nationalen Radverkehrsplan 2020“ werden selbst auf Basis der möglichen Minimalanforderungen in Siegen nicht erreicht.
Aber ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen und werde meine Fehleinschätzung dann genau an dieser Stelle kundtun.
Denn das zurzeit bejubelte Projekt „Siegen zu neuen Ufern“ unterstützt mich erneut bei dieser Einschätzung. Bitte nicht falsch verstehen, ich empfinde den Abriss der „Siegparkplatzplatte“ als einen absolut richtigen Schritt und auch das jetzt fast fertiggestellte Endergebnis, mit allen Parallelprojekten ist in meinen Augen wirklich gelungen und vorzeigenswert.
Aber die Siegen Politiker haben es in diesem Großprojekt erneut versäumt ein deutliches Signal für den nichtmotorisierten Straßenverkehr zu setzen. Man hat es fraktionsübergreifend und aus Planungssicht schlicht und einfach vergessen. Viel schlimmer und viel deutlicher hätte die Gleichgültigkeit gegenüber den Fahrradfahrern in Siegen nicht ausfallen können.
Das Fahrrad stand einfach nicht auf der Agenda.
Um ein Zeichen für den Fahrradverkehr zu setzen, gibt es seit 2014 die auch in Siegen stattfindente "Critical Mass" Jeder kann teilnehmen. Einfach mal am 1. Donnerstag im Monat um 17:30 zum Kölner Tor kommen und mitfahren :-)
Weitere Informationen dazu gibt es unter Facebook, in dem dazugehörigen Blog und unter Twitter.
Dienstag, 16. Juni 2015
Eiserfelder Großbaustelle - Bauphase 2 - Massive Auswirkungen für den Radverkehr
Es bewegt sich was in Eiserfeld. Alleine das ist schon eine Meldung wert. Die inzwischen stauerfahrene "Eiserfelder-Straße" macht weiter von sich reden. Denn die Großbaustelle wanderte am 15.06 vom Kreisel in Richtung Hallenbad. Neben der Verschiebung der einseitig, ampelgeregelten Verkehrsführung für Autos und LKW hat man sich auch für die Radfahrer eine neue Variante bzw. Spitzfindigkeit einfallen lassen, um uns vor der Baustelle bzw. eher die Baustelle vor uns zu schützen. Bei der letzten Bauphase führte uns diese gelbbeschilderte, mit roten Verbotsschildern deutlich hervorgehobene Umleitung noch auf ebenem Gelände über die Parkplätze der anliegenden Supermärkte, an der für die Autos reservierten Baustelle vorbei.
Vielleicht muss man für Auswertige erwähnen, dass diese Baustelle ein Länge von knapp 100Meter hat. Diesen massiven Auswand für Radfahrer würde man sich anderenorts auch mal wünschen. Zurück zum Tatort. Denn diese Schonfrist hat nun ein Ende. Ab jetzt geht es bergauf. Gestern abend von Siegen kommend, staunte ich nicht schlecht, als man uns, die Radfahrer, nun auf der anderen Talseite von Eiserfeld den Gilberg hinaufleitet. Ok, gesagt getan. Den Anstieg erklommen, führt uns die Markierung rechts auf die eben verlaufende Gartenstraße. Dann kommt die größte Herausforderung für ungeübte, junge und sicher auch einige ältere Radfahrer. Jetzt führt uns die Umleitung rechts steil, wirklich extrem steil bergab, zurück zur "Eiserfelder Str.". Diese Straße heißt nicht umsonst "Schiefer Weg".
Da ich sowieso in Richtung Wilnsdorf weiterfahren muss, bleibe ich auf der "Gartenstraße" bis zum Erreichen der "Eiserntalstraße".
"Original-Umleitung" aus Siegen kommend Richtung Eiserfeld:
"Meine Variante" für beide Richtungen:
Vielleicht muss man für Auswertige erwähnen, dass diese Baustelle ein Länge von knapp 100Meter hat. Diesen massiven Auswand für Radfahrer würde man sich anderenorts auch mal wünschen. Zurück zum Tatort. Denn diese Schonfrist hat nun ein Ende. Ab jetzt geht es bergauf. Gestern abend von Siegen kommend, staunte ich nicht schlecht, als man uns, die Radfahrer, nun auf der anderen Talseite von Eiserfeld den Gilberg hinaufleitet. Ok, gesagt getan. Den Anstieg erklommen, führt uns die Markierung rechts auf die eben verlaufende Gartenstraße. Dann kommt die größte Herausforderung für ungeübte, junge und sicher auch einige ältere Radfahrer. Jetzt führt uns die Umleitung rechts steil, wirklich extrem steil bergab, zurück zur "Eiserfelder Str.". Diese Straße heißt nicht umsonst "Schiefer Weg".
Da ich sowieso in Richtung Wilnsdorf weiterfahren muss, bleibe ich auf der "Gartenstraße" bis zum Erreichen der "Eiserntalstraße".
"Original-Umleitung" aus Siegen kommend Richtung Eiserfeld:
"Meine Variante" für beide Richtungen:
Ich wüsste wirklich gerne einmal, ob sich die Baustellenverantwortlichen mit den Verantwortlichen der städtischen Rad-/Verkehrsabteilung absprechen und gegebenenfalls auch den Rat von den "organisierten Fahrradfahrern" einholen. Denn diese jetzige Verkehrsführung für Radfahrer hat schon eine massive Auswirkung, da sie für viele Radfahrer nicht nur sehr mühsam, sondern auch extrem gefährlich ist. Aus meiner Sicht wäre es sicherer uns diese 100Meter im Baustellenverkehr mitschwimmen zu lassen.
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ADFC Siegen,
Baustelle Eiserfeld,
Unfallgefahr
Mittwoch, 10. Juni 2015
Licht und Schatten
| Bahnunterführung Richtung "Industriegebiet Schemscheid" |
| Kreuzung Heeserstr. |
| Gefahrenstelle im Anschluss an die Heeserstr. |
| Kreuzung Tiergartenstr. |
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Langsamverkehr,
Stadt Siegen,
Unfallgefahr
Montag, 8. Juni 2015
Alles sauber...
Nach Abschluss der VDSL-Arbeiten, hat man inzwischen auch den Fahrradweg vom störenden Baudreck befreit. Danke!
Dienstag, 2. Juni 2015
Critical Mass Siegen - Do 11. Juni 2015
ACHTUNG:
Abweichend von der bisher geltenden "1.Do im Monat-Regel" findet die nächste "Siegener Critical Mass", bedingt durch Fronleichnam, am 11.Juni 2015 statt.
Alles andere bleibt:
Abweichend von der bisher geltenden "1.Do im Monat-Regel" findet die nächste "Siegener Critical Mass", bedingt durch Fronleichnam, am 11.Juni 2015 statt.
Alles andere bleibt:
Donnerstag, 28. Mai 2015
Der VDSL-Ausbau in Siegen und seine Hinterlassenschaft
Nach dem Abschluss der VDSL-Arbeiten im Bereich "Industriegebiet Schemscheid / Stumme Loch / Eintracht" ist in den letzten Tagen ein großer Erdhaufen abgetragen worden. Der Baustellenverkehr hat auf dem kombinierten Fuß-/Radweg deutlich nachgelassen. Daher ist inzwischen die Nutzung für alle deutlich sicherer geworden.
Jetzt warten wird nur noch auf eine Grundreinigung "unseres" Radweges, der wichtigsten Trasse für den Langsamverkehr zwischen Siegen und Eiserfeld.
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Baustelle Eiserfeld,
Langsamverkehr,
Reinigung
Freitag, 22. Mai 2015
2020 - Radverkehrsanteil in Siegen bei 10% ?!
"Am 13.05.2015 präsentierte Bürgermeister Steffen Mues gemeinsam mit
Vertretern ADFC, Politik und Verwaltung den neuen Fahrradstadtplan für
Siegen. Bürgermeister Steffen Mues bekannte, dass die Stadt für den
Radverkehr noch viel tun könne. Die Stadt wolle dies in Zukunft mit mehr
Nachdruck verfolgen. Der ADFC Siegen-Wittgenstein e. V. hat maßgeblich
an der Neuauflage des zuletzt 1997 verlegten Plans mitgewirkt. Der
stellvertrender ADFC-Vorsitzende Karsten Riedl erinnerte an das vom
anwesenden Stadtbaurat Stojan genannte Ziel den Radverkehrsanteil bis
2020 auf 10% zu heben. Dies hatte Stojan in einer Anfrage der Grünen
Ratsfraktion zum Nationalen Radverkehrsplan 2020 als mögliche Zielgröße
genannt. Neben baulichen Maßnahmen sei dazu auch notwendig, eine
verbesserte Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben, um der Bevölkerung zu
vermitteln, dass Fahrradfahren in Siegen ausdrücklich erwünscht sei.
Vertreter der Stadtverwaltung zeigten sich besten Willens dies in der
Zukunft zu beherzigen."
Quelle: ADFC Siegen
Um in Siegen den Radverkehrsanteil im Jahre 2020 auf 10% anzuheben, aus heutiger Sicht würde ich ihn auf weit unter 5% schätzen, braucht es mehr als ein paar bauliche Maßnahmen und eine Hochglanz-Imagekampagne.
Das ständige hin und her bei der Gewähr bestimmte Passagen in Siegen mit dem Rad straffrei zu befahren, hat bereits viele Radfahrer verunsichert. Solange der Radfahrer den Eindruck hat nicht erwünscht zu sein, wird er sich auch auf Siegens Straßen nie als gleichberechtigt oder sicher fühlen. Der Radfahrer wird hier einfach nicht ernst genommen. Die Ergebnisse der Fahrradklimatests der vergangenen Jahre sprechen eine eindeutige Sprache. Die von den Verantwortlichen der Stadt reflexhaft geäußerten Versprechen dies jetzt endgültig mal anzupacken, verpuffen wie jedes blumenreich vorgetragene Wahlversprechen.
Man kann das Miteinander nicht immer mit Gesetzen und Vorschriften gestalten. Wie lange haben wir in Siegen darauf warten müssen, im Schritttempo durch die "Bahnhofstraße" fahren zu dürfen. Unter anderem hat der Ältestenrat dies über Jahre verhindert. Warum gilt dies z.B. nicht auch für die "Kölner Str."? Warum unterstellt man dem Radfahrer dies nicht in Rücksicht gemeinsam mit dem Fußgänger regeln zu können? Muss denn immer das 1% dieser Unbelehrbaren, die es in allen Bereichen gibt, dafür herhalten, ein Argument für das dagegen anzuführen? Der Radfahrer ist nicht generell schlecht oder gar böse. Er ist ein Verkehrsteilnehmer wie jeder andere auch. Aber solange er sich weiterhin in Siegen gegängelt und an den äußersten Rand verbannt fühlt, wird das 10%-Ziel auf sehr lange Sicht nicht erreicht werden. Selbst in den Siegener Fahrradstraßen ist er Freiwild für Parkplatzsuchende, denen die Gesundheit des Radfahres der eigenen, blinden Eroberungswut nur im Wege steht.
Auf jeder meiner fast täglichen Radfahrten zur Arbeit erlebe ich im Durchschnitt 3 Situationen, in denen ich lediglich durch den bedingungslosen Verzicht auf meine eigene Vorfahrt einen Unfall mit ungewissem Ausgang verhindern kann. Dabei fahre ich nicht in Rambomanier, unter Missachtung aller Verkehrsvorschriften kreuz und quer, rücksichtslos über die Straßen. Im Gegenteil, mit "Tagfahrlicht" und mit stets angepasster Geschwindigkeit erlebe ich die Hierarchie auf Siegens Straßen täglich am eigenen Leib.
Am Beispiel des Kreisels in Eiserfeld kann ich dies jederzeit vorführen. Wenn man dann jedoch als Radfahrer auf sein Recht pocht, wird man noch angepögelt und beleidigt.
Herr Stojan, es gibt sehr viel zu tun. Aber solange der Autoverkehr in jeder Hinsicht unangefochten zum Platzhirsch Nr.1 erkoren wird, warten wir in Siegen vergebens auf eine neue Kultur des Miteinanders im Straßenverkehr. Gönnen Sie sich mal mit dem Fahrradbeauftragten, oder mit den Vertretern der Stadtverwaltung, aber ohne Blitzlicht, ohne Fotografen, ohne Blaulicht, ohne Öffentlichkeitstermin eine Radfahrt durch Siegen und Sie werden feststellen wo es überall hakt. Lassen Sie sich mal "undercover" auf dieses einmalige Erlebnis ein. Sie werden Siegen aus einer komplett anderen Sicht kennenlernen ;-)
Quelle: ADFC Siegen
Um in Siegen den Radverkehrsanteil im Jahre 2020 auf 10% anzuheben, aus heutiger Sicht würde ich ihn auf weit unter 5% schätzen, braucht es mehr als ein paar bauliche Maßnahmen und eine Hochglanz-Imagekampagne.
Das ständige hin und her bei der Gewähr bestimmte Passagen in Siegen mit dem Rad straffrei zu befahren, hat bereits viele Radfahrer verunsichert. Solange der Radfahrer den Eindruck hat nicht erwünscht zu sein, wird er sich auch auf Siegens Straßen nie als gleichberechtigt oder sicher fühlen. Der Radfahrer wird hier einfach nicht ernst genommen. Die Ergebnisse der Fahrradklimatests der vergangenen Jahre sprechen eine eindeutige Sprache. Die von den Verantwortlichen der Stadt reflexhaft geäußerten Versprechen dies jetzt endgültig mal anzupacken, verpuffen wie jedes blumenreich vorgetragene Wahlversprechen.
Man kann das Miteinander nicht immer mit Gesetzen und Vorschriften gestalten. Wie lange haben wir in Siegen darauf warten müssen, im Schritttempo durch die "Bahnhofstraße" fahren zu dürfen. Unter anderem hat der Ältestenrat dies über Jahre verhindert. Warum gilt dies z.B. nicht auch für die "Kölner Str."? Warum unterstellt man dem Radfahrer dies nicht in Rücksicht gemeinsam mit dem Fußgänger regeln zu können? Muss denn immer das 1% dieser Unbelehrbaren, die es in allen Bereichen gibt, dafür herhalten, ein Argument für das dagegen anzuführen? Der Radfahrer ist nicht generell schlecht oder gar böse. Er ist ein Verkehrsteilnehmer wie jeder andere auch. Aber solange er sich weiterhin in Siegen gegängelt und an den äußersten Rand verbannt fühlt, wird das 10%-Ziel auf sehr lange Sicht nicht erreicht werden. Selbst in den Siegener Fahrradstraßen ist er Freiwild für Parkplatzsuchende, denen die Gesundheit des Radfahres der eigenen, blinden Eroberungswut nur im Wege steht.
Auf jeder meiner fast täglichen Radfahrten zur Arbeit erlebe ich im Durchschnitt 3 Situationen, in denen ich lediglich durch den bedingungslosen Verzicht auf meine eigene Vorfahrt einen Unfall mit ungewissem Ausgang verhindern kann. Dabei fahre ich nicht in Rambomanier, unter Missachtung aller Verkehrsvorschriften kreuz und quer, rücksichtslos über die Straßen. Im Gegenteil, mit "Tagfahrlicht" und mit stets angepasster Geschwindigkeit erlebe ich die Hierarchie auf Siegens Straßen täglich am eigenen Leib.
Am Beispiel des Kreisels in Eiserfeld kann ich dies jederzeit vorführen. Wenn man dann jedoch als Radfahrer auf sein Recht pocht, wird man noch angepögelt und beleidigt.
Herr Stojan, es gibt sehr viel zu tun. Aber solange der Autoverkehr in jeder Hinsicht unangefochten zum Platzhirsch Nr.1 erkoren wird, warten wir in Siegen vergebens auf eine neue Kultur des Miteinanders im Straßenverkehr. Gönnen Sie sich mal mit dem Fahrradbeauftragten, oder mit den Vertretern der Stadtverwaltung, aber ohne Blitzlicht, ohne Fotografen, ohne Blaulicht, ohne Öffentlichkeitstermin eine Radfahrt durch Siegen und Sie werden feststellen wo es überall hakt. Lassen Sie sich mal "undercover" auf dieses einmalige Erlebnis ein. Sie werden Siegen aus einer komplett anderen Sicht kennenlernen ;-)
Donnerstag, 21. Mai 2015
Die Niederländer radeln dem Trend entgegen
"WHO schlägt Alarm - Europäer werden immer dicker
Zu viel Fastfood, zu wenig Bewegung: Die Europäer werden immer fetter. Jetzt schlägt die WHO Alarm. Einem aktuellen Bericht zufolge wird in manchen Ländern im Jahr 2030 kaum noch jemand normalgewichtig sein."
...
KOPENHAGEN/PRAG. In Europa werden 2030 viel mehr Menschen als bisher mit Fettleibigkeit kämpfen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) für die Europäische Region in Kopenhagen warnt vor einer "Übergewichts-Krise enormer Ausmaße".
...
In den Daten der WHO steckt aber zumindest auch eine gute Nachricht: In den Niederlanden werden die Menschen den Annahmen zufolge schlanker. Weniger als die Hälfte der Männer dort soll in 15 Jahren noch übergewichtig sein (2010: 54 Prozent), nur 8 Prozent adipös (2010: 10 Prozent). Statt 13 Prozent kämpfen 2030 demnach nur noch 9 Prozent der Niederländerinnen mit Fettleibigkeit. (dpa)"
Quelle: Ärztezeitung
Warum ist das so? Warum folgen die Niederländer nicht diesem scheinbar unaufhaltsamen Trend in Europa?
Laut der Experten gibt es dafür wohl mehrere Gründe:
"Vor einigen Jahren gab es viel Werbung im Fernsehen für Süßigkeiten, das ist jetzt verboten“, sagt Ernährungswissenschaftler Prof .Fred Brouns von der Universität Maastricht.
Im Vergleich zu den Niederländern trinken z.B. die Deutschen 50% mehr Bier.
Ein weiterer Grund, wer hätte das gedacht: Im letzten Jahr radelten die Niederländer 14 Milliarden Kilometer. Das heißt: 2,5 Kilometer pro Person und Tag. Somit ist die mit dem Rad pro Person zurückgelegte Strecke in den letzten 5 Jahren um 10% angestiegen.
Steigende Benzinpreise und ein wachsenden Umweltbewustsein sind scheinbar nicht ursächlich für den Umstieg auf's Rad. Vielmehr sorgt ein vermehrtes Gesundheitsbewussstsein und der fehlende innerstädtische Parkraum für Autos für eine weitere, zunehmende Nutzung des Fahrrades im Berufsalltag und in der Freizeit.
Beispiel für eine geniale Infrastruktur für den Langsamverkehr in Eindhoven - der Hovenring:
Zu viel Fastfood, zu wenig Bewegung: Die Europäer werden immer fetter. Jetzt schlägt die WHO Alarm. Einem aktuellen Bericht zufolge wird in manchen Ländern im Jahr 2030 kaum noch jemand normalgewichtig sein."
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KOPENHAGEN/PRAG. In Europa werden 2030 viel mehr Menschen als bisher mit Fettleibigkeit kämpfen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) für die Europäische Region in Kopenhagen warnt vor einer "Übergewichts-Krise enormer Ausmaße".
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In den Daten der WHO steckt aber zumindest auch eine gute Nachricht: In den Niederlanden werden die Menschen den Annahmen zufolge schlanker. Weniger als die Hälfte der Männer dort soll in 15 Jahren noch übergewichtig sein (2010: 54 Prozent), nur 8 Prozent adipös (2010: 10 Prozent). Statt 13 Prozent kämpfen 2030 demnach nur noch 9 Prozent der Niederländerinnen mit Fettleibigkeit. (dpa)"
Quelle: Ärztezeitung
Warum ist das so? Warum folgen die Niederländer nicht diesem scheinbar unaufhaltsamen Trend in Europa?
Laut der Experten gibt es dafür wohl mehrere Gründe:
"Vor einigen Jahren gab es viel Werbung im Fernsehen für Süßigkeiten, das ist jetzt verboten“, sagt Ernährungswissenschaftler Prof .Fred Brouns von der Universität Maastricht.
Im Vergleich zu den Niederländern trinken z.B. die Deutschen 50% mehr Bier.
Ein weiterer Grund, wer hätte das gedacht: Im letzten Jahr radelten die Niederländer 14 Milliarden Kilometer. Das heißt: 2,5 Kilometer pro Person und Tag. Somit ist die mit dem Rad pro Person zurückgelegte Strecke in den letzten 5 Jahren um 10% angestiegen.
Steigende Benzinpreise und ein wachsenden Umweltbewustsein sind scheinbar nicht ursächlich für den Umstieg auf's Rad. Vielmehr sorgt ein vermehrtes Gesundheitsbewussstsein und der fehlende innerstädtische Parkraum für Autos für eine weitere, zunehmende Nutzung des Fahrrades im Berufsalltag und in der Freizeit.
Beispiel für eine geniale Infrastruktur für den Langsamverkehr in Eindhoven - der Hovenring:
Mittwoch, 20. Mai 2015
Siegen-Eiserfeld ... mal wieder eine Großbaustelle
Bedingt durch die Komplettsanierung der "Eiserfelder Straße" vom neuen Kreisel bis zum Bahnhof haben die Verantwortlichen den Entschluss gefasst die Radfahrer von dieser Großbaustelle fernzuhalten. Daher ist aus beiden Richtungen kommend ein striktes Durchfahrtverbot für Radfahrer eingerichtet worden. Momentan, die Baustelle wandert bis Ende des Jahres bis zum Bereich "Eiserfelder Bahnhof", ist somit eine Umgehung von der Aldi-Einfahrt bis zum Hallenbad vorgesehen.
So weit, so gut? Leider bezieht sich diese Einrichtung lediglich auf das Aufstellen von Durchfahrtverbotsschilder und der notwendigen Umleitungsbeschilderung. Denn falls der geneigte Fahrradfahrer jetzt davon ausgeht, dass man ihm auf dieser Umleitungspassage z.B. eine unterstützende Überquerungshilfen für Hochbordsteinkanten anbietet, dann hat er wohl noch nie mit der in Siegen deutlich ausgeprägten, fehlenden Unterstützung für Radfahrer Bekanntschaft gemacht.
Wenn man nun bedenkt, dass sich die Stadt Siegen laut Maßnahmenkatalog des aktuellen „Integrierten Klimakonzeptes" mittelfristig um die Aufnahme in die "AGFS - Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW" bemüht, dann liegen wohl erneut Anspruch und Wirklichkeit sehr weit auseinander.
Hochbordsteine auf beiden Seiten der Hallenbadzufahrt / Radfahr-Umleitung:
So weit, so gut? Leider bezieht sich diese Einrichtung lediglich auf das Aufstellen von Durchfahrtverbotsschilder und der notwendigen Umleitungsbeschilderung. Denn falls der geneigte Fahrradfahrer jetzt davon ausgeht, dass man ihm auf dieser Umleitungspassage z.B. eine unterstützende Überquerungshilfen für Hochbordsteinkanten anbietet, dann hat er wohl noch nie mit der in Siegen deutlich ausgeprägten, fehlenden Unterstützung für Radfahrer Bekanntschaft gemacht.
Wenn man nun bedenkt, dass sich die Stadt Siegen laut Maßnahmenkatalog des aktuellen „Integrierten Klimakonzeptes" mittelfristig um die Aufnahme in die "AGFS - Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW" bemüht, dann liegen wohl erneut Anspruch und Wirklichkeit sehr weit auseinander.
Hochbordsteine auf beiden Seiten der Hallenbadzufahrt / Radfahr-Umleitung:
Morgens um 7:15 Uhr ist diese Umgehung oftmals noch gesperrt:
Will man die Radfahrer schützen oder versucht man uns erneut aus dem Revier der anderen Verkehrsteilnehmer zu verdrängen? Wenn man uns etwas Gutes tun möchte, dann genügt es nicht nur entsprechende Verbotsschilder aufzustellen. Ein E-Rollstuhlfahrer musste gestern komplett durch die Baustelle fahren, weil er die Hochbordsteine ohne fremde Hilfe nicht überwinden konnte. Durchdachte Barrierefreiheit und Inklusion sieht anders aus.
...ergänzende "Momente" meines Radfahreralltags auf der Strecke nach Si-Weidenau:
Durch den VDSL-Ausbau in Siegen muss man auch auf Radwegen mit regelmäßigem Baustellenverkehr rechnen. Dieser lässt schon mal das eine oder andere wackelige Vermächtnis zurück:
Gestern kam mir im Verlauf dieses kombinierten Fußgänger-/Radweges ein aus der Eintracht kommender, mit überhöhter Geschwindigkeit fahrender Mitarbeiterbus der ausführenden Firma entgegen. Nur mit einem beherzten Ausweichen auf den Grünstreifen konnten sich einige Läufer in Sicherheit bringen. Dieser Abschnitt wird von dieser Firma oft als Abkürzung in Richtung Industriegebiet "Schemscheid" genutzt. Da in diesem Bereich zunehmend kleine und große Erholungssuchende unterwegs sind, muss von allen "Verkehrsteilnehmer" eine entsprechende Rücksichtnahme gelebt werden.
Auf der Weiterfahrt wird dieser Radweg im Bereich des Lockschuppens seit Wochen regelmäßig als Parkfläche genutzt:
Vor geraumer Zeit hatte ich diesen Blog eingestellt. Auch wenn er nicht zu einer wahrnehmbaren Verbesserung der Situation für Radfahrer in Siegen und Wilnsdorf beiträgt, so werde ich an dieser Stelle zukünftig wieder von meinen Erlebnissen als "Zweiradpendler" berichten.
Einige, leider regelmäßige Erlebnisse auf meiner Fahrt zur Arbeit:
- PKW und LKW befahren durchgängig den Schutzstreifen in Eiserfeld
- rasende parkplatzsuchende Berufsschüler auf der "Fahrradstraße" unter der HTS (im Straßenverlauf "An der Unterführung")
- Fahrradwege und Schutzstreifen werden als Parkplatz benutzt
- bewusstes oder unbewusstes Vorfahrtnehmen von motorisierten Verkehrsteilnehmer
(ich fahre grundsätzlich nur noch mit Licht, leider meist ohne Wirkung)
- kein Einhalten des Mindestabstandes beim Überholen mit oder ohne Gegenverkehr
- Queren der Fahrbahn von Autos und Fußgänger ohne auf den Radverkehr zu achten
- schlechte Straßenbeläge und Schlaglöcher besonders im Straßenrandbereich
Mittwoch, 6. Mai 2015
Critical Mass Siegen - 1. Ausfahrt in 2015
Am 7.Mai ist es endlich
so weit. Die erste Siegener „Critical Mass“ des Jahres steht an. Jetzt heißt es
Freunde, Bekannte, Kollegen, Mitschüler, Kommilitonen, Familienangehörige von
unserer gemeinsamen Fahrradfahrt zu begeistern. Je mehr Teilnehmer an unserer Radtour
durch Siegen teilnehmen, desto größer ist die Aufmerksamkeit, die wir für das Fahrrad
als gleichberechtigtes Verkehrsmittel in unserer Stadt gewinnen. Nicht zuletzt wächst
so auch der Spaßfaktor für alle Mitfahrer. Denn eins soll die „Critical Mass“
auf jeden Fall machen: Spaß und Freude am Radfahren.
Einige Kurzinfos für Einsteiger und zur allgemeinen Auffrischung:
Die „Critical Mass“ beruft sich auf den §27 der Straßenverkehrsordnung:
Einige Kurzinfos für Einsteiger und zur allgemeinen Auffrischung:
Die „Critical Mass“ beruft sich auf den §27 der Straßenverkehrsordnung:
§ 27 Verbände
(1) Für geschlossene Verbände gelten die für den gesamten Fahrverkehr einheitlich bestehenden Verkehrsregeln und Anordnungen sinngemäß. Mehr als 15 Mitfahrer dürfen einen geschlossenen Verband bilden. Dann dürfen sie zu zweit nebeneinander auf der Fahrbahn fahren.
Daraus ergibt sich auch die Besonderheit, dass wir als Gruppe geschlossen über eine, während der Durchfahrt auf rot umspringende Verkehrssignalanlage fahren dürfen. Dies ist vergleichbar mit einem LKW mit Hänger. Dabei dürfen wir eine komplette Fahrbahnspur benutzen.
Es gibt keinen Verantwortlichen oder Organisator. Wir fahren gemeinsam Rad und bilden zu unserer Sicherheit einen Verband.
Die Mitfahrer sind während ihrer zufälligen, gemeinsamen Fahrt ein Teil des Verkehrs und sind für ihr Verhalten und für die Sicherheit des eigenen Fahrrades selbst verantwortlich. Das schließt natürlich die Solidarität und Verantwortung gegenüber Anderen nicht aus.
Wir behindern nicht den motorisierten Straßenverkehr. Im Gegenteil, wir lassen ihn mitfahren ;-)
Die Gruppe sollte möglichst geschlossen bleiben, um so den Charakter des Verbandes einzuhalten.
Wir fahren mit einer moderaten Geschwindigkeit von 12 bis 15 km/h, so dass jeder Teilnehmer entspannt mitfahren kann.
Fußgänger sollte das Queren der Fahrbahn gefahrlos ermöglicht werden.
Polizei und Rettungsfahrzeuge haben immer Vorrang.
Wir provozieren keine anderen Verkehrsteilnehmer und lassen uns auch nicht provozieren.
Kurz gesagt: Die „Critical Mass“ ist eine Idee von bestechender Einfachheit: Gemeinsames Fahrradfahren unter Einhaltung aller Verkehrsregeln durch unsere Stadt. Präsenz zeigen und so daran erinnern, dass die StVO viel muskelkraftfreundlicher ist, als es die meisten motorisierten Verkehrsteilnehmer glauben.
Die „Critical Mass“ hat nicht das Ziel den Verkehr zu blockieren. Der motorisierte Verkehr verstopft die Straßen tagtäglich in unserer Stadt, ohne dass jeder einzelne Autofahrer das plant oder sich dafür verantwortlich fühlt. Die „Critical Mass“ ist nichts anderes als eine Gruppe von Fahrradfahrer, die sich für eine kurze Zeit ebenfalls in den Verkehr mischen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger...
Ein kleiner Motivationsschub und Aufruf zum Schluss:
Alle “alten Hasen” sind hiermit herzlich aufgerufen jeweils eine*n Bekannte*n mitzubringen.
Schließlich wollen wir von Jahr zu Jahr immer mehr werden, oder!?
Wir sehen uns!
Donnerstag, 8. Januar 2015
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